MotoGP World Championship

Ducati: Warum Topspeed-Rekord in Mugello „ein bisschen kompliziert“ wird

29. Mai 2021

Foto: (c) Motorsport Images

Einmal mehr ist Ducati mit einer Freitagsbestzeit in ein MotoGP-Wochenende gestartet - zum sechsten Mal am sechsten Wochenende der laufenden Saison 2021.

Beim Grand Prix von Italien in Mugello führt Francesco Bagnaia das Klassement nach den ersten beiden Freien Trainings an.

Dem Italiener ist im FP2 eine Rundenzeit von 1:46.147 Minuten gelungen. Damit fehlen Bagnaia schon am Freitag weniger als 0,7 Sekunden auf den bestehenden Mugello-Streckenrekord - aufgestellt im Qualifying vor zwei Jahren von Marc Marquez mit 1:45.519 Minuten.

Aber: Genau wie der Streckenrekord, so ist auch der Topspeed-Rekord am Freitag in Mugello noch nicht geknackt worden. Michele Pirro, der an diesem Wochenende die zweite Pramac-Ducati fährt, war mit 357,6 km/h der Schnellste auf der Geraden. Damit fehlen noch 4,8 km/h auf den von Pramac-Speerspitze Johann Zarco Ende März in Losail aufgestellten Rekord (362,4 km/h).

Wird der Topspeed-Rekord an diesem Wochenende überhaupt geknackt? "Das Problem ist, dass das Hinterrad auf dem Hügel am Ende der Gerade den Bodenkontakt verliert", bemerkt Zarco. "Das Vorderrad ist nicht das Problem. Denn das bleibt dank der Aerodynamik stabil auf dem Boden. Wenn aber das Hinterrad hochkommt, dreht es durch. Deshalb könnte es mit dem Topspeed[-Rekord] ein bisschen kompliziert werden. Dieser Sprunghügel ist womöglich unser Limit."

Bagnaia sieht "sieben oder acht" Siegkandidaten

"Ich hatte es heute aber gut unter Kontrolle", meint Zarco, den Tag generell zusammenfassend. Der Franzose hat den Freitag auf P11 der kombinierten Zeitenliste abgeschlossen, nachdem er als einer von nur zwei Piloten im FP2 langsamer war als im FP1. Der andere ist Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales, der am Vormittag P1 belegt hatte, sich im Tagesergebnis aber auf P8 wiederfindet.

Die Tagesbestzeit ging dank der FP2-Bestzeit an Bagnaia. Auf Nachfrage, wen er für den weiteren Verlauf des Wochenendes als größten Gegner sieht, antwortet der Ducati-Werkspilot: "Die Yamaha-Jungs, also Fabio, Maverick und auch Franco, sind sicherlich sehr stark. Morgen werden aber mit Sicherheit auch die anderen Ducati-Fahrer noch zulegen. Auch Suzuki darf man nicht vergessen. Ich glaube, es können sieben oder acht Piloten um den Sieg kämpfen."

Miller ohne Zeitattacke - Frust über "Cruiser" auf der Strecke

Während Bagnaia den Freitag als Schnellster abgeschlossen hat, reihte sich Teamkollege Jack Miller im Tagesergebnis auf P10, und damit direkt vor Zarco, ein. "Es ging mir heute vor allem darum, zu verstehen, wie sich das Bike mit gebrauchten Reifen verhält", erklärt der Sieger der beiden zurückliegenden Rennen (Jerez und Le Mans).

Und während andere in den Schlussminuten von FP2 mit dem Soft-Reifen unterwegs waren, "habe ich es zumindest noch mit dem Medium probiert, obwohl wir eigentlich überhaupt keinen frischen Reifen vorgesehen hatten", so Miller mit Verweis auf sein Programm am Mugello-Freitag.

Mit der Medium-Mischung ist Miller eine Rundenzeit von 1:46.688 gelungen - mehr aber nicht. Das lag nicht zuletzt daran, weil er auch noch aufgehalten wurde von einer Reihe von Piloten, die auf der Suche nach einem Windschatten langsam um die Strecke rollten.

"Ich denke, es wäre noch ein bisschen schneller gegangen. Dann aber bin ich auf eine Gruppe gestoßen, die gewartet hat wie in der Moto3-Klasse. Das war einfach dumm", meint Miller und fordert: "Ich finde, dass wir diejenigen sind, die zeigen sollten, wie man es richtig macht."

Auf Nachfrage, wer sich in jener Gruppe befand, antwortet Miller "Es waren die beiden Werks-Honda, dann noch einer mit einer Petronas-Yamaha, der ungefähr WM-Titel gewonnen hat, dann noch sein Halbbruder und ich weiß nicht, wer noch. Insgesamt waren es mindestens acht Fahrer, die da im Bereich der Kurven 2 und 3 einfach nur gewartet haben. Da habe ich meine Runde direkt abgebrochen."

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