Dominic Thiem: „Hatte das Gefühl, dass es das Handgelenk zerreißt”

10. Mai

Foto: (C) GEPA pictures/ Alan Grieves

Der harte und lange Weg zurück an die Spitze war Thema bei Sport & Talk. Garniert mit den Formel 1-Analyse und der Rückblick auf den Wings for Life Run 2022.

Der ehemalige US Open-Sieger Dominic Thiem erklärt in einem eingespielten Interview, dass er nach seiner Handgelenksverletzung an der Technik arbeiten muss. Alex Antonitsch, Nici Schmidhofer und Clemens Doppler berichten von ihren diesbezüglichen Erfahrungen. Mathias Lauda hält Max Verstappen für den aktuell talentiertesten Formel 1-Piloten. Und Heinz Kinigadner verrät, was der Wings for Life World Run bewirkt. Das waren die Highlights aus der aktuellen Sendung von „Sport und Talk aus dem Hangar-7“:

Dominic Thiem: Sein Weg zurück

„Ich habe alles gemacht, was ich machen konnte, im Endeffekt aber viel zu wenig, um gegen die Weltbesten zu bestehen. Das versuche ich mir immer wieder ins Bewusstsein zu rücken, um die Niederlagen besser zu verdauen.“
Dominic Thiem weiß, dass er noch Zeit benötigt.

„Die sechs Monate von den US Open bis März waren die einzigen in meinem Leben, in denen ich das Training etwas schleifen ließ und vielleicht nicht jeden Tag hundert Prozent gegeben habe.“
Dominic Thiem gesteht, nach seinem größten Erfolg nachlässiger geworden zu sein.

„Bis vor drei, vier Monaten hatte ich das Gefühl, dass es das Handgelenk zerreißt, wenn ich voll durchziehe. Das ist jetzt komplett weg und natürlich auch wichtig. Die Angst ist weg, wenn ich die Matches hineingehe.“
Dominic Thiem fühlt sich physisch nicht mehr eingeschränkt.

„Natürlich ist die Technik noch nicht so, wie sie davor war. Ich habe einen extremen Schlenker in der Vorhand. Und dieser Schnalzer im Handgelenk, bei dem ich zurückgehe und schnell wieder nach vorne, ist lang noch nicht so, wie er sein sollte. Das wird auch sicher noch eine Zeit dauern.“
Dominic Thiem feilt noch an seiner Technik.

Der Talk: Warum Comebacks so schwierig sind

„Er ist erst seit März schmerzfrei, dazwischen hat er aber immer wieder etwas gespürt. Du nimmst dann Schutzhaltungen ein. Das eine ist, dass körperlich alles in Ordnung ist, das andere der erste Stock. Bei manchen Bällen hat man das Gefühl, dass er nachdenkt oder zögert. Das geht in der Sportart nicht.“
Alexander Antonitsch über die mentale Blockade von Dominic Thiem.

„Im letzten Jahr habe ich gedacht: Was fehlt mir? Was spüre ich nicht? Was brauche ich noch? Wie finde ich es? Es ist viel Arbeit, geht über das Training, aber auch über die Rennen. Man braucht den Wettkampf, um in das Feeling zurückzufinden.“
Nicole Schmidhofer gingen nach der Verletzung die Automatismen verloren.

„Ich bin kein Fan von Zielpunkten, weil es schwer ist, sie zu treffen. Ich habe immer an Zielräume gedacht: ein Minimalziel und ein Optimalziel. Man muss sich langsam herantasten. Und in einen Raum hinein zu zielen, ist cooler als auf einen Punkt.“
Clemens Doppler über seine Herangehensweise nach den zahllosen Knieoperationen.

„Für mich war es einfacher abzuschätzen, wo ich stehe. Weil wenn ich mit meinem Team trainiere, trainiere ich mit den Besten der Welt und habe sofort einen Vergleich.“
Nicole Schmidhofer meint, dass in ihrem Fall ein Vergleich zu Dominic Thiem hinkt.

„Es ist ganz wichtig, dass man ein Ziel hat. Wenn man sich nur ins Ziel verliebt, aber nicht in den Weg dorthin, wird man das Ziel auch nicht erreichen.“
Clemens Doppler hat sich auch über schier belanglose Schritte in der Reha gefreut.

Formel 1 - Analyse zum Miami-Grand Prix

„Max ist der Fahrer mit dem größten Talent im Feld. Er lernt neue Strecken viel schneller als alle anderen. Das sieht man sofort im freien Training an den Rundenzeiten.“
Mathias Lauda zeigt sich vom Speed des Weltmeisters angetan.

„Sainz, der arme Kerl, dachte, er kommt zu Ferrari und wird die Nummer eins. Letztes Jahr war er im Vergleich zu seinem Teamkollegen wirklich gut und hatte mehr Punkte. Jetzt hat er erstmals ein Auto, mit dem er voll um die WM mitfahren kann. Da tut er sich schwer.“
Mathias Lauda sieht Carlos Sainz als klare Nummer zwei bei Ferrari.

„Lewis hat letztes Jahr im letzten Rennen in der letzten Runde den Titel verloren und jetzt ein Auto, mit dem er im Mittelfeld herumfährt. Für die Psyche und Motivation ist es komplett anders als für. Russell. Er ist viel jünger, hat nichts zu verlieren und macht einen sehr guten Job.“
Mathias Lauda über die verkehrten Welten bei Mercedes.

Wings for life world Run

„Der Wings for Life Run hat viele sensibilisiert, nicht nur Teilnehmer, sondern auch in der Forschung. Früher haben wir nur eine Handvoll Anträge bekommen, die wir unterstützen sollen. Jetzt sind es 150 bis 200.“
Heinz Kinigadner über den Effekt des Wings for Life World Run.

„Wir sehen in der Stiftung die Fortschritte in der Forschung. Wir haben derzeit einige Studien am Laufen, bei denen ich voller Hoffnung bin, dass uns das eine oder andere Ergebnis einen Schritt vorwärts bringt.“
Heinz Kinigadner erkennt eine Entwicklung in der Rückenmarksforschung.

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