Davis Cup: Melzer folgt auf Koubek als ÖTV-Kapitän

10. Dez.

Foto: GEPA Pictures / Patrick Steiner

Fliegender Wechsel bei Österreichs Davis-Cup-Auswahl: Ab sofort ist ÖTV-Sportchef Jürgen Melzer auch Kapitän, Vorgänger Stefan Koubek soll dem Team aber erhalten bleiben.

Österreichs Davis-Cup-Team geht mit einem neuen Kapitän ins neue Jahr. ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer übernimmt zusätzlich das Amt von Stefan Koubek, teilte der heimische Tennis-Verband jetzt mit. Koubek hatte die Mannschaft um Top-Star Dominic Thiem seit 2015 angeführt. Der 44-jährige Kärntner soll dem Team als Co-Trainer erhalten bleiben, sollte es 2022 die Davis Cup Finals erreichen. Im Play-off müssen die Österreicher am 4. und 5. März in Südkorea ran.

Jürgen Melzer ist als Spieler mit 38 Einberufungen und 78 Davis-Cup-Einsätzen österreichischer Rekordhalter. "Es ist einfach sein Bewerb. Es gibt keinen anderen in diesem Land, der den Davis Cup so sehr verkörpert und lebt. Deshalb hoffen wir, dass er der Mannschaft diesen Spirit weitergibt", meinte ÖTV-Präsident Magnus Brunner. Österreichs neuer Finanzminister dankte auch Koubek, dass dieser "immer mit vollem Einsatz und Leidenschaft seine Tätigkeit als Kapitän ausgeübt hat".

Melzer: "Eine Herzensangelegenheit"

Melzer bestätigte, dass der Davis Cup für ihn immer eine Herzensangelegenheit gewesen sei. "Es gibt nichts Größeres, als sein Land zu vertreten. Jetzt, wo ich das als Spieler nicht mehr kann, ist es eine absolute Ehre, das Team als Kapitän anzuführen. Ich bin sicher, dass mein Enthusiasmus für diesen Bewerb eine positive Stimmung erzeugen wird", sagte der 38-jährige Niederösterreicher, der seine aktive Karriere in diesem Jahr endgültig beendet hat.

Dass Koubek dem Team erhalten bleiben will, freut den neuen Kapitän. "Mit seinem Knowhow werden wir gemeinsam sehr viel bewirken können", meinte Melzer. Koubek hatte die ÖTV-Auswahl 2015 von Clemens Trimmel übernommen. Jüngstes Highlight war die erstmalige Teilnahme am Final-Turnier, bei dem man im November in Innsbruck ohne Thiem Serbien und Deutschland unterlag.

Viel Lob für Ex-Kapitän Koubek

Möglich gemacht hatte die Qualifikation ein Erfolg gegen Uruguay im März 2020, den man ebenfalls ohne Thiem sichergestellt hatte. Mit dem Aushängeschild an Bord bezwang man 2018 in Graz unter anderem Australien und schaffte dadurch den Sprung in die Weltgruppe. "Obwohl ich ja wusste, dass es mal zu Ende gehen wird, ist es gerade nach so einem Davis Cup ohne Publikum in Innsbruck schade für mich", sagte Koubek. Der scheidende Kapitän freut sich nach eigenen Angaben aber "nach ein bisschen Abstand dann beim Final-Turnier 2022 als Co-Coach des Teams wieder Vollgas geben zu können".

Koubek habe "hervorragende Arbeit als Davis-Cup-Kapitän geleistet", betonte ÖTV-Vizepräsident Georg Blumauer. Die Bestellung von Jürgen Melzer zum Kapitän sei jedoch "die logische Folge seiner Funktion als Verantwortlicher für alle sportlichen Belange des ÖTV". Diese hat der frühere Weltranglisten-Achte seit Beginn dieses Jahres inne. Blumauer: "Der ÖTV ist in der glücklichen Lage, mit einigen der besten Spieler, die das Land hatte, die Entwicklung im Tennis voranzutreiben." (APA/red.)

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