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Fußball-EM: ÖFB-Team hat gegen Ukraine Achtelfinal-Einzug im Visier

21. Juni
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Foto: GEPA Pictures / Christian Walgram

Es winkt nicht weniger als das erste EM-Achtelfinale: Dem ÖFB-Team reicht dafür gegen die Ukraine wohl ein Remis, doch darauf will es Teamchef Foda nicht ankommen lassen.

Österreichs Fußball-Nationalteam greift am Montag in Bukarest nach dem ersten Achtelfinal-Einzug bei einer EM-Endrunde. Mit einem Sieg gegen die Ukraine hätten die Österreicher den Aufstieg als Gruppen-Zweiter sicher. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde auch ein Remis reichen, Teamchef Franco Foda will es aber nicht darauf anlegen. Nur die vier besten von sechs Gruppen-Dritten kommen weiter.

"Wir wollen dieses Spiel für uns entscheiden. Das ist die Intention, weil nach wie vor nicht zu 100 Prozent sicher ist, dass ein Unentschieden für uns reicht", betonte Foda. Das sei auch der große Unterschied zu Gijon 1982. Damals wusste das ÖFB-Team, dass mit einer 0:1-Niederlage gegen Deutschland beide Mannschaften bei der WM weiter sind. "Wir wissen das nicht, weil nach uns noch viele Spiele stattfinden. Also ist unsere Situation eine ganz andere als damals 1982."

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"Großes Ziel, dass noch keiner erreicht hat"

Das große Rechnen könnten sich die Österreicher mit ihrem zweiten EM-Sieg nach dem 3:1 zum Auftakt gegen Nordmazedonien ersparen. "Wir haben die erste kleine Geschichte geschrieben mit dem Sieg", sagte Foda. "Jetzt gilt es einfach für das Land, für Österreich, alles zu unternehmen, um dieses große, große Ziel zu erreichen, das noch niemandem gelungen ist. Da müssen wir alle anpacken, das wird unsere Aufgabe sein."

Mit welcher Formation er das tun will, ließ der Teamchef offen. Die Ukraine erwartet er anders als die beiden ersten EM-Gegner in einem 4-3-3. Theoretisch könne man auch am eigenen System (3-5-2 bzw. 5-3-2) etwas ändern. "Wir sind flexibel, wir sind variabel." Definitiv nicht zur Verfügung steht Valentino Lazaro wegen seiner Muskelverletzung im Oberschenkel. Kapitän Julian Baumgartlinger absolvierte am Sonntag zumindest den medienöffentlichen Teil des wegen der Regenfälle der letzten Tage in ein Ausweichstadion verlegten Abschluss-Trainings.

Im Gegensatz zu Baumgartlinger wird der gegen die Niederlande (0:2) gesperrte Marko Arnautovic in der Startformation stehen. "Wir haben uns festgelegt, dass Marko von Anfang an spielen wird", sagte Foda nach der Landung in Bukarest. Für den 32-jährigen Stürmer wird es der erste Länderspiel-Einsatz von Beginn an in diesem Jahr. Der China-Legionär war gegen Nordmazedonien eine halbe Stunde vor Schluss eingewechselt worden, nachdem ihm zuvor in der EM-Vorbereitung eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu schaffen gemacht hatte. "Er hat viele Qualitäten, die gerade auch im Spiel gegen die Ukraine von großer Wichtigkeit für uns sind", meinte Foda.

Arnautovic stürmt von Beginn an

Arnautovic hat in bisher 89 Länderspielen für Österreich 27 Tore erzielt - zwei davon beim bisher letzten Duell mit den Ukrainern am 1. Juni 2012 in Innsbruck (3:2). Als Angriffspartner kommen wohl Christoph Baumgartner und Sasa Kalajdzic infrage. Den gegen die Niederlande vermissten Tiefgang im Offensivspiel zu erzeugen, hänge laut Foda aber nicht von der Anzahl der nominellen Sturmspitzen ab. "Marko hat in seinem Spiel Tiefe. Entscheidend ist, dass man auch aus dem Mittelfeld mal diese Läufe macht."

Offen ließ Foda, wie viel man in der Schlussphase riskieren würde, wenn es tatsächlich Unentschieden stünde. "Da muss man sehen, was ein Spiel hergibt, wie die Spielentwicklung ist." Man habe vor jeder Partie einen Plan, welche Veränderungen man bei bestimmten Ereignissen vornehmen wolle. "Man muss abwarten, in welche Richtung sich das Spiel tendenziell entwickelt. Jedes Spiel birgt ein gewisses Risiko." Von Beginn an wollen die Österreicher jedenfalls so auftreten, dass sie gewinnen wollen. "Ich glaube nicht, dass man von der ersten Minute an auf ein Remis spielen kann", meinte Foda.

Als Schlüsselspieler der Ukrainer nannte der Deutsche neben den EM-Doppel-Torschützen Andrij Jarmolenko und Roman Jaremtschuk auch Ruslan Malinowskyj (Atalanta Bergamo) und Oleksandr Sintschenko (Manchester City). "Sie sind in der Offensive extrem gut in Eins-gegen-Eins-Situationen. Sie sind gut im Umschaltspiel. Ich gehe davon aus, dass sie gegen uns in einem kompakten Block stehen werden wie über weite Strecken gegen Holland (2:3)."

ÖFB-Team will auf Sieg spielen

Die Ukrainer müssen nicht auf Sieg spielen. In den bisherigen acht EM-Partien ihrer Geschichte sind sie noch nie ohne Gegentor geblieben. Wie Österreich haben die Osteuropäer bei kontinentalen Endrunden bisher keine Gruppenphase überstanden. Zumindest für eines der beiden Teams wird das Warten ein Ende haben. Sollte es einen Verlierer geben, muss dieser womöglich bis Mittwoch, dem Abschluss aller Gruppenspiele, zittern.

"Wenn wir das Spiel gewinnen, wissen wir es direkt nach dem Spiel. Bei jedem anderen Ergebnis müssen wir abwarten. Wichtig ist, dass wir ins Achtelfinale kommen", betonte Foda. Ob als Gruppen-Zweiter oder -dritter sei letztlich egal. "Wenn wir Zweiter werden, ist es umso besser. Wenn wir es über den dritten Platz schaffen, ist es auch o.k. Das Wunderbarste ist, dass wir die erste (österreichische) Mannschaft sein können, die ins Achtelfinale kommt."

Schon in der EM-Quali 2019 hätte sein Team nach einem Fehlstart unter Druck jedes Spiel gewinnen müssen. "Das haben wir getan, die Mannschaft ist an gewissen Situationen gewachsen." Nun gelte es, eine "optimale Leistung" abzurufen. "Die werden wir benötigen, weil die Ukraine eine sehr gute Mannschaft hat." Als Lohn würde auf die ÖFB-Auswahl das erste K.o.-Spiel bei einer großen Endrunde seit der WM 1954 warten. Bei den WM-Aufstiegen 1978 und 1982 wurde jeweils eine zweite Gruppenphase ausgetragen. (APA/red.)

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