Fußball: Salzburg will nach Rapid-Gala auch „Gelbes U-Boot“ versenken

25. Feb. 2021

Foto: GEPA Pictures / David Geieregger

Die Aufgabe für Red Bull Salzburg könnte wahrlich leichter sein: Die "Bullen" müssen in Villarreal ein 0:2 aufholen - Trainer Marsch fordert einen "angstlosen" Auftritt von seiner Elf.

Mit einem 0:2 aus dem Hinspiel, aber auch viel Selbstvertrauen nach der dominanten Vorstellung gegen Rapid fährt Serien-Meister Red Bull Salzburg nach Villarreal. "Das war perfekt für uns, eines unserer besten Saison-Spiele", schwärmte Coach Jesse Marsch vor dem Abflug. Auch ihm war freilich klar, dass eine Top-Leistung her muss, soll am Donnerstag der Aufstieg ins Achtelfinale der Europa League gelingen.

So groß die Enttäuschung nach der etwas dürftigen Vorstellung gegen das "Gelbe U-Boot" von Villarreal auch war, so überzeugt demonstrierte man nun Optimismus, das Duell noch drehen zu können. "Wir müssen angstlos sein und unsere beste Leistung bringen", forderte Marsch vor der Partie. "Wir haben nichts zu verlieren in so einer Situation. Mit diesem Gefühl müssen wir spielen. Wir müssen stark und mutig sein. Wenn wir das machen, können wir einen interessanten Abend haben."

Salzburg tankt Selbstvertrauen gegen Rapid

Beim 4:2 am Sonntag im Liga-Schlager gegen Rapid lieferten die Salzburger eine wahre Machtdemonstration ab. "Aus diesem Spiel können wir nicht nur Selbstvertrauen schöpfen. Sarauf müssen wir aufbauen - und noch zulegen", sagte Mittelfeld-Mann Antoine Bernede.

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Marsch ließ keine Zweifel aufkommen, dass das auch möglich ist. Man sei im Hinspiel "nicht mit all unserer Power" aufgetreten. "Das müssen wir schaffen." Er erhoffe sich einen "guten, aggressiven Start", der dem in La Liga weiterhin schwächelnden Tabellen-Sechsten (zuletzt fünf Remis und eine Niederlage) gleich zeigen soll, wo die Reise hingeht. Der US-Amerikaner mahnte aber auch zu Besonnenheit. "Es ist nicht nötig, in den ersten 15 Minuten das Spiel zu gewinnen. Sondern es ist einfach wichtig, gut im Spiel drin zu sein."

Die Herausforderung werde sein, die richtige "Balance zwischen der Aggressivität gegen den Ball und dem Schutz unseres Tors" zu finden, unterstrich der 47-Jährige. Dem Ballbesitz-Fußball und der Cleverness der Truppe von Erfolgs-Coach Unay Emery (dreifacher EL-Gewinner mit FC Sevilla) will man diesmal mit mehr "Schmackes" beikommen. "Wir waren im Pressing nicht aggressiv genug. Mit unserem Anlaufen haben wir besonders in der gegnerischen Hälfte nicht so viele Bälle gewonnen", befand Marsch. Und wünscht sich zudem mehr Kompaktheit zwischen den Linien und erhöhte Gefahr bei Standards.

Marsch muss mehrere Ausfälle ersetzen

Personell hat Marsch nicht allzu viele Optionen. Bernardo (Knie) und Noah Okafor (Adduktoren) fallen verletzt aus. Mohamed Camara und Sekou Koita wurden schon knapp vor dem Hinspiel am letzten Donnerstag wegen Dopings für drei Monate gesperrt. Im Mittelfeld dürfte Bernede seine Chance erhalten. "Er ist ein überragender Spieler für uns. Taktisch sehr sauber", sagte Marsch über den in Salzburg bereits von zwei Schienbeinbrüchen zurückgeworfenen Franzosen. "Er hat in jedem Spiel viele Ball-Eroberungen. Gegen solch einen Gegner wie Villarreal ist das eine wichtige Fähigkeit."

Auch Maximilian Wöber steht nach seinen Oberschenkel-Problemen wieder zur Verfügung. Der Innenverteidiger hat allerdings seit 27. Jänner kein Spiel mehr bestritten. Marsch sah den 23-Jährigen "maximal für 60 Minuten" bereit. Wöber werde sicher spielen. "Die Frage ist, ob von Anfang an oder auf der Bank. Wir wollen kein Risiko eingehen. Er ist ganz wichtig für uns. Noch eine Verletzung wäre nicht gut." Das Abwehr-Duo könnten daher vorerst der im Hinspiel noch gesperrte Andre Ramalho und Albert Vallci bilden.

Villarreal-Coach warnt: Salzburg "gefährlich"

Emery wiederum warnte die Villarreal-Fans vor verfrühtem Optimismus. Stattdessen sprach der Coach von einem "gefährlichen Gegner" und forderte seine Truppe zu "Respekt" auf. "Die ersten 90 Minuten haben ihnen weh getan. Sie werden entsprechend stark und massiv reagieren", meinte der 49-Jährige am Mittwoch. "Salzburg ist sehr gut im Umschaltspiel. Wir müssen uns gut positionieren und dürfen ihnen keine Freiräume geben." Das Hauptaugenmerk liege freilich auf dem Abschneiden in der spanischen Meisterschaft: "Die Liga ist der wichtigste Wettbewerb."

Geht das Unternehmen aus Salzburger Sicht schief, würde man dasselbe Schicksal wie im Vorjahr erleiden. Da scheiterten die "Bullen" ebenfalls unter Marsch und nach dem Umstieg von der Champions League als Gruppen-Dritter in der anschließenden ersten K.o.-Runde der Europa League. Seinerzeit gab es ein 1:4 (auswärts) und ein Heim-2:2 gegen Adi Hütters Eintracht Frankfurt. Immerhin: Den bisher einzigen Sieg in Spanien feierte Salzburg gegen Villarreal. In der Gruppenphase 2009/10 siegte man unter Huub Stevens - in einem für das Weiterkommen allerdings schon bedeutungslosen Spiel - im Estadio de la Ceramica 1:0.

Die UEFA honoriert einen Achtelfinal-Aufstieg mit rund 1,1 Millionen Euro. Finanziell hat sich die Saison für den heimischen Krösus trotz beträchtlichen Zuschauer-Ausfällen freilich schon jetzt gelohnt. Legt man die UEFA-Prämien der Vorsaison zugrunde, haben die Salzburger in der laufenden Saison gut 33 Millionen Euro an UEFA-Prämien erspielt. (APA/red.)