Servus Sport aktuell

Marco Schwarz hat Glaskristall vor Augen

12. März 2021

Foto: GEPA pictures/ Mario Buehner

Trotz Rückenproblemen will Marco Schwarz mit dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" um die Kristallkugel kämpfen.

Auf der vorletzten Station dieser Weltcup-Saison gastieren die alpinen Ski-Herren für ein Technik-Wochenende in Kranjska Gora. Im Riesentorlauf am Samstag und Slalom am Sonntag (beide ab 9.30 Uhr) sind Nägel mit Köpfen möglich. Der französische Gesamtleader Alexis Pinturault führt auch die RTL-Wertung an und könnte sich wie Marco Schwarz am Tag darauf vorzeitig eine kleine Kugel sichern. Schwarz will nach Rückenschmerzen mit offenem Visier zum Triumph.

Dass ausgezeichnete Einzel-Ergebnisse auch in der Problemdisziplin ÖSV-Riesentorlauf mittlerweile wieder möglich sind, bewies Marco Schwarz mit WM-Bronze in Cortina. Und auch zuletzt in Bansko vor allem Stefan Brennsteiner. Das mehrfache Stehaufmännchen aus Salzburg will seinen dritten und fünften Platz bestätigen. "Ich hoffe, dass es keine Eintagsfliege war. Du trainierst jahrelang, dass du irgendwann auch um den Sieg mitfighten kannst", sagte Brennsteiner. Zwar fehle auf das oberste Treppchen noch ein Schritt. "Aber nichtsdestotrotz bin ich mit der Form recht zufrieden."

Marco Schwarz mit Rückenproblemen

Marco Schwarz berichtete am Freitag von Rückenproblemen in der Vorbereitung. "Beim Slalom-Training am Weißensee ist es mir ein bisschen ins Kreuz eingeschossen. Natürlich war die Therapie sehr intensiv, aber es sollte aufs Wochenende hin normal passen." Nach dem Bansko-Trip mit zwei zehnten Plätzen konnte sich Schwarz schon ein Bild vom Rennhang in Kranjska Gora machen. Die Bewerbe am Podkoren sind für den Kärntner besonders. "Kranjska Gora ist für mich fast ein Heimrennen. Es ist das naheliegendste Rennen im Weltcup, ich fahre immer gerne runter."

Dass Pinturault schon am Samstag Glaskristall empfängt, ist unwahrscheinlich. Nur 25 beziehungsweise 64 Punkte trennen ihn von seinen beiden verbliebenen Verfolgern Filip Zubcic (CRO) und Marco Odermatt (SUI), der in allen acht Saisonrennen in die Top 5 fuhr. Seit 2013 gehörte Pinturault in der Endabrechnung immer zu den besten drei RTL-Spezialisten des Jahres. Doch die Wertung gewonnen hat der 29-Jährige noch nie. 2015 und 2016 landete er unmittelbar hinter Marcel Hirscher, im Vorjahr musste er sich hinter Henrik Kristoffersen anstellen, der längst entthront ist.

Auch die ÖSV-Asse haben ganz vorne nichts mitzureden. Brennsteiner immerhin machte durch die beiden Top-Resultate in der Startliste erneut ein paar Plätze gut. Mit Nummer 18 ist er nun teamintern die Nummer zwei hinter Marco Schwarz vor Roland Leitinger. "Natürlich ist die Ausgangsposition von der Nummer her ein bisschen besser. Aber es geht wieder bei null los", war sich der 29-Jährige der Aufgabe auf einem "sehr anspruchsvollen Hang" bewusst.

Nach dem Auftritt in Slowenien steht nur noch das Finale auf der Lenzerheide (SUI) am Programm. Der Gesamtweltcup schien lange eine klare Sache. Doch Odermatt pirschte sich in den vergangenen Wochen bis auf 81 Punkte an Pinturault heran. Im Slalom am Sonntag geht es für den Franzosen um möglicherweise entscheidende Punkte in der Endabrechnung.

"Angriff ist die beste Verteidigung"

Der Disziplin-Führende Marco Schwarz will nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" agieren. "Die Devise ist ganz klar volle Attacke. Ich werde mich sicher nicht auf dem ausruhen und werde versuchen, um das Podest und den Sieg mitzufahren", sagte Schwarz. Der Norweger Sebastian Foss-Solevaag liegt 164 Punkte zurück, Ramon Zenhäusern aus der Schweiz müsste in zwei Rennen 184 Punkte gutmachen. Schwarz: "Die muss man auf der Rechnung haben." (APA/red.)

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