MotoGP World Championship

Stefan Bradl plant sein Projekt ohne ADAC und DMSB

12. Mai 2021

Foto: Motorsport Images

Stefan Bradl gibt exklusive Einblicke, wie er dem deutschen Nachwuchs helfen möchte. An einer Zusammenarbeit mit den Verbänden hat er kein Interesse.

Stefan Bradl hat sich zum Ziel gesetzt, dem deutschen Motorrad-Nachwuchs zu helfen. Mit einem Nachwuchs-Projekt möchte er junge Talente für den Red-Bull-Rookies-Cup vorbereiten. Aktuell sieht die Situation alles andere als vielversprechend aus, was den deutschen Motorrad-Nachwuchs betrifft. In der Weltmeisterschaft gibt es nur einen deutschen Stammfahrer, aus der Moto3-Klasse kommt kein Nachwuchs.

"Wir haben mit Marcel Schrötter einen permanenten Fahrer in der Moto2", stellt Stefan Bradl fest. Und er beklagt, dass in den vergangenen Jahren keine neuen deutschen Talente den Aufstieg in die Motorrad-WM meistern konnten.

"In den vergangenen Jahren kam kein Neueinsteiger in die Moto3. Viele reden, wenig wird getan. Ich habe auch viel darüber geredet und habe jetzt das Bedürfnis, etwas zu tun und nichts unversucht zu lassen. Ich kann keine Versprechen abgeben, ob wir erfolgreich sein werden mit dem Projekt. Aber ich will es ausprobieren", kommentiert Stefan Bradl in einem Interview mit dem YouTube-Kanal von Motorsport-Total.com.

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"Dem Thema möchte ich mich annehmen und versuchen, dem deutschen Nachwuchs ein bisschen auf die Beine zu helfen. Wir wollen versuchen, in fünf oder zehn Jahren einen deutschen Fahrer in der MotoGP zu sehen. Das wäre natürlich schön", nennt der Deutsche die Zielsetzung der Beteiligten.

Neben Stefan Bradl selbst soll auch Adi Stadler einen Beitrag leisten. Stadler wird als Talent-Scout agieren. "Vor etwa einem Jahr haben wir damit begonnen, uns zu unterhalten und intensivere Gespräche zu führen. Leider kamen Corona und die Verletzung von Marc Marquez dazwischen", berichtet der Zahlinger.

"Ich hätte mich intensiver damit beschäftigen können, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte. Aber ich war im vergangenen Jahr voll eingespannt mit der MotoGP-Saison. Das zog sich bis über den Winter und ging auch 2021 so weiter", schildert Stefan Bradl.

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Stefan Bradl: Honda und Red Bull zeigen Interesse am Projekt

Doch hinter den Kulissen wurden schon einige kleine Hürden gemeistert. "Wir kommen der Sache immer näher. Ich habe interessante Gespräche mit Honda-Deutschland und Red-Bull-Deutschland geführt. Es wird jetzt konkreter. Wir haben auch schon Equipment zur Verfügung. Jetzt müssen wir noch schauen, dass wir auf die Rennstrecke können. Das ist aktuell in Deutschland das Problem", erklärt Stefan Bradl.

"Wir brauchen eine Rennstrecke und freie Termine. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist die größte Herausforderung. Für alles andere bekam ich sehr viel Zuspruch. Es freut mich, dass das in der Öffentlichkeit so gut ankommt. Das motiviert mich und ich versuche, mich einzubringen", bemerkt Stefan Bradl. Er präzisiert: "Wir versuchen, im Mai oder Juni einen Termin zu finden, um auf die Rennstrecke zu gehen."

Die ersten Events sollen vorerst unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, um den jungen Talenten die Möglichkeit zu geben, sich ohne zu großen Druck entfalten zu können. "Wir wollen Qualität machen", betont Stefan Bradl. "Es geht nicht darum, die ganze Zeit bei Instagram live zu sein. Wir wollen die Qualität an die Jungs weitergeben."

"Wir schauen, wo es in Deutschland Potenzial gibt und wie wir denjenigen weiterhelfen können. Aber wir sprechen nicht von 20 Leuten sondern von maximal zehn Jungs oder Mädels, die von mir Tipps bekommen und ausgebildet werden, um für die Karriere vorbereitet zu werden", erklärt Stefan Bradl. Außerdem bemerkt er: "Wir haben schon Anfragen bekommen."

Stefan Bradl schließt Zusammenarbeit mit ADAC und DMSB aus

Klare Vorstellungen gibt es, was potenzielle Kooperationen angeht. Eine Zusammenarbeit mit den Verbänden schließt Stefan Bradl vorerst aus. "Ich möchte das alleine durchziehen", stellt der ehemalige Moto2-Weltmeister klar.

In der Vergangenheit kritisierte Stefan Bradl mehrfach die Nachwuchsarbeit des ADAC und des DMSB. "Ich bin froh, wenn ich mit keinem dieser Verbände momentan zusammenarbeiten muss - egal ob ADAC oder DMSB. Erstens, weil ich keinen davon brauche. Und zweitens weil ich es selbst in die Hand nehmen will", bemerkt er.

"Es ist auch für mich eine Herausforderung, zu sehen, wie weit ich komme. Das was ADAC und DMSB in den letzten Jahren gemacht haben, bringe ich auch noch hin", erklärt Stefan Bradl.

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