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Formel 1: Die spannendsten Duelle der Geschichte

21. Sept.
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Foto: GEPA pictures/ XPB Images/ Batchelor

Was für ein WM-Zweikampf: Max Verstappen und Lewis Hamilton kollidierten in Monza. Es gab in der Geschichte der Formel 1 einige legendäre Duelle.

Der WM-Zweikampf zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton spitzt sich immer mehr zu. In Monza kollidierten die Formel-1-Titelrivalen zum zweiten Mal in den letzten fünf Rennen. Der Sport-Informations-Dienst (SID) erinnert an einige legendäre Duelle der Motorsport-Königsklasse.

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Formel 1 im Jahr 1976: Niki Lauda gegen James Hunt

Der Kampf des Perfektionisten aus Österreich gegen den englischen Playboy ist so etwas wie die Mutter der WM-Duelle. Und der Spannungsbogen der Saison 1976 bot sogar Material für die ganz große Leinwand: Der Kinofilm "Rush" erzählt von dem legendären Titelkampf. Niki Lauda war damals der Dominator der ersten Saisonhälfte und führte das Klassement mit großem Vorsprung an, als ihn sein Feuerunfall auf dem Nürburgring fast das Leben kostete. Nur 42 Tage später saß Lauda wieder in seinem Ferrari. Zum Saisonfinale reiste er schließlich mit noch drei Punkten Vorsprung auf James Hunt ins japanische Fuji. Bei strömendem Regen und schlechter Sicht stellte Lauda seinen Wagen kurz nach dem Start jedoch ab. "Das Leben ist mir wichtiger", sagte er damals. Hunt holte den nötigen dritten Platz und wurde mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister.

1984: Niki Lauda gegen Alain Prost

Laudas dritter WM-Titel ging als knappste Entscheidung in die Geschichte der Formel 1 ein. Nur ein halber Punkt trennte am Ende den damaligen McLaren-Piloten von seinem Teamrivalen Alain Prost. Wegen starker Regenfälle war der Grand Prix in Monaco vorzeitig abgebrochen worden. Sieger Prost bekam wie alle anderen Piloten nur die halbe Punktzahl. Zum Saisonfinale reiste der Franzose daher mit 3,5 Punkten Rückstand auf Lauda nach Portugal. Und trotz seines Sieges reichte es nicht für den Titel. Denn: Lauda fuhr von Startplatz elf auf den entscheidenden zweiten Platz.

1989 und 1990: Alain Prost gegen Ayrton Senna

1989 fiel die Titel-Entscheidung schon im vorletzten Rennen, in dieser Auflistung sollte sie dennoch nicht fehlen. Wenn man so will, steht das McLaren-Duell Prost gegen Ayrton Senna Pate für den WM-Kampf der Silberpfeile Hamilton und Rosberg in den Jahren 2014 bis 2016. Beim Großen Preis von Japan in Suzuka eskalierte der Streit schließlich. Senna musste gewinnen, um seine Chancen zu wahren, und attackierte den in Führung liegenden Prost. Doch der machte die Lücke zu, es kam zur Kollision. Prost stieg aus, Senna fuhr weiter, gewann und wurde nachträglich disqualifiziert. Prost sicherte sich damit seinen dritten WM-Titel. Im Jahr darauf drehte Senna an gleicher Stelle den Spieß um: Kollision der Rivalen in Kurve eins, Senna war Weltmeister vor dem mittlerweile für Ferrari fahrenden Prost.

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Formel 1 im Jahr 1994: Michael Schumacher gegen Damon Hill

Vor seinem ersten WM-Titel ging es hoch her für Michael Schumacher. Wegen Schummel-Vorwürfen gegen ihn und Benetton wurde der Kerpener im Laufe des Jahres zweimal disqualifiziert und für zwei Rennen gesperrt. Dennoch kam der heutige Rekordweltmeister zum letzten Rennen des Jahres mit einem Punkt Vorsprung auf Damon Hill im Williams. Als Schumacher in Australien von der Strecke rutschte, sah Hill die Chance vorbeizuziehen, doch es kam zur Kollision. Schumacher blieb stehen, Hill musste wenig später in der Box aufgeben. Der erste von sieben Titeln für Schumacher war perfekt.

