Fußball: Rose und Mönchengladbach – wie lange geht das noch gut?

22. Feb. 2021

Foto: GEPA Pictures / Andreas Gumz / Nordphoto / POOL via Witters

Nach dem Wechsel-Wirbel um Trainer Marco Rose wird die Unruhe bei Borussia Mönchengladbach immer größer - die Hammer-Spiele der nächsten Wochen kommen zur Unzeit.

Der erschöpft und niedergeschlagen wirkende Marco Rose gab sich keinen Illusionen hin. "Jetzt wird es möglicherweise noch unruhiger im Umfeld", sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach nach dem schmerzhaften 1:2 (1:1) gegen den abstiegsbedrohten FSV Mainz 05. Die "bittere Niederlage" am Ende einer turbulenten Woche nahm Rose nach dem Wechsel-Wirbel um seine Person "auf meine Kappe".

Durch seinen angekündigten Abgang zum Liga-Rivalen Borussia Dortmund hatte sich Rose den Zorn der Fans zugezogen. Es sei "eine Menge Unruhe" entstanden, räumte der 44-Jährige ein. "Denn alles, was diese Woche passiert ist, was auf die Jungs eingeprasselt ist, hat auch aufgrund meiner Person stattgefunden." Daher verstehe er, dass die Pleite gegen Mainz mit seinem Wechsel in Zusammenhang gebracht werde. "Und dafür trage ich die Verantwortung."

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Vorerst noch Rückendeckung für Rose

Dennoch genießt Rose bei den Verantwortlichen vorerst weiter Rückendeckung. Sportdirektor Max Eberl antwortete am Sonntag mit einem einfachen "Nein" auf die Frage, ob er aktuell die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung sehe. Er bleibe dabei, dass Rose der beste Trainer für Gladbach sei, betonte Eberl. Und er habe "nullkommanull Zweifel, dass wir das hinbekommen. Wir sind so stark, dass wir diese Einschläge verkraften können".

Und doch sorgen die aktuellen Zahlen und die bevorstehenden Aufgaben rund um den Borussia-Park für Alarmstimmung. Nach nur zwei Zählern aus vier Spielen liegen die auf Rang acht zurückgefallenen Gladbacher schon neun Punkte hinter den anvisierten Champions-League-Plätzen. "Man sieht, dass andere Mannschaften eine bessere Form haben als wir", sagte Rose und verwies auf Eintracht Frankfurt und den VfL Wolfsburg.

Soll Roses zweijährige Amtszeit kein unrühmliches Ende nehmen, muss er jetzt die Wende schaffen. Es gehe nun darum, "Vertrauen und Ruhe ins Umfeld zu bekommen", sagte er. Rose selber könne damit umgehen und leben. Aber: "Ich muss klare Signale an meine Jungs aussenden."

Gladbach mit Hammer-Programm

Auf die Fohlen warten Hammer-Spiele. Am Mittwoch steht in Budapest das Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse gegen Manchester City an. In der Liga wartet das Gastspiel bei RB Leipzig. Und dann kommt ausgerechnet Dortmund zum DFB-Pokal-Viertelfinale nach Mönchengladbach (LIVE bei ServusTV und im Stream). Laut Informationen der Rheinischen Post sei sich Rose mit dem BVB grundsätzlich schon im November einig gewesen. "Ich hatte das erste Treffen mit Dortmund in der Winterpause, nach Weihnachten", sagte Rose hingegen in der ARD-Sportschau.

Die Spieler stellten sich zumindest öffentlich hinter ihren Trainer. Die Entscheidung von Rose sei "sicher nicht der Grund dafür, dass wir das Spiel verloren haben", sagte Torhüter Yann Sommer. Es sei zwar schade, dass er gehe. "Aber wir als Mannschaft akzeptieren seine Entscheidung".

Lars Stindl, der bei der Heimpleite gegen Mainz den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte, suchte ebenfalls nach sportlichen Gründen für den Rückschlag. Offensiv sei es einfach "zu wenig und nicht zielstrebig" gewesen. "Wir müssen wieder viel präsenter in der Box sein und zu gefährlichen Abschlüssen kommen, um solche Partien zu gewinnen", forderte der Kapitän. Und Rose? Er wolle in den kommenden Spielen wieder "mehr Gier und mehr Sprints zum Tor" sehen, meinte der Coach. (SID/red.)