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UEFA Champions League

Transfer-Krösus Salzburg: Plus von über 200 Millionen

31. Okt.
SEVILLA,SPAIN,14.SEP.21 - SOCCER - UEFA Champions League, group stage, FC Sevilla vs Red Bull Salzburg. Image shows the rejoicing of Luka Sucic and Nicolas Seiwald (RBS).

Foto: GEPA Pictures / Mathias Mandl

Nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz ist der FC Salzburg in der Champions League erfolgreich: In puncto Transfers sind die Bullen ganz vorne mit dabei.

Die Jungspunde des FC Salzburg sind drauf und dran, erstmals das Achtelfinale der UEFA Champions League zu erreichen. In Sachen Transfers ist man schon jetzt ganz vorne mit dabei: Mit Ajax Amsterdam und Benfica Lissabon haben nur zwei aktuelle CL-Teams höhere Transfer-Erlöse in den letzten fünf Saisonen vorzuweisen. Christoph Freund findet den Höhenflug bemerkenswert: "Dass es so wegfliegt, kann man nicht planen", sagte der Sportdirektor vor dem Dienstag-Duell mit Wolfsburg.

Ein Plus von rund 218 Mio. Euro (laut transfermarkt.at) hat Salzburg inklusive Sommer 2017/18 bei seinen Transfers zu Buche stehen. Höhere Werte haben lediglich Benfica (355) und Ajax (242) aufzuweisen. In die 100-Mio.-Plus-Kategorie fallen weitere vier der insgesamt 32 Clubs: Borussia Dortmund (189), Salzburgs Gruppen-Gegner Lille (164), der FC Porto (160) und Sporting Lissabon (143). Auffällig bei den "Bullen": Saison für Saison ist man ohne Unterbrechung im Plus. Dafür sorgten u.a. Patson Daka, Enock Mwepu, Dominik Szboszlai, Erling Haaland, Amadou Haidara und Duje Caleta-Car, die alle zumindest rund 20 Mio. Euro einbrachten.

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"Dimensionen in Österreich lange unvorstellbar"

Die genannten Summen bezeichnete Freund gegenüber der APA als "Benchmark. Wir sind in Dimensionen vorgestoßen, die vorher in Österreich unvorstellbar waren. Wir haben kontinuierlich richtig gute Transfers abgewickelt. In dieser Häufigkeit und Konstanz ist das etwas Besonderes. Das ist auch sehr stark dem Umstand geschuldet, dass wir unseren Weg nie verlassen haben. Jetzt ernten wir".

Dass man ausgerechnet mit einer blutjungen Truppe samt nicht minder jugendlichem Trainer - Matthias Jaissle ist 33 - reüssiert, ist dann auch für den "Mastermind" Freund, der das Amt seit 2015 innehat, nicht selbstverständlich. "Bei so einem Umbruch und mit der jüngsten Mannschaft, die wir je hatten, ist das schon ganz speziell", meinte der 44-Jährige. Jünger als beim 1:1 beim FC Sevilla zum Auftakt der heurigen Gruppenphase (Durchschnittsalter 22,6 Jahre) war zuletzt nur eine Startelf von Arsenal (21,6) in der Saison 2009/10.

Selbstläufer sei das Ganze aber nicht, betonte Freund. "Von außen schaut das so aus, als hätten wir eine Druckmaschine, mit der wir neue Spieler drucken. Aber da stehen viele wichtige und oft mutige Entscheidungen zwei, drei Jahre im Vorhinein dahinter", sagte er. "Wir versuchen uns immer wieder auf Situationen einzustellen, die eintreten können. Aber natürlich könnte es auch einmal Phasen geben, wo der Übergang nicht so optimal funktioniert, der aktuelle Level ist extrem hoch."

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Immer wieder Top-Talente aus Afrika

Auffällig ist der große Transfer-Erfolg mit afrikanischen Kickern. Schließlich beendete Red Bull sein Akademie-Engagement in Ghana 2013 wegen ausbleibender Resultate. Doch die Zusammenarbeit mit den diversen Akademien vor Ort läuft weiter intensiv. "Das funktioniert jetzt sicher besser und auf extrem hohem Niveau. Wir haben mittlerweile sehr viele tolle Spieler und eine hohe Erfolgsrate", erklärte Freund. "Für diese guten Kontakte haben wir sehr viel Zeit und Energie investiert. Und es hat geholfen, dass wir eine eigene Akademie hatten."

Damit der Sprung nach Europa gelingt - Nicht-EU-Ausländer dürfen mit wenigen Ausnahmen erst ab dem 18. Lebensjahr verpflichtet werden - sei nicht nur intensive Vorbeobachtung nötig. "Wir bieten ihnen - wie den anderen Spielern - das bestmögliche Umfeld, versuchen sie in allen Lebensbereichen zu unterstützen. Dazu haben wir im Club ein super Integrationsnetzwerk aufgebaut", erläuterte Freund die Herangehensweise.

Die Rolle der eigenen Akademie sei dadurch freilich nicht geschmälert. "Die Mischung macht es aus. Es ist uns extrem wichtig, dass auch eigene Jungs aus der Akademie, wie aktuell Nicolas Seiwald aus Kuchl, Luka Sucic oder Junior Adamu, die alle Stufen durchlaufen haben, tragende Rollen einnehmen. Die Akademie ist ein ganz wichtiges Standbein, die Zusammenarbeit ist extrem eng und gut." Das fällt besonders daran auf, dass der Übergang vom sogenannten Kooperationsclub Liefering zur Salzburger A-Garnitur bei den Besten des "Farmteams" dank Konstanz in Sachen Umfeld und Spielsystem meist reibungslos klappt. Siehe die heuer bereits Spielpraxis sammelnden "Bankspieler" Roko Simic (18), Maurits Kjaergaard (18), Bryan Okoh (18) oder Mamady Diambou (18).

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Bei Adeyemi-Abgang klingelt die Kasse

Dass die aktuellen Erfolge bzw. ein möglicher Achtelfinal-Einzug in der CL die zukünftigen Transfer-Erlöse weiter erhöhen könnten, darf angenommen werden. "Sicher steigen sie, je weiter wir kommen. Man braucht sich nur anzuschauen, was Ajax für Transfers nach dem Erreichen des Champions-League-Halbfinales 2019 getätigt hat", erklärte Freund. Damals verkauften die Niederländer, die seit jeher als Sprungbrett für Talente gelten, etwa Frenkie De Jong und Matthijs de Ligt für je ca. 85 Mio. Euro an den FC Barcelona bzw. Juventus Turin.

Solche Summen sind am Salzburger-Konto im kommenden Sommer zwar nicht zu erwarten. Doch der Abgang von Jungstar Karim Adeyemi dürfte einmal mehr in die Kategorie ab 20 Mio. fallen. Eine Ausstiegsklausel soll der 19-jährige deutsche A-Teamspieler nicht besitzen. Diesbezügliche Vertrags-Vorbehalte seien aus Salzburger Sicht generell "kein großes Thema, es ist nicht die Regel", wie Freund sagte. "Es lässt sich aber nicht immer vermeiden, so wie bei es bei Erling Haaland der Fall war." (APA/red.)

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