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FIA Formula One World Championship

Formel 1: Hamilton-Rekord verschoben

27. Sept.
Valtteri Bottas; Mercedes; Formel 1; September 2020

Foto: (C) GEPA pictures/ XPB Images/ Batchelor

Valtteri Bottas profitierte beim GP von Russland von Hamilton-Strafe. Räikkönen erreichte einen Meilenstein.

Lewis Hamilton muss bis zum Siegrekord in der Formel 1 noch ein bisschen länger warten. Der erste Platz beim Großen Preis von Russland in Sotschi ging am Sonntag nicht an den Briten, sondern an seinen Mercedes-Teamrivalen Valtteri Bottas. Der Finne, der von Strafen gegen Hamilton profitierte, feierte seinen neunten Grand-Prix-Sieg. Max Verstappen holte als Zweiter den ersten Podestplatz für Red Bull in Sotschi. Auch der zweite Formel-1-Finne Kimi Räikkönen durfte sich freuen.

Hamilton musste im Rennen zwei Fünf-Sekunden-Strafen absitzen, weil er vor Beginn Startübungen außerhalb der dafür vorgesehenen Zone in der Boxenausfahrt durchgeführt hatte. Damit war seine Rekordjagd ziemlich schnell zum Scheitern verurteilt. Bottas überholte Verstappen am Start, anschließend war Hamiltons Unheil sein Glück.

Hamilton behielt aber freilich seine komfortable Führung in der WM-Wertung. Bottas machte gegenüber dem Titelfavoriten immerhin elf Zähler gut, 44 Punkte beträgt nun sein Rückstand. Als sicherer Dritter ist Verstappen mit 77 Punkten gegenüber Hamilton im Minus.

Bottas bedankte sich bei Kritikern

"Es ist ein schöner Moment, um mich bei meinen Kritikern zu bedanken", sagte Bottas nach 53 Runden süffisant aus seinem Cockpit. Es folgte ein englischer Kraftausdruck, den die internationale Regie mit einem lauten Piepsen übertönte. Für den 31-Jährigen war es der zweite Sieg in der Saison 2020 nach dem Auftakt in Spielberg. Manche meinen, Bottas hätte im Lauf der Saison genügend Chancen gehabt, öfter zu gewinnen. "Es ist schön, wieder einen Sieg zu holen, denn das war schon lange nicht mehr der Fall. Jetzt muss ich das Momentum am Leben halten."

Hamilton wollte nicht auf seine unerlaubten Probestarts eingehen. "Ich nehme die Punkte und mache weiter. Gratulation an Valtteri zum Sieg", sagte der 35-Jährige. "Es ändert jetzt nichts mehr an der Sache." Verstappen freute sich indes darüber, im Mercedes-Sandwich zwischen Bottas und Hamilton gelandet zu sein. "Ich habe nur versucht, mein eigenes Rennen zu fahren. Ich bin sehr glücklich mit dem zweiten Platz nach zwei Ausfällen", betonte der Niederländer.

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Nach mehreren Zwischenfällen nach dem Start rollte in der ersten Runde gleich einmal das Safety Car auf die Strecke. Unmittelbarer Grund dafür waren die beschädigten Autos von Carlos Sainz (McLaren) und Lance Stroll (Racing Point) sowie abgebrochene Teile, die weggeschafft werden mussten. Nach fünf Runden erfolgte der fliegende Neustart. Danach konnte sich Hamilton nicht deutlich von Bottas absetzen. Der Brite musste wegen seiner weichen Reifen früher an die Box als Bottas und Verstappen, die auf Medium-Walzen unterwegs waren.

Hamilton: "Das ist einfach nur lächerlich"

Hamilton erledigte das am Ende der 16. Runde und büßte dabei seine zwei Strafen in einem Aufwaschen ab. "Das ist einfach nur lächerlich", kommentierte er die Entscheidung der Renn-Stewards, die ihn ins Mittelfeld zurückwarf. So war der Weg frei für Bottas. Der 31-Jährige hängte Verstappen entscheidend ab, Hamilton konnte ihm erst recht nicht mehr gefährlich werden.

Hinter Sergio Perez (Racing Point) und Daniel Ricciardo (Renault) belegte Charles Leclerc im Ferrari den sechsten Platz. Alexander Albon ergatterte im zweiten Red Bull als Zehnter gerade noch einen mageren Punkt. Sebastian Vettel, der zweite Mann bei Ferrari, ging auf Rang 13 leer aus.

Kimi Räikkönen sorgte indes dafür, dass trotz des Hamilton-Schlamassels ein markanter Rekord erreicht wurde. Der Finne im Alfa Romeo beendete sein 322. Rennen in der Formel 1 als 14. Damit zog er in der Einsatzstatistik mit dem Brasilianer Rubens Barrichello gleich, der lange in dieser Wertung geführt hatte. "Ich muss bekennen, dass ich dachte, niemand würde dieser Zahl nahe kommen", richtete Barrichello in einer an Räikkönen gerichteten Video-Botschaft aus. Ob Räikkönen nächstes Jahr noch in der Formel 1 fährt, ist ungewiss. (APA/Red)

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