Davis Cup: DTB-Team auf den Spuren von Becker und Stich

2. Dez.

Foto: GEPA Pictures / Patrick Steiner

Die deutschen Tennis-Asse schicken sich an, im Davis Cup an frühere Glanzzeiten mit Boris Becker und Michael Stich anzuknüpfen: Es winkt der erste Final-Einzug seit 28 Jahren.

Kevin Krawietz und Dominik Koepfer machten gemeinsam Späße auf dem Rollfeld, und Peter Gojowczyk legte in der Check-in-Halle des Innsbrucker Flughafens sogar noch ein kleines Tänzchen hin. Mit riesiger Euphorie verließen die deutschen Davis-Cup-Helden am Mittwochmorgen ihr Tiroler Winter-Wunderland, um unter der Sonne Spaniens ihre furiose Mission fortzuführen. Denn neben viel guter Laune hatten sie auch große Träume im Gepäck.

"Wir haben alle gesagt, dass wir nach Madrid wollen. Dieses Ziel haben wir erreicht", sagte Jan-Lennard Struff nicht ohne Stolz. Und fügte direkt forsch hinzu: "Jetzt ist es Zeit, neue Ziele zu setzen - wir wollen das Halbfinale gewinnen." Es waren die glanzvollsten Zeiten des deutschen Tennis mit Boris Becker und Michael Stich, als dies der DTB-Auswahl zuletzt gelungen war.

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DTB-Team will lange Durststrecke beenden

Zweimal war es Becker (1988 & 1989), der Deutschland zum Gewinn der "hässlichsten Salatschüssel der Welt" führte, einmal Stich (1993). Seither aber wartet das deutsche Team auf einen neuerlichen Final-Einzug im Davis Cup. Geht es nach der schwarz-rot-goldenen Überraschungs-Truppe, soll diese 28-jährige Durststrecke am Samstag (ab 13:00 Uhr LIVE bei ServusTV Deutschland, im Stream & in allen Apps) ein Ende finden.

"Wir freuen uns, unter den besten vier Nationen der Welt zu stehen und jetzt nochmal Vollgas zu geben in Madrid", sagte Krawietz nach dem Krimi in Innsbruck gegen Großbritannien. An dessen erfolgreichem Ausgang hatte er im schier unbezwingbaren Doppel mit Tim Pütz immensen Anteil. Und natürlich soll diese wunderbare Reise jetzt gegen die starke russische Mannschaft weitergehen, die sich im Viertelfinale schon nach den Einzeln gegen Schweden durchsetzte.

Das werde zwar "bestimmt auch eine recht knifflige Aufgabe", sagte Kapitän Michael Kohlmann. "Aber so, wie wir uns hier präsentiert haben, bin ich guter Dinge, dass wir uns da Chancen ausrechnen können." Die Euphorie im deutschen Team, dem in der Vorrunde nicht einmal Serbien mit Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic gewachsen war, ist gewaltig. Und auch Becker fiebert begeistert mit: "Unglaublich Männer!!!", schrieb die Tennis-Ikone bei Instagram.

Wunschgegner im Halbfinale erfüllt sich nicht

Noch lange nach dem nervenaufreibenden 2:1 gegen die favorisierten Briten feierten die deutschen Spieler mit Trainern und Betreuern auf dem Court und machten Erinnerungs-Fotos an ein denkwürdiges Match. "Es war eine unglaubliche Teamleistung", sagte der zweimalige French-Open-Sieger Krawietz, und hob damit die große Stärke hervor. Ohne Olympiasieger Alexander Zverev, der dem neuen Davis-Cup-Format nichts abgewinnen kann und lieber auf den Malediven urlaubt, ist die Mannschaft der Star.

"Wir haben vom ersten Tag an eine unglaubliche Stimmung im Team. Vom Arzt bis zum Physio, von Kohle bis zum Co-Trainer", erzählte Krawietz. Bei der Frage nach dem Wunschgegner fürs Halbfinale war er sich zusammen mit Pütz und Struff auch schnell einig. "Schweden", lautete die einhellige Meinung. Doch diese Hoffnung erfüllte sich fast schon erwartungsgemäß nicht. Jetzt geht es also mit US-Open-Champion Daniil Medwedew und Andrej Rublew gegen die Nummern zwei und fünf der Welt.

Doch wenn die deutschen Davis-Cup-Spieler in Innsbruck eine Sache eindrucksvoll bewiesen haben, dann diese: Auch vor großen Namen brauchen sie sich mit ihrer Geschlossenheit nicht zu verstecken. (SID/red.)

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