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Rückkehr nach Jerez: Hat Marquez seinen Sturz noch im Kopf?

30. Apr. 2021

Foto: Motorsport Images

Sein schwerer Sturz in Jerez 2020 kostet Marc Marquez fast die komplette Saison. Hemmt den Ex-Weltmeister die Erinnerung daran beim diesjährigen Spanien-Grand-Prix?

Marc Marquez ist an den Ort seiner schweren Oberarm-Verletzung zurückgekehrt. Am Freitag fuhr der Honda-Pilot am ersten Trainings-Tag für den Spanien-Grand-Prix in Jerez (LIVE bei ServusTV, im Stream & in der App) durch die Kurven-Kombination 3 und 4. Wie ist es ihm dabei ergangen?

"Mental ist diese Stelle kein Problem. In den Kurven 3 und 4 war ich schnellster Honda-Fahrer", lacht Marquez. "Das sind Linkskurven, die ich liebe. O.k., in der ersten Runde bin ich dort nur vorbeigefahren. Aber dann bin ich normal gefahren."

"Im FP1 war ich dort wie gesagt schnellster Honda-Fahrer, das FP2 habe ich nicht gecheckt. Der erste Sektor ist aktuell auch mein bester Abschnitt." Den Freitag beendete Marquez auf Platz 16 des Gesamt-Klassements. Sein Rückstand betrug rund eine Sekunde.

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Marquez will seine Kraft besser inteilen

Das lag aber auch daran, dass er am Ende keine Zeitattacke mit einem frischen Hinterreifen absolvierte. Im Gesamt-Ergebnis steht deshalb seine Zeit vom Vormittags-Training, wo er am Ende Dritter war. Über das Wochenende gesehen ist für Marquez Kraft-Management wichtig.

"Der Arm hat sich seit Portimao nicht wie Tag und Nacht verändert. Die Situation ist sehr ähnlich. Die Strategie lautet, dass ich Kraft spare, wenn ich mich nicht wohlfühle. Morgen ist der Tag, an dem man mehr attackieren muss. Dann sehen wir weiter."

"Im ersten Training fühlte ich mich o.k.. Ich bin ganz normal gefahren. Dann spürte ich im zweiten Training sofort, dass sich etwas verändert", schildert Marquez seine Wahrnehmung. "In den ersten Runden bin ich nur gefahren, um meine Position auf dem Motorrad zu verstehen."

"Im Muskel hat mir Kraft gefehlt"

"Im Muskel hat mir Kraft gefehlt, beim Trizeps und in der Schulter. Meine Kraft war nicht gleich. Es ist eine Frage der Zeit. Wenn ich pushen will, dann kann ich das. Heute war meine Herangehensweise ganz anders als in Portimao."

"Ich habe für ein paar Runden gepusht, aber nicht mit dem frischen Reifen attackiert, weil man dabei den Körper stärker belastet. Von Portimao wissen wir, dass ich am Sonntag kaum noch Kraft hatte. Hier will ich mit mehr Kraft ins Rennen gehen, damit ich besser fahre."

"Wir hatten einen Plan, um bestimmte Dinge auszuprobieren. Das haben wir erledigt. Im zweiten Training war der Plan, dass ich mit einem frischen Reifen beginne und ihn das ganze Training verwende. Ich fühle mich am Freitagnachmittag deutlich besser als in Portimao."

Pol bei Qualifying-Runde mit Problemen

Schnellster Honda-Fahrer war am Freitag Takaaki Nakagami als Sechster. Der Japaner verglich bei seinen beiden Bikes das aktuelle Chassis mit der Vorjahres-Version. Am Abend soll die Entscheidung fallen, mit welchem Chassis er das restliche Wochenende bestreitet.

Jerez ist eine Strecke, die alle Fahrer sehr gut kennen. Das kommt gerade Pol Espargaro als Honda-Neuling entgegen. Das Wetter ist auch stabil. Nach Katar und Portimao ist er nun in einem Umfeld unterwegs, mit dem er sehr vertraut ist.

"Am Vormittag fühlte es sich sehr gut an", lacht der Spanier. "Die Rennpace sieht nicht so schlecht aus, aber wir müssen uns bei der Zeitattacke verbessern. Die Probleme begannen am Nachmittag, als dann alle mit einem frischen Reifen angegriffen haben."

Espargaro schaut auf Taka-Daten

Espargaro hat noch Mühe, das Potenzial eines frischen, weichen Reifens komplett auszunutzen. "Vor allem, wenn man auf einem neuen Bike sitzt ist es sehr schwierig, alles herauszuquetschen. Ich versuche besser zu werden und die Stärken des Motorrads zu verstehen." Er belegte Platz 14.

Nakagami ist für ihn auch deshalb eine Orientierung, weil der Japaner mit gebrauchten Reifen eine gute Pace gezeigt hat. "Wir müssen uns seine Daten ansehen, denn er zählte zu den schnellsten Fahrern", hält Espargaro fest, dass er von seinen Markenkollegen lernen will.

Im Vormittags-Training war er auch gemeinsam mit Marquez auf der Strecke. Einmal war der eine vorne, dann der andere. "Er gibt mir nicht so viele Ratschläge, aber wir unterhalten uns freundschaftlich", sagt Espargaro. "Wir können gegenseitig die Daten checken. Man kann sehr einfach sehen, was der andere macht. Sogar noch genauer, als wenn man miteinander spricht."

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