1997: Michael Schumacher gegen Jacques Villeneuve

In seinem zweiten Ferrari-Jahr war Schumacher dem Titel schon ganz nahe. Mit einem Punkt Vorsprung auf Jacques Villeneuve im Williams reiste er zum Finale nach Spanien. Der Kanadier musste etwas riskieren, doch als er einen Überraschungsangriff startete, kollidierten die Rivalen. Schumacher konnte das Rennen nicht beenden, Villeneuve wurde Dritter und sicherte sich den Titel. Anders als beim Zusammenstoß mit Hill drei Jahre zuvor gab es in diesem Fall kaum Zweifel an Schumachers Schuld am Unfall. Dem Kerpener wurden alle WM-Punkte aberkannt.

2008: Lewis Hamilton gegen Felipe Massa

Näher war ein Nicht-Weltmeister dem Titel wohl noch nie: Felipe Massa gewann das letzte Saisonrennen in seiner Heimat Brasilien und jubelte bei der Zieleinfahrt schon. In der Ferrari-Box fielen sich Mechaniker, Familie und Freunde Massas in die Arme, Freudentränen flossen. Doch bei einem Blick auf die TV-Bildschirme froren die Gesichter ein: Lewis Hamilton überholte in der vorletzten Kurve doch noch den Deutschen Timo Glock und holte den nötigen fünften Platz. Der Engländer war mit einem Punkt Vorsprung auf Massa erstmals Weltmeister.

2012: Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso

Seinen dritten WM-Titel hatte Sebastian Vettel einer grandiosen Aufholjagd zu verdanken. Nach dem Großen Preis von Italien im September schien der WM-Sieg bereits an Fernando Alonso im Ferrari vergeben. Doch der Red-Bull-Pilot gewann die folgenden vier Rennen und schob sich im Klassement wieder am Spanier vorbei. Nach Brasilien reiste er mit vermeintlich beruhigenden 13 Punkten Vorsprung. Doch eines der aufreibendsten Finals der Geschichte sorgte noch einmal für Hochspannung. Schon in der ersten Runde drehte sich der Titelverteidiger und fuhr dem Feld hinterher, virtuell war Alonso in diesem Moment Weltmeister. Doch bei starkem Regen kämpfte sich der Deutsche durch das Feld und beendete das Rennen auf Rang sechs. Alonsos zweiter Platz reichte nicht mehr: Vettel war mit drei Punkten Vorsprung erneut Champion.

2014 bis 2016: Nico Rosberg gegen Lewis Hamilton

Im ersten Jahr der Mercedes-Dominanz war Nico Rosberg schon relativ nah dran an seinem Premieren-Titel. Mit 17 Zählern Rückstand auf Hamilton ging er in Abu Dhabi an den Start, das in dem Jahr als "Abu Double" Schlagzeilen machte. Doppelte Punkte gab es für alle Platzierungen, Rosbergs Chancen waren intakt. Der Deutsche ging von der Pole ins Rennen - doch danach lief alles schief. Er verlor den Start gegen Hamilton und rutschte später wegen Problemen am Hybridsystem aus den Punkterängen. Hamilton fuhr locker zum Titel. Im Jahr darauf war Rosberg chancenlos, bereits drei Rennen vor Ende der Saison sicherte sich Hamilton in Austin den Titel. 2016 drehte Rosberg dann den Spieß um. Nach einer Saison auf Augenhöhe holte der Deutsche mit einem zweiten Platz hinter Hamilton beim Finale in Abu Dhabi seinen ersten Titel. Und trat danach überraschend zurück.

Formel 1 im Jahr 2021: Lewis Hamilton gegen Max Verstappen

Das WM-Duell zwischen dem gereiften Hamilton, mittlerweile 36 Jahre alt, siebenmaliger Weltmeister und von der Queen in den Adelsstand erhoben, und Max Verstappen (23) ist zwar noch im vollen Gange. Allerdings folgt eine Eskalation auf die andere. Seit Saisonbeginn setzen ihre Teams Mercedes und Red Bull auf sportpolitischer Bühne jeden Hebel in Bewegung, um die Gegenseite einzubremsen. Die Fahrer schenken sich auf der Strecke nichts. Zu Saisonbeginn verliefen die Zweikämpfe noch glimpflich.

Seit dem Großen Preis von Großbritannien im Juli, als Hamilton und Verstappen in Runde eins kollidierten, Verstappen zum Check im Krankenhaus weilte und Hamilton gleichzeitig seinen Sieg euphorisch feierte, geht es auch zwischen den Top-Stars giftig zu. In Monza die nächste Eskalationsstufe: Beide gaben sich Rad an Rad in der Schikane keinen Millimeter Platz, beide schieden aus. Hamilton wurde durch seinen Cockpit-Schutz Halo vor dem heranfliegenden Red Bull Verstappens geschützt. Die Schuld an dem Vorfall gaben beide jeweils dem anderen. (SID/red.)

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