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Fußball-EM: England gegen Dänemark um großen Final-Moment

7. Juli
SAINT PETERSBURG,RUSSIA,14.JUL.18 - SOCCER - FIFA World Cup 2018, international match, third place playoff, Belgium vs England. Image shows head coach Gareth Southgate (ENG).

Foto: GEPA Pictures / SNA / Alexei Danichev

Wer folgt Italien ins EM-Finale? Favorit England geht mit Heimvorteil ins Halbfinal-Duell mit Dänemark - der Außenseiter will seine emotionale Reise mit dem Endspiel krönen.

Im zweiten EM-Halbfinale zwischen England und Dänemark treffen zwei Welten aufeinander. Ein Scheitern der auf dem Spielfeld bislang so kühl und konzentriert auftretenden Engländer in der heimischen Fußball-Kathedrale würde eine ganze Nation ins Tal der Tränen stürzen. Die unbequemen und hoch emotionalisierten Dänen haben am Mittwoch (21:00 Uhr) dagegen längst nichts mehr zu verlieren. Den Nordmännern winkt wie 1992 ein Überraschungs-Coup.

"Für mich und einige der anderen erfahrenen Spieler ist das die letzte Gelegenheit, bei einem großen Turnier in Wembley zu spielen. Was für eine Möglichkeit. Was für ein Moment das sein wird", schwärmte Englands Kapitän Harry Kane am Dienstag in einem BBC-Interview. Es geht um nicht weniger als ein Ereignis, auf das Generationen von Engländern warten müssen: Seit dem WM-Titel 1966 haben die "Three Lions" kein Endspiel mehr bei einem großen Turnier erreicht.

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In dieser Hinsicht hat Dänemark als Europameister von 1992 dem Favoriten etwas voraus. Lassen ausgerechnet die Nordländer die Stimmung auf der Insel kippen? "Die Motivation für uns ist, dass wir die Zuschauer zum Schweigen bringen", sagte Trainer Kasper Hjulmand. Für ihn ist das "Auswärtsspiel" auch nicht unbedingt ein Nachteil. "Es gibt eine psychologische Komponente im Spiel. Sie haben viele Fans, aber wir dürfen nicht vergessen, dass auch viel Druck und hohe Erwartungen auf ihnen lasten. Es wird also nicht so leicht für sie. Wir wissen, dass wir diese Situation ausnutzen müssen", sagte der 49-Jährige.

Sein Team hat bekanntlich eine hoch dramatische Reise durch dieses Turnier erlebt. Die Szenen, wie Spielmacher Christian Eriksen auf dem Platz wiederbelebt werden musste, gingen um die Welt. Natürlich käme der erste Final-Einzug seit fast drei Jahrzehnten einem Fußball-Märchen gleich. Italien oder Spanien würden warten.

Dazu werden Simon Kjaer & Co. aber zwölf Mann überwinden müssen. Bis zu 67.500 Menschen werden im Londoner Wembley-Stadion fast ausschließlich England nach vorne peitschen, das Gros der reisefreudigen Dänen wird von britischen Corona-Beschränkungen ausgesperrt. Nur dänische Staatsbürger, die in England leben, können auf den Rängen dabei sein. Immerhin hat sich royale Unterstützung angesagt. Dem Vernehmen nach werden der sportaffine Kronprinz Frederik und seine Frau Kronprinzessin Mary samt Sohn Christian im Wembley logieren.

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Dänen-Coach Hjulmand stichelt

Der Außenseiter setzt erwartungsgemäß auf das Kollektiv. Kapitän Kjaer, Champions-League-Sieger Andreas Christensen und "Sechser" Thomas Delaney geben dem Team die notwendige Stabilität. In der Offensive kompensieren die jungen Mikkel Damsgaard, Kasper Dolberg & Co. den Eriksen-Ausfall bravourös. Und der Trainer setzt im Vorfeld die ersten Nadelstiche. "Sie müssen sehr, sehr gut sein, um uns zu schlagen", warnt Hjulmand die Engländer vor seinem Team.

Das hatte die "Three Lions" im bisher letzten Aufeinandertreffen, am 14. Oktober 2020 in der Nations League, ausgerechnet in Wembley mit 1:0 bezwungen. Das Goldtor erzielte damals Eriksen per Elfmeter. "Wir sind überzeugt, dass wir eine Chance haben in diesem Spiel. Letztes Jahr in Wembley gibt uns den Glauben daran, na klar", gibt sich Hjulmand vor dem Duell optimistisch. Statt Nervosität würde im dänischen Lager die Vorfreude überwiegen. "Das ist etwas, wovon man schon als Kind träumt", betonte der Ex-Mainz-Coach.

Bei allem womöglich berechtigen Hype um die dänische Truppe gilt es aber eines zu bedenken: Einen grandios aufspielenden Gegner hat sie im Turnierverlauf bislang nicht bezwungen. Zwar sorgte das Weiterkommen nach der Vorrunde trotz zweier Niederlagen zum Auftakt mit einem dann überzeugenden 4:1 gegen Russland einen gewaltigen Schub. Doch Wales war dann im Achtelfinale (4:0) kein allzu großer Prüfstein. Und zuletzt im Viertelfinale gegen die Tschechen (2:1) ging eben jenen im Finish merklich die Luft aus.

Southgate beschwört die Euphorie

Ähnlich verhält es sich allerdings mit den Engländern. Sie warfen unter dem jetzigen Vorzeige-Pragmatiker Southgate nach dem Pflicht-Aufstieg aus der Gruppe ein eher enttäuschendes deutsches Team (1:0) und danach defensiv ungeordnete Ukrainer (4:0) aus dem Turnier. Den Fans ist das jedoch einerlei - und vielleicht hat Southgate ja tatsächlich eine perfekt geölte Turnier-Maschine geformt.

Das größte Plus des Teams ist die Defensive, die mit Abwehr-Kante Harry Maguire nochmal stabiler wurde und noch immer kein Gegentor kassiert hat. Mitverantwortlich dafür sind die immens ballsicheren Sechser Declan Rice und Kalvin Phillips, die zwar das Risiko mit dem Ball, dafür aber keinerlei Drecksarbeit scheuen. Und auch die breit aufgestellte Offensive um Dreifach-Torschütze Kane ist zuletzt merklich in Fahrt gekommen.

Alles in allem ist die Euphorie längst geschürt. "Die Chance, unseren Fans und dem ganzen Land Glück und großartige Nächte zu bescheren, ist etwas ganz Besonderes", unterstrich der 50-jährige Southgate gegenüber der BBC. "Bei diesen Spielen wird man sich später daran erinnern, wo man war. Die schönsten Nachrichten sind hinterher die, in denen die Menschen wertschätzen, was die Spieler geleistet haben. Dass sie sich mit ihnen verbunden fühlen. Darauf sollten sie sehr stolz sein", so Southgate. (APA/red.)

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