Medwedew, Tsitsipas und Cilic im Melbourne-Achtelfinale

22. Jan.

Foto: GEPA Pictures / Tennis Australia / Jay Town

Während Daniil Medwedew und Stefanos Tsitsipas ihre Favoritenrolle untermauern, gelingt Routinier Marin Cilic in Melbourne eine Überraschung.

Zwei Turnier-Favoriten bei den Männern haben sich am Samstag für das Achtelfinale der mit 47,46 Mio. Euro dotierten Australian Open qualifiziert. US-Open-Sieger Daniil Medwedew ließ in Melbourne gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp beim 6:4, 6:4, 6:2 nichts anbrennen und hatte nach 1:55 Stunden sein Tages-Pensum erfüllt. Kurz danach kam Stefanos Tsitsipas mit einem 6:3, 7:5, 6:7(2) und 6:4 über Benoit Paire etwas mehr ins Schwitzen und brauchte auch rund 45 Minuten länger.

Vorjahres-Finalist Medwedew, nach der Einreise-Posse um Novak Djokovic der am höchsten gereihte Spieler im Feld, trifft nun auf den überraschend in die vierte Runde vorgestoßenen Maxime Cressy. Der US-Boy, dem immer wieder eine gewisse Ähnlichkeit mit Dominic Thiem nachgesagt wird, war übrigens Ende Dezember nach der Absage von Thiem ins Hauptfeld des ersten Majors gerutscht. Der 24-Jährige hatte in Runde eins Landsmann John Isner ausgeschaltet und besiegte am Samstag den Australier Chris O'Connell in vier Sätzen.

Medwedew nimmt Nummer-eins-Position ins Visier

Medwedew hat nun schon zehn Grand-Slam-Matches in Folge gewonnen. "Natürlich will ich in der vierten Runde nicht aufhören", stellte er dann auch klar. Mit vier weiteren Siegen könnte er dem ersten gleich noch den zweiten Grand-Slam-Triumph folgen lassen - und Djokovic als Nummer eins ablösen.

Medwedew, der sich wegen der teils überbordenden Emotionen für Nick Kyrgios auch mit dem Publikum in Melbourne (täglich ein Top-Match LIVE bei ServusTV, im Stream & in allen Apps) angelegt hatte, kratzte charmant die Kurve mit den Fans nach seinem Sieg. "Es ist einfacher, gegen einen Kerl aus den Niederlanden in Australien zu spielen als gegen einen Australier", sagte er schmunzelnd. Und witzelte in Richtung Publikum: "Jede gute Beziehung muss ihre Aufs und Abs haben."

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Duell Medwedew vs. Tsitsipas im Halbfinale?

Tsitsipas hatte eine Verwarnung wegen unerlaubten Coachings bekommen. "Ich war wirklich weit wegen von meinem Coach und mit dem Rücken zu ihm. Darüber konnte ich nur lachen, keine Ahnung woher das kam." Der Grieche bekommt es nun mit Taylor Fritz zu tun. Der als Nummer 20 gesetzte US-Amerikaner rang Roberto Bautista Agut (ESP-15) in fünf Sätzen mit 6:0, 3:6, 3:6, 6:4, 6:3 nieder.

"Starker Aufschläger mit starken Schlägen. Er hat Waffen", sagte Tsitsipas über seinen kommenden Gegner. Er und Medwedew befinden sich in der gleichen Tableau-Hälfte und könnten im Halbfinale aufeinandertreffen. Auch Olympiasieger Alexander Zverev ist in dieser (stärkeren) Hälfte.

Routinier Cilic überrascht Mitfavorit Rublew

Am späten Abend sorgte der mittlerweile 33-jährige Marin Cilic für eine Überraschung. Der Kroate, der 2014 die US Open gewonnen hatte, warf den als Nummer 5 gesetzten Russen Andrej Rublew nach 2:36 Stunden mit 7:5, 7:6(3), 3:6, 6:3 aus dem Bewerb. Es hätte sogar noch schneller gehen können, hätte Cilic im dritten Satz eine Möglichkeit zur 4:1-Führung genutzt und Rublew nicht zurück ins Spiel gelassen.

"Ich habe versucht, die ganze Zeit aggressiv zu spielen und das hat sich ausgezahlt", freute sich der Kroate, der zum achten Mal in Australien im Achtelfinale des "Happy Slam" steht. Er trifft jetzt auf den als Nummer 9 gesetzten Kanadier Felix Auger-Aliassime, der zuvor den Briten Daniel Evans glatt in drei Sätzen eliminiert hatte.

Halep, Sabalenka und Swiatek auf Kurs

Bei den Frauen zeigte die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Simona Halep ihre gute Form mit einem glatten 6:2, 6:1 über Danka Kovinic aus Montenegro. Anders als Mitfavoritin Aryna Sabalenka ist Halep beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison noch ohne Satzverlust. Die Weltranglisten-Zweite Sabalenka gab wie in der ersten und zweiten Runde auch in ihrer dritten Partie den ersten Durchgang ab. Die 23-Jährige aus Belarus drehte ihr Match gegen die Tschechin Marketa Vondrousova und gewann 4:6, 6:3, 6:1. Dieses Mal "nur" mit zehn Doppelfehlern, worüber sie sich tatsächlich freute. Denn in der Runde zuvor waren es 19 gewesen.

Alizé Cornet feierte ihren 32. Geburtstag mit dem Einzug ins Achtelfinale, 13 Jahre nach ihrem davor letzten in Melbourne. Die Französin besiegte Tamara Zidansek (SLO-29) nach 2:43 Stunden mit 4:6, 6:4, 6:2. Nach dem "Happy birthday"-Ständchen des Publikums hatte sie "Gänsehaut". "Ich kann noch gar nicht realisieren, was ich gerade erreicht habe", frohlockte Cornet.

Mit einem weiteren Sieg könnte sie sogar erstmals in ein Major-Viertelfinale einziehen. Und das in einem Jahr, das sie schon als womöglich letztes auf der Tour bezeichnet hatte. Allerdings wartet auf sie nun Halep. Regelrecht ins Achtelfinale gestürmt ist Ex-French-Open-Siegerin Iga Swiatek. Die erst 20-jährige Polin ließ Darja Kasatkina (RUS) nur fünf Games. (APA/red.)

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