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FIA Formula One World Championship

Iceman Kimi: Kein Fahrer wie jeder andere

2. Sept.
Text, Gate, Handwriting

Foto: (C) GEPA pictures/ XPB Images/ Batchelor

Mit Kimi Räikkönen verlässt wohl das letzte Original die Königsklasse. Ein Rückblick zur Karriere vom Mann mit den wenigen Worten.

Kimi Räikkönen machte es kurz. „Das war's", schrieb der wortkarge Finne in einem Posting bei Instagram, „das ist meine letzte Saison in der Formel 1." Mehr als 20 Jahre nach seinem Debüt macht der frühere Weltmeister Schluss, und das steht bereits seit Monaten fest.

Schon „im letzten Winter" habe er diese Entscheidung getroffen, so Räikkönen, der älteste Pilot im Feld hat genug. Wenn er im Dezember in Abu Dhabi beim letzten Saisonlauf seine Abschiedsvorstellung gibt, ist der Dauerbrenner 42 Jahre alt. Nicht nur den Fans wird der Rennfahrer, der gerne schweigt und mindestens genauso gerne feiert, ganz sicher fehlen.

Kimis Alkohol-Marathon

Räikkönen ist ein Unikum, kein Fahrer wie jeder andere, eine ganz spezielle Episode seiner Karriere wird auf neun Seiten der 2018 veröffentlichten Biographie „Der unbekannte Kimi Räikkönen" ausgebreitet. "16 Tage" heißt das Kapitel und handelt von einem regelrechten Alkoholmarathon. 

An einem Montag hört Räikkönen auf zu trinken, am folgenden Sonntag wird er Dritter beim Großen Preis von Spanien. Es war einer von 103 Podiumsplätzen in bislang 344 Rennen, ihm gelangen 21 Grand-Prix-Siege. 2007 beerbte Räikkönen Michael Schumacher bei Ferrari und wurde im ersten Jahr Weltmeister. Seither wartet die Scuderia auf den Fahrertitel.

„Iceman" Räikkönen war 2001 mit Sauber in die Königsklasse eingestiegen. Bei seiner Premiere in Melbourne/Australien wurde er Sechster. McLaren kaufte den Schweiger nur ein Jahr später aus seinem Vertrag heraus. 2003 und 2005 verpasste Räikkönen den Titel knapp, zwei Jahre später kam die Krönung - in deren Folge er allerdings spürbar an Motivation einbüßte.

Ausritt in die Rallye-Weltmeisterschaft

Ende 2009 kehrte er Ferrari ein Jahr vor Vertragsende zum ersten Mal den Rücken und ließ sich seinen vorzeitigen Abgang fürstlich honorieren. Nach zwei Jahren in der FIA World Rally Championship - er blieb ohne Podiumsplatz und gewann nur eine Wertungsprüfung (in Deutschland) - kehrte Räikkönen in die Formel 1 zurück. Nicht mehr als der Beste, aber er war immer noch gut genug, um für Lotus zu siegen und für Ferrari in seinem zweiten Engagement bis Ende 2018 vordere Plätze einzufahren.

Zum wohl letzten Mal ganz oben stand Räikkönen am 21. Oktober 2018 in Austin/Texas, wo er im Ferrari vor Max Verstappen und Lewis Hamilton triumphierte. Seit 2019 fährt er für Alfa Romeo, derzeit ist Räikkönen mit zwei WM-Punkten 17.

„Es war keine leichte Entscheidung", schrieb Räikkönen, aber es sei „Zeit für etwas Neues. Auch wenn die Saison noch läuft, möchte ich meiner Familie, all meinen Teams, allen, die an meiner Rennkarriere beteiligt waren, und vor allem allen großartigen Fans, die mich die ganze Zeit unterstützt haben, danken." Sein Posting enthielt 13 Fotos, in der Mitte eines vom WM-Triumph 2007.

Zwar werde seine Zeit in der Formel 1 enden, so Räikkönen, „aber es gibt noch viel mehr im Leben, das ich erleben und genießen will." Und dass er genießen kann, ist ja bekannt. (SID/Red)

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