Davis Cup: Dezimiertes ÖTV-Team vor Innsbruck selbstbewusst

16. Nov.

Foto: GEPA Pictures / Patrick Steiner

"Wir wollen gewinnen", sagt Teamchef Stefan Koubek auch ohne Top-Star Dominic Thiem mit breiter Brust - der Court in der Innsbrucker Olympiahalle ist schon startklar.

Erstmals seit März 2020 ist Österreichs Davis-Cup-Team kommende Woche wieder im Einsatz. Mit dem 3:1-Erfolg über Uruguay in Premstätten hatte sich die Truppe von Kapitän Stefan Koubek seinerzeit die erstmalige Teilnahme am Final-Turnier gesichert. Es war das letzte große Event, ehe die Corona-Pandemie in Österreich erstmals für einen Lockdown gesorg hatte. Jetzt, rund ein Jahr später als geplant, geht es in Innsbruck vorerst um den Einzug ins Viertelfinale.

Auch ohne den rekonvaleszenten Dominic Thiem sowie den ebenfalls verletzten Sebastian Ofner hofft Österreich in den Gruppenspielen gegen Serbien (26.11.) bzw. Deutschland (28.11. - beide Partien LIVE bei ServusTV, im Stream & in allen Apps) auf die eine oder andere Überraschung. "Die Freude ist riesengroß. Jetzt dürfen wir endlich wieder spielen und schauen dem positiv entgegen", freute sich Koubek bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

ÖTV-Auswahl ohne Dominic Thiem

Seinem Team wird Top-Star Dominic Thiem natürlich sehr fehlen. "Dominic hat wegen seines Handgelenks vor einiger Zeit absagen müssen. Der hätte sich extrem darauf gefreut. Aber wenn der Körper was dagegen hat, kann einfach niemand was tun." Aber auch mit den anderen Spielern, angeführt von Dennis Novak, habe er schon einige tolle Siege gefeiert. "Die lassen bis zum Ende alles auf dem Platz liegen", glaubt Koubek. Neben Novak sind Jurij Rodionov, Gerald Melzer sowie die Doppel-Spezialisten Oliver Marach/Philipp Oswald im Aufgebot.

Mit dem neuen Format, zwei Einzel und ein Doppel, können nach Ansicht des Kärntners "noch größere Überraschungen kommen". Darauf müsse er zählen, auch wenn man vom Papier her definitiv nicht der Favorit sei. Das Team wird am Samstag nach Innsbruck reisen und dort dann am Sonntag das erste Training absolvieren.

Serbien wohl mit Top-Star Djokovic

Gegen Serbien wird der aktuell bei den ATP Finals in Turin engagierte Superstar Novak Djokovic in der Tiroler Hauptstadt erwartet. "Ich hoffe, dass er das Finale gewinnt und müde hierherkommt. Aber die Serben haben hinten auch gute Spieler, die liegen alle weit vor uns", so Koubek. Das allerdings sei ihm egal. "Meine Mannschaft muss ready sein." Ein Novak habe im Davis Cup "immer wieder sensationelle Leistungen gezeigt". Und auch die erfahrenen "Oldies" im Doppel könnten jeden schlagen.

Bei den Deutschen sei er persönlich "froh, dass Zverev nicht kommt. Und wenn ein Djokovic noch absagt, freue ich mich, weil wir dann bessere Chancen haben weiterzukommen", sagte Koubek, der von Aufstiegs-Szenarien vorerst nichts wissen will. "Wir gehen pro Match auf den Platz und wollen gewinnen. Wenn wir das erste 0:3 verlieren, wollen wir das nächste 3:0 gewinnen. Rechnen tun wir danach."

Organisatoren hoffen auf volles Haus

Rechnerisch schwierig wird es wegen der hohen Covid-19-Fallzahlen mit der Auslastung der 7.000 Zuschauer fassenden Olympiahalle, die übrigens schon spielfertig ist. Ein "Ausverkauft"-Schild hängt jedenfalls noch nicht. Für die Österreich-Spiele ist das aber auf jeden Fall noch möglich. "Stand heute wird es das geben können. Die Verkäufe gehen nach oben. Wir sind weit weg von ausverkauft, aber sehr gut verkauft. Meine Erfahrung ist bei Davis-Cup-Matches, dass wenn das Team und die Spieler einmal anreisen, dass dann noch einmal ein Riesenschwung an Karten weggeht", erklärt Organisator Herwig Straka.

Von der TV-Reichweite her, so Straka, ist dieses Final-Event über sein Turnier in der Wiener Stadthalle zu stellen. "Der Davis Cup ist definitiv ein Weltereignis." Das Interesse sei nicht nur bei den sechs in Innsbruck antretenden Ländern hoch. "Es ist ein weltweites Interesse, es spielen 18 Nationen in der Finalrunde mit. Und darüber hinaus sind, glaube ich, 160 Länder dabei."

Von der Papierform her ist in der Österreich-Gruppe das Team aus Serbien, das neben Djokovic auch Dusan Lajovic (ATP-Rang 33), Filip Krajinovic (ATP-42), Laslo Djere (ATP-52) und Miomir Kecmanovic (ATP-68) nominiert hat, zu favorisieren. Deutschland bietet das Trio Jan-Lennard Struff (ATP-51), Dominik Koepfer (ATP-54) und Peter Gojowczyk (ATP-85) im Einzel sowie die beiden Doppel-Spezialisten Kevin Krawietz und Tim Pütz auf. (APA/red.)

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