Etappensieg für Djokovic: Gericht gibt Einspruch statt

10. Jan.

Foto: GEPA Pictures / Patrick Steiner

Der Krimi um die Teilnahme von Novak Djokovic an den Australian Open geht weiter - ob der Serbe tatsächlich in Melbourne starten kann, ist nach wie vor offen.

Dem Einspruch von Tennis-Star Novak Djokovic gegen seine verweigerte Einreise nach Australien wird stattgegeben. Das entschied ein Gericht am Montag in Melbourne. Welche Folgen das für die Teilnahme des Titelverteidigers an den in einer Woche beginnenden Australian Open hat (ab 17. Jänner LIVE bei ServusTV, im Stream & in allen Apps), bleibt aber zunächst unklar. Die Regierung hatte angekündigt, sie erwäge im Falle einer Aufhebung der Einreise-Verweigerung weitere Schritte, um Djokovic das Visum auch weiterhin zu verweigern.

Das bestätigte Regierungs-Anwalt Christopher Tran zum Ende der Verhandlung. Djokovic gelang damit im Commonwealth Law Courts Building von Melbourne ein erster wichtiger Sieg. Ob er seinen Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres aber wirklich verteidigen kann, werden die nächsten Tage zeigen. Zunächst einmal darf Djokovic aber das Abschiebe-Hotel, in dem er sich die letzten Tage aufgehalten hatte, verlassen. Zudem bekommt er seine persönlichen Dinge und Papiere zurück, wie Richter Anthony Kelly anordnete.

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Richter: "Was hätte Djokovic mehr tun können?"

Kelly hatte im ersten Teil der Verhandlung am Montag, in der die Anwälte von Djokovic ihre Sicht der Dinge darlegten, erklärt, er halte das Verhalten der Behörden für unverhältnismäßig. "Was hätte dieser Mann noch mehr tun können?", hatte Kelly gesagt.

Der Fall Djokovic sorgte seit Tagen für Wirbel weit über die Tennis-Szene hinaus. Dem 34-Jährigen war am Mittwochabend (Ortszeit) die Einreise am Flughafen in Melbourne verweigert worden. Er konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahme-Genehmigung, auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen, vorlegen. Djokovic wurde in ein Hotel für Ausreisepflichtige gebracht. Der Serbe hatte gegen die Entscheidung Einspruch eingelegt. Laut den Gerichtsdokumenten gab die Djokovic-Seite an, dass dieser am 30. Dezember vom medizinischen Chef des australischen Tennis-Verbands eine Ausnahme-Genehmigung erhalten habe.

Angebliche Corona-Erkrankung wirft Fragen auf

Ein positiver Corona-Test aus dem Dezember 2021 sollte ihm doch noch zur Teilnahme an den Australian Open verhelfen. Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic am 16. Dezember 2021 zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden sein soll. Es traten jedoch etliche Ungereimtheiten auf. Erstmals war der Tennis-Star während seiner heftig kritisierten Adria Tour im Juni 2020 positiv auf Corona getestet worden.

Schon vor dem Ärger um die Australien-Einreise war sein Impfstatus monatelang ein Thema für Diskussionen gewesen. Der Serbe hatte daraus ein Geheimnis gemacht und den Status als Privatsache bezeichnet. Dieser ist nun aber geklärt: Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic in der Befragung durch einen Beamten des australischen Grenzschutzes angegeben habe, "nicht gegen Covid-19 geimpft" zu sein.

Entscheidung im Fall Djokovic nicht mehr am Montag

Unterdessen steht fest, dass die Entscheidung, ob Novak Djokovic in der kommenden Woche tatsächlich an den Australian Open teilnehmen darf, sich weiter hinzieht. Nach Informationen der australischen Zeitung "The Age" wird Einwanderungs-Minister Alex Hawke nicht mehr am Montag darüber entscheiden, ob er von seinem persönlichen Recht Gebrauch macht, das Visum des serbischen Tennis-Stars doch wieder aufzuheben. Allerdings kann Hawke genau das in den nächsten Tagen noch tun.

Die Australian Open werden vom 17. bis 30. Jänner ausgetragen. Djokovic hat das Turnier neunmal gewonnen - so oft wie kein anderer. Er strebt seinen insgesamt 21. Grand-Slam-Titel an. Damit würde er seine Rivalen Rafael Nadal aus Spanien und Roger Federer aus der Schweiz abhängen und zum alleinigen Grand-Slam-Rekordsieger avancieren. (APA/red.)

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