FIA Formula One World Championship

Imola 1994: Das finstere Wochenende der Formel 1

14. Apr. 2021

Foto: (C) GEPA Pictures

Die Formel 1 und Imola. Diese Kombination wird immer an eines der schlimmsten Rennwochenenden erinnern. Eines, das zugleich ein Wendepunkt in der Königsklasse war.

Etwas Mythisches umgibt das Autodromo Enzo e Dino Ferrari. Es sind Geschichten aus Jahrzehnten des Motorsports, vor allem aber ist es die Erinnerung an einen Namen, die Imola unter allen Formel 1-Strecken so besonders machen: Ayrton Senna.

Schwarzes Wochenende begann am Freitag

Das schwarze Wochenende im Frühling 1994 begann mit einem schweren Unfall von Rubens Barrichello und endete mit dem Tod von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna.

Im ersten Qualifikationstraining prallte Barrichello mit 225 km/h in einen Reifenstapel. Bei diesem Unfall legte sich die Zunge vor die Luftröhre, wodurch er aufgrund des Sauerstoffmangels das Bewusstsein verlor. Er kam mit einer gebrochenen Nase und einem Arm mit dem Schrecken davon.

Im zweiten Qualifikationstraining am Samstag prallte der Österreicher Ratzenberger mit 290 km/h in der Villeneuve-Kurve frontal in die Betonmauer. Er erlitt einen Schädelbasisbruch.

24 Stunden später traf es Senna, den Magischen. In der langgezogenen Tamburello-Kurve krachte der Brasilianer in seinem Williams mit ca. 330 km/h geradeaus in die Mauer. Das Auto zerschellte, ein Teil der Radaufhängung bohrte sich durch den Helm in Sennas Kopf. Der dreimalige Weltmeister hatte keine Chance.

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Die Formel 1 stand unter Schock - und sie veränderte ihr Gesicht. Die Sicherheit für die Fahrer wurde in den folgenden Jahren erhöht, auch in Imola. Schikanen in der Tamburello und vor der Tosa-Kurve verringern das Risiko, machen den Kurs zudem technischer. Überholen ist auch deshalb schwierig. Die Bedeutung des Qualifyings umso größer. 

Ratzenberger und Senna waren die letzten Piloten in der Formel 1, die im Rahmen von Trainings, Qualifyings oder Rennen direkt starben. Den letzten Todesfall gab es 2015. Jules Bianchi verstarb neun Monate nach seinem Unfall beim Großen Preis von Japan an den Folgen des erlittenen Schädel-Hirn-Traumas. (SID/Red)

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Andrea Schlager
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