MotoGP World Championship

Marquez über Holeshot-Vorrichtung: „Macht die Show nicht besser“

25. Apr. 2021

Foto: (C) Motorsport Images

In Abwesenheit von Marc Marquez hat sich das Holeshot-Device überall durchgesetzt. Der achtfache-Weltmeister zeigt sich davon wenig begeistert.

In der Motocross-Szene sind Holeshot-Vorrichtungen für den Start schon lange bekannt. Seit Ende 2019 hat dieses System auch in der MotoGP Einzug gehalten. Ducati war diesbezüglich der Vorreiter. Für die Saison 2021 haben Ducati, KTM und Honda das System weiterentwickelt und können nicht nur das Heck stauchen, sondern auch die Vordergabel.

„Ducati hat einen großen Fortschritt geschafft", nickt Johann Zarco zufrieden. „Es fühlt sich wie ein Dragster an! Die Überraschung war beim ersten Katar-Rennen. Im zweiten Katar-Rennen war es auch ein Vorteil, um aus der ersten Startreihe die Position zu behalten."

Bei den drei bisherigen Rennen gewann immer mindestens ein Ducati-Fahrer den Start. Ein Vorteil für das Rennen. „Ich freue mich, dass ich diesen Vorteil habe. Das System ist auch sicher", bestätigt Zarco. Beim Bremspunkt der ersten Kurve muss sich das System automatisch lösen.

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Welchen Bonus dieses System bietet, verdeutlichen zwei Beispiele. Im ersten Katar-Rennen katapultierte sich Ducati-Fahrer Jorge Martin von Startplatz 14 nach vor und bog als Vierter in die erste Kurve. Beim zweiten Rennen in Doha gelang Miguel Oliveira der beste Raketenstart.

Der KTM-Fahrer stand auf Startplatz zwölf und war nach der ersten Kurve Dritter. Diese großen Unterschiede im Feld sind auch deshalb möglich, weil nicht alle Marken das System über den Winter weiterentwickelt und optimiert haben.

Yamaha kann weiterhin nur das Heck stauchen, Suzuki nur die Vordergabel. „Unsere Starts sind okay, aber auch nicht großartig", meint Suzuki-Weltmeister Joan Mir. „Wir müssen uns verbessern. Es ist wichtig, dieses System auch hinten für den Start und den Kurvenausgang zu bekommen."

Marquez: Kein Nutzen für die Show

In Portimao war erstmals Marc Marquez mit der Holeshot-Vorrichtung der Honda konfrontiert. Am Donnerstag erklärten ihm seine Mechaniker, wie das System funktioniert und wie er das für den Start aktivieren muss.

„Ich muss mich daran gewöhnen. Aber ehrlich gesagt macht es für mich keinen Sinn, eine Holeshot-Vorrichtung zu haben", äußert Marquez Kritik. „Vor zwei Jahren gab es das nicht und die Show war im Fernsehen gleich. Alle verwenden das jetzt, also müssen wir das auch tun."

Das Beispiel Marquez zeigt, wie rasch die technische Entwicklung in der MotoGP voranschreitet. Als er sich im Juli 2020 in Jerez verletzt hat, war dieses Holeshot-System noch nicht an der Honda verbaut. Nun ist es Standard.

Trotzdem ist der sechsmalige MotoGP-Weltmeister kein Fan davon: „Aus meiner Sicht verbessert es die Show nicht. Überholen wird auch schwieriger. Mein erster Eindruck ist, dass mir das nicht gefällt." Bei seinem Start in Portimao verbesserte sich Marquez von Startplatz sechs auf vier.

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Yamaha-Fahrer im Nachteil

Am meisten leiden derzeit die Yamaha-Fahrer unter den starken Holeshot-Vorrichtungen der V4-Motorräder. Fabio Quartararo und Maverick Vinales büßten in der Startphase immer Plätze ein und mussten sich dann mühsam nach vorne arbeiten. Das klappte bisher auch.

Yamaha hat alle drei Rennen gewonnen. Quartararo siegte zweimal. Ein verbessertes Holeshot-System würde es für die Yamaha-Fahrer etwas einfacher machen. „Wir machen Druck, dass wir das System auch bei der Vordergabel bekommen", betont Quartararo.

„Selbst wenn wir perfekte Starts haben, haben wir einen Nachteil. Das Frontsystem ist für die erste Runde und das Rennen sehr wichtig." Wann es bei Yamaha eine weiterentwickelte Version auch für die Vordergabel gibt, ist derzeit nicht bekannt.

„Im Vorjahr waren wir beim Start etwas besser", sagt Vinales. „Wir müssen den nächsten Schritt machen. Speziell auf einer Strecke wie in Katar, wo die erste Kurve weit weg ist, haben wir einen großen Nachteil. Wir müssen uns verbessern. Für unser Motorrad ist es sehr wichtig, nach dem Start in den ersten drei Positionen zu sein."

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