Grubauer: „Unser Ziel ist der Stanley Cup“

27. Jan. 2021

Foto: (C) Twitter/Colorado Avalanche

Philipp Grubauer will den Stanley Cup. Auf dem Papier sind seine Colorado Avalanche ein heißer Anwärter darauf. Beweis soll am Eis folgen.

Auf das vergangene Seuchenjahr blickt Philipp Grubauer nicht so gerne zurück. Die XXL-Pause wegen der Corona-Pandemie, seine zwei größeren Verletzungen, das Play-off-Aus als Zuschauer - alles nicht mehr wichtig. Der Nationaltorhüter denkt nur noch positiv, und er denkt groß. "Natürlich ist unser Ziel der Stanley Cup", sagte der Goalie der Colorado Avalanche.

Sein Klub ist wie schon im Vorjahr einer der heißesten Anwärter auf den NHL-Titel. „Auf dem Papier sind wir natürlich eine extrem gute Mannschaft", sagte Grubauer, „aber wir müssen erst mal die Leistung bringen." Das klappt nach Startschwierigkeiten immer besser, in der Nacht zu Mittwoch fuhren die Avalanche beim 7:3 gegen die San Jose Sharks den vierten Sieg im siebten Saisonspiel ein. 

Torhüter-Spiel Schwachpunkt der Avs

Grubauer wehrte 27 Schüsse ab. Mit einer Gesamt-Fangquote von 91,9 Prozent lag der 29-Jährige damit ligaweit auf Platz 14. Gut, aber noch nicht gut genug. Die Experten sind sich einig, dass die in der Offensive (Nathan MacKinnon, Mikko Rantanen) und Defensive (Cale Makar, Sam Girard) herausragend besetzten Avs für den ganz großen Coup auch einen Grubauer in Top-Form brauchen. Das Torhüterspiel sei zurzeit „der Schwachpunkt" im Team, urteilte kürzlich die Denver Post.

Grubauer, der den Stanley Cup 2018 mit den Washington Capitals gewann, will das ändern. In der entscheidenden Phase der Vorsaison stand der gebürtige Rosenheimer wegen einer Unterkörper-Verletzung erst gar nicht auf dem Eis. Das Aus im Conference-Halbfinale von der Tribüne aus zu verfolgen sei „nicht schön" gewesen, so Grubauer, „aber man muss ein bisschen auf seinen Körper hören und die nötigen Schritte machen, damit so etwas in der Zukunft nicht mehr passiert." Die Probleme seien jetzt behoben, "ich fühle mich gut."

Grubauer, der Passgeber

Selbstvertrauen gibt ihm vor allem der 8:0-Kantersieg Mitte Januar gegen die St. Louis Blues. Grubauer gelang nicht nur der zwölfte Shutout seiner NHL-Karriere, sondern durch den Assist zum zwischenzeitlichen 2:0 sogar ein Scorerpunkt. „Ich habe allen in der Kabine gesagt, dass sie erst mir den Puck geben sollen, wenn sie treffen wollen", witzelte Grubauer hinterher. Sein Spiel wolle er deshalb nicht ändern: „Es ist nicht meine Aufgabe, dass ich Pässe hinten rausspiele, sondern dass ich mir die Scheibe schnappe."

Eigentlich ist vorgesehen, dass sich Grubauer mit Pavel Francouz im Tor abwechselt. Doch der Tscheche hat verletzungsbedingt noch kein Saisonspiel bestritten. Selbst Grubauer wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr seines Konkurrenten um die Nummer eins. „Das ist eine Saison, in der wir zwei Torhüter brauchen", sagte der deutsche Goalie mit Blick auf den vollgepackten Terminkalender. (SID/Red)