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Franco Foda: „Klarheit ist im Fußball immer wichtig”

16. Nov.
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Foto: (C) GEPA pictures/ Matic Klansek

Jetzt ist es fix. Franco Foda wird das ÖFB-Team im Frühjahr in die Playoffs um ein WM-Ticket führen. Bis dahin steht die große Analyse am Programm.

Vier Monate vor den Entscheidungsspielen herrscht Klarheit darüber, wer Österreichs Fußball-Nationalteam über das Playoff doch noch zur WM nach Katar führen soll. Franco Foda erhielt rund um das letzte Länderspiel des Jahres gegen die Republik Moldau (4:1) von der neuen ÖFB-Führung um Präsident Gerhard Milletich das Vertrauen ausgesprochen. Der Deutsche glaubt daran, mit seinem Team im März möglicherweise auch größere Gegner ausschalten zu können.

Die Teamchef-Diskussionen der vergangenen Wochen seien für ihn kein großes Problem gewesen, betonte Foda. „Generell ist Klarheit im Fußball aber immer wichtig", meinte der 55-Jährige. „Weil es geht nicht nur um den Trainer, sondern auch um das Innenleben einer Mannschaft." Für dieses sei Ruhe immer gut.

Es sei nicht im Vorfeld abgesprochen gewesen, dass er bei zwei Siegen zum Abschluss der WM-Qualifikation im Amt bleibe, sagte Foda. Insofern freute er sich über die Bestätigung, die Milletich am Montagabend nach dem Moldau-Spiel (4:1-Sieg) öffentlich machte. „Ich bin gern Nationaltrainer, die Arbeit macht mir riesigen Spaß", erklärte Foda. „Ich arbeite sehr, sehr gerne mit den Spielern zusammen, wir haben ein gutes Team. Von dem einen oder anderen wurde das ja oft anders interpretiert."

Im Playoff drohen Italien oder Portugal

Foda ist seit November 2017 im Amt. Sein Vertrag läuft bis zum Playoff und würde sich bei einer WM-Teilnahme bis nach dem Turnier Ende 2022 in Katar verlängern. Auf ein Statement der Mannschaft, mit ihm weitermachen zu wollen, wollte er das abschließende Länderspiel-Doppel in Klagenfurt mit Siegen gegen Israel (4:2) und Moldau aber nicht reduziert wissen. „Warum sollte sie für oder gegen einen Trainer spielen? Es geht ja letztendlich um den ÖFB. Wir wollen alle erfolgreich sein."

Im Idealfall auch im Playoff, in dem man im Halbfinale am 24./25. März zuerst auswärts antreten muss. Bei der Auslosung am 26. November in Zürich drohen Kaliber wie Europameister Italien oder Portugal. „Wir wissen, dass dort schwierige Gegner auf uns warten, keine Frage", sagte Foda. Hoffentlich seien im März aber - im Gegensatz zum Herbst - alle ÖFB-Spieler topfit und im Spielrhythmus. „Dann sind wir absolut in der Lage, uns noch für die WM zu qualifizieren."

Wunschkontrahenten hat Foda nicht. „In den Play-off-Spielen gibt es keine leichten Gegner mehr, da sind alle irgendwo auf Augenhöhe." Ein oder zwei Mannschaften seien möglicherweise „etwas besser positioniert". Man habe aber genügend Zeit, sich mit dem Widersacher zu beschäftigen. Auch die möglichen zweiten Hürden kennt man am 26. November bereits. Foda: „Es ist sicher kein Nachteil, weil man über den nächsten Gegner wirklich sehr ins Detail gehen kann, wo Stärken und Schwächen liegen."

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Ohne Hunger kein Erfolg

Hoffnung schöpft der Teamchef aus der EM. Da sei man im Auftaktspiel gegen Nordmazedonien (3:1) „auf den Punkt da" gewesen. Das soll Ende März wieder passieren. „Wir wissen ja, in einem Spiel ist immer alles möglich." Auch das habe die Europameisterschaft im Sommer gezeigt. „Mit etwas Glück hätten wir auch gegen Italien gewinnen können." Das Achtelfinale ging nach Verlängerung aber 1:2 verloren. Möglicherweise gibt es im März eine Chance zur Revanche.

Foda sieht die Teamkicker bis dahin nicht. Das Playoff-Halbfinale ist bereits das nächste Länderspiel. Er habe seinen Spielern gesagt, es sei wichtig, dass man hungrig bleibe, erzählte der Nationaltrainer. „Das sind die erfolgreichen Spieler und auch die erfolgreichen Menschen. Wenn man den Hunger verliert, wird man irgendwann auf der Strecke bleiben." Daher sei es wichtig, gegen jeden Gegner 100 Prozent abzurufen.

Er selbst wird demnächst mit Trainerteam und sportlicher Führung noch einmal das Jahr aufarbeiten, die wenig zufriedenstellend verlaufene WM-Quali reflektieren. „Natürlich hatten wir Probleme. Wir hatten viele verletzte Spieler, mussten immer wieder umstellen, improvisieren, neue Wege suchen", sagte Foda. „Trotz allem wäre es möglich gewesen, zumindest den zweiten Platz zu belegen. Das müssen wir schon noch einmal Revue passieren lassen, warum das nicht der Fall war."

Foda erklärt Lindner vs. Bachmann

Am Ende fehlte ein Tor, um Israel im Fernduell zumindest noch Rang drei abzuluchsen - man hätte es gegen die überforderten Moldauer leicht schießen können. Foda kritisierte die Chancenauswertung als „einziges Manko". Es hätte aber auch Phasen im Spiel gegeben, in denen ihm das Tempo zu niedrig war. „Es wird gegen bessere Gegner notwendig sein, dass man über 90 Minuten immer extrem hohes Tempo spielt, immer wieder den Gegner unter Druck setzt."

Der abschließende Lehrgang des Jahres wurde als positiv verbucht. „Wir waren kreativ", sagte Foda. Man habe acht Tore erzielt, aber auch drei kassiert. „Insgesamt haben wir in der WM-Quali zu viele Gegentore erhalten." 17 waren es an der Zahl. Dass er gegen Moldau Heinz Lindner statt Daniel Bachmann ins Tor stellte, hatte laut Foda aber keine sportlichen Gründe. Bachmann war vorbelastet, hätte bei einer zweiten Gelben Karte in der WM-Quali im Playoff-Halbfinale gesperrt gefehlt.

Foda kritisiert FIFA-Regularien

Foda kritisierte in diesem Zusammenhang das Regulativ des Weltverbandes FIFA: „Es ist ein Wahnsinn, dass man die Gelben Karten mitnimmt. Eigentlich ist das Wettbewerbsverzerrung." Zumal in Fünfergruppen nur acht Spiele zu absolvieren waren. In Sechsergruppen wie jener des ÖFB-Teams dagegen zehn. Foda sieht dadurch ein höheres Risiko für Sperren im Playoff. „Insofern ist das nicht ganz gerecht. Ich hoffe auch bei der FIFA mal, dass sie das überdenken." (APA/Red.)

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