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Coronavirus bremst Formel 1: Auftakt in Melbourne abgesagt

13. März
Tarmac, Asphalt, Road

MELBOURNE,AUSTRALIA,11.MAR.20 – FORMULA 1 – Grand Prix of Australia, Albert Park Circuit, preview. Image shows grid markings. Photo: GEPA pictures/ XPB Images/ Charniaux – ATTENTION – COPYRIGHT FOR AUSTRIAN CLIENTS ONLY

Nach einer Chaos-Nacht für die Königsklasse des Motorsports teilte die Formel 1 am Freitag schließlich mit, dass der Grand Prix von Australien abgesagt wird.

Nach dem ersten Coronavirus-Fall in der Formel 1 und dem Rückzug des McLaren-Teams für den Grand Prix von Australien ist der Saisonauftakt in Melbourne abgesagt worden. Nach einer Chaosnacht für die Königsklasse des Motorsports teilte die Formel 1 zusammen mit dem Motorsport-Weltverband FIA und dem lokalen Veranstalter diese Entscheidung am Freitag mit.

Der Grand Prix war für Sonntag (6.10 Uhr) geplant gewesen. Die Absage erfolgte nur wenige Stunden vor dem ersten Training am Freitag (Ortszeit). Die Formel 1 musste wegen der Epidemie bereits das für den 19. April geplante Rennen in China verschieben.

McLaren um seinen deutschen Teamchef Andreas Seidl hatte am Donnerstag den positiven Test bei einem seiner Mitarbeiter bekanntgegeben und sich als Konsequenz für den Grand Prix in Melbourne zurückgezogen. Vier Verdachtsfälle traten beim US-Team Haas auf. Grand-Prix-Chef Andrew Westacott zufolge wurden insgesamt sogar acht Testergebnisse aus dem Fahrerlager bekannt. Sieben fielen auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 negativ aus, einer bei McLaren war positiv. Außerdem wurde eine weitere neunte Person, die nicht aus dem direkten Formel-1-Umfeld stammt, auf das Coronavirus getestet. Dieses Ergebnis stand zunächst aus.

Scharfe Kritik von Hamilton an Formel 1

Vor dem McLaren-Rückzug hatte Weltmeister Lewis Hamilton die lange von Veranstalter, Formel 1 und Fia beabsichtigte Austragung des Auftakts in Australien scharf kritisiert. "Ich bin sehr, sehr überrascht, dass wir hier sind", äußerte der Titelverteidiger sein Unverständnis bei einer Pressekonferenz.

Sowohl Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey als auch Fia-Boss Jean Todt hielten wie auch der Veranstalter lange an dem Grand Prix im Albert Park Circuit fest. Schließlich sollte das Event viel Geld einbringen. Der Bundesstaat Victoria lässt sich das Spektakel dem Vernehmen nach alleine rund 60 Millionen australische Dollar kosten, das sind umgerechnet etwa 35 Millionen Euro.

Die Vorsorgemaßnahmen der Formel 1 im Fahrerlager sorgten am Ende nicht dafür, die Lage unter Kontrolle zu halten. Es gab zusätzliche Möglichkeiten zu Handdesinfektionen, der Kontakt mit Fans wurde eingeschränkt und auch TV-Sitzungen abgesagt.

Nun stehen die Formel-1-Bosse wegen ihres langen Stillschweigens und umstrittenen Krisenmanagements in der Kritik. Wie in anderen Sportarten auch droht der Rennserie eine Saison voller Chaos.

Bahrain und Vietnam ebenfalls verschoben

Die Formel 1 hat nun auch die nächsten Rennen in Bahrain und Vietnam wegen der Coronavirus-Pandemie auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Dies teilte die Königsklasse des Motorsports am Freitag mit. Der Grand Prix in Bahrain sollte eigentlich am 22. März vor leeren Rängen ausgetragen werden. Die Premiere in Hanoi war für den 5. April geplant.

Die Rennserie will gemeinsam mit den Veranstaltern nach neuen Terminen in diesem Jahr für die beiden WM-Läufe suchen. Auch der Grand Prix in China wird nicht am 19. April stattfinden. Die Verantwortlichen erklärten, dass der WM-Start Ende Mai in Europa erwartet wird.

Auch Formel E setzt Saison zwei Monate aus

Die Formel E setzt angesichts der Coronavirus-Krise ihren Rennbetrieb für zwei Monate aus. In Absprache mit dem Motorsport-Weltverband FIA habe man sich zu diesem Schritt entschieden. Vorausgegangen waren Rennabsagen von ePrix in Jakarta (Indonesien), Italien (Rom) und Sanya (China). Das Rennen in Paris am 18. April ist damit ebenfalls abgesagt.

"Genau jetzt ist die Zeit, verantwortungsvoll zu handeln, und deshalb haben wir uns entschieden, die Saison auszusetzen", erklärte der Gründer der vollelektrischen Rennserie, Alejandro Agag, am Freitag. Die Rennserie hoffte, im Juni und Juli wieder Bewerbe bestreiten zu können. (APA/red.)

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