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Conny Hütter mit Schienen zurück in der Corona-Realität

30. Nov.
Person, Human, Nature

Foto: GEPA pictures/ Patrick Steiner

Skirennläuferin Conny Hütter hat acht Monate nach ihrem Kreuzbandriss am Montag erstmals wieder vorsichtige Schwünge in den Schnee gezogen. "Es war sehr emotional wieder auf Skiern zu stehen", sagte Hütter bei einem virtuellen Medientermin. Die inzwischen 28-jährige Steirerin hat aufgrund von Verletzungen drei Seuchenjahre erlebt, ihr Renn-Comeback in diesem Winter ist ungewiss.

Carbon-Schienen an beiden Beinen sollen der Speed-Spezialistin auf dem Weg zurück in mehrerlei Hinsicht Halt geben. "Links und rechts, damit es vom Kopf her wie Schuhe anziehen ist." Sie hofft, dass diese Prozedur bald Usus wird und sie sagen kann: "Das hilft mir, da habe ich ein gutes Gefühl und da brauche ich nicht mehr darüber nachdenken." In den nächsten Wochen ist für Conny Hütter dosiertes Ski-Konditionstraining angesagt. Vor möglichem Stangentraining fehlt ihr noch Muskelmasse. "Von meinem 'Kampfgewicht' bin ich noch vier, fünf Kilo weg."

Eventuell ist sie Anfang 2021 bei dem ein oder anderen Abfahrtstraining im Weltcup dabei. "Dann schaue ich, wie es mir geht. Vielleicht fahre ich die Rennen am Ende vom Winter oder ich nehme die Trainings als Rennsimulation und Aufbauphase für den nächsten Winter mit." Bisher ist Conny Hütter 14-mal aufs Weltcup-Podium (zuletzt am 1. Dezember 2018) gefahren, zwei Siege stehen zu Buche.

Conny Hütter hat gemerkt: "Das tut mir nicht gut"

Am heimischen Bauernhof-Idyll in Kumberg, inmitten von Pferden und steirischen Hochlandrindern, hat sie in einem Fitnessraum für das erneute Comeback geschuftet. Corona war erst sehr präsent, und dann gar nicht mehr da. Conny Hütter hat sich von ihrer Umwelt und dem Thema isoliert. "Ich habe beim täglichen Zahlen-Schauen gemerkt: Das tut mir nicht gut."

Mittlerweile habe sie zwei Monate keine Nachrichten konsumiert. "Wenn ich einkaufen gehe, setze ich eine Maske auf. Ansonsten habe ich mich aber von dem abgeschottet." Umso größer war der Kulturschock, als die Sportlerin am Sonntag "von der heilen Welt" zurück "in die Realität" kam - zum Training nach Obergurgl (Tirol) und ihrem ersten Corona-Test. "Es ist extrem 'strange', was generell abgeht, nicht nur im Skizirkus. Das habe ich die letzten Monate gar nicht so mitgekriegt."

Die lange Krankenakte

Conny Hütters Krankenakte ist längst schwer überschaubar:

  • Jänner 2017: Riss des vorderen Kreuzbandes sowie Riss des Innen- und Außenmeniskus im rechten Knie
  • Dezember 2018: Knorpelfraktur an der rechten Oberschenkelrolle
  • Jänner 2019: Innenbandeinriss im rechten Knie in der Garmisch-Abfahrt
  • März 2019: Kreuzbandriss, Innenband-und Meniskusverletzung im linken Knie nach Sturz beim Finale in Soldeu
  • März 2020: Wieder reißt - dieses Mal im Training - das Kreuzband im linken Knie, zudem Innenband-und Meniskusverletzung

Das muss - trotz aller Liebe zum Sport - erst verdaut werden. Es gab Tage, da hat sie Skifahren "nur mit Operationen und Schmerzen verbunden". "Man denkt sich: Die g'schissenen Brettl'n können mich jetzt einmal kreuzweise." Diese Gefühle sind neuer Motivation und ihrem dokumentierten Geschwindigkeitsdrang gewichen. Denn obwohl das "Schulefahren" am Montag emotional ausfiel, "hätte ich es eigentlich gern, dass man es pfeifen hört im Helm", erklärte Conny Hütter.

Die frühere Draufgängerin will die Erfahrungen ihrer Tiefschläge nun "zu einem Vorteil ummünzen". Es bleibe ihr auch nichts anderes übrig. "Ich glaube, dass ich noch riskieren und draufgängerisch fahren kann. Aber zuerst muss es wieder Klick machen", sagte Conny Hütter. Sie zeigte dabei zunächst auf ihren Kopf und dann aufs Herz. "Erst dann geht es wieder dahin." (APA/red.)

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