Melbourne: Top-Favoritin Barty gegen Collins im Finale

27. Jan.

Foto: GEPA Pictures / SIPA USA / Kommersant / Arata Yamaoka

Die topgesetzte Ashleigh Barty will in Melbourne Tennis-Geschichte schreiben: Als erste Australierin seit 1980 greift sie im Finale gegen US-Girl Danielle Collins nach dem Titel.

Das Damen-Finale bei den mit 47,47 Mio. Euro dotierten Australian Open heißt Ashleigh Barty gegen Danielle Collins. Die topgesetzte Barty stürmte ohne Satzverlust ins Endspiel. Die 25-Jährige hat nach dem glatten 6:1, 6:3 über Madison Keys (USA) die Chance, sich zur ersten heimischen Siegerin beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne seit 1978 zu küren. Die US-Amerikanerin Collins steht nach einem glatten 6:4, 6:1 über Iga Swiatek (POL) in ihrem ersten Major-Finale.

Barty kann nun Samstag (ab 9:30 Uhr LIVE bei ServusTV, im Stream & in allen Apps) als erste Australierin seit Chris O'Neil 1978 den Frauen-Titel gewinnen. Nach O'Neil schaffte es noch Wendy Turnbull 1980 ins Endspiel von Melbourne. Barty ließ an ihrem Lauf wenig Zweifel. Die Zuschauer in der Rod Laver Arena wurden in der ersten Partie der Night Session Zeugen einer einseitigen Angelegenheit. "Es ist unwirklich, es ist unglaublich. Ich bin einfach glücklich", sagte Barty im Sieger-Interview nach dem Match.

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Barty verliert in sechs Matches nur 21 Games

Die Australierin kontrollierte von Beginn an mit ihrem variablen Spiel und dem guten Aufschlag die Ballwechsel und zwang Keys immer wieder zu Fehlern. Erst im zweiten Satz schaffte es die US-Amerikanerin, besser mitzuhalten. Beim Stand von 2:2 vergab die 26-Jährige einen Breakball. Im Anschluss kassierte Keys, die in der Weltrangliste wieder in die Top 30 vorstoßen wird, das letztlich entscheidende Break. Bei ihren sechs Siegen im Melbourne Park gab Barty nur 21 Games ab. Auch beim Finale geht die Siegerin der French Open 2019 und in Wimbledon 2021 als große Favoritin ins Rennen.

Mit Danielle Collins steht ihr dabei eine Überraschungs-Finalistin gegenüber. Collins, deren bisher bestes Major-Resultat ein Semifinale 2019 ebenfalls in Melbourne war, überzeugte mit einem klaren Sieg über die Roland-Garros-Siegerin von 2020, Swiatek. Die aus Florida stammende Collins ist somit die neue Nummer eins der USA im Frauen-Ranking. Nach Sofia Kenin und Jennifer Brady ist sie das dritte US-Girl im Melbourne-Finale en suite. Wie Brady entstammt auch Collins dem College-Tennis.

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Collins happy: "Könnte nicht glücklicher sein"

"Es fühlt sich großartig an. Es war so eine unglaubliche Reise und so viele Jahre harte Arbeit", freute sich Collins, die sich im vergangenen April einer Not-OP wegen einer Endometriose hatte unterziehen müssen. "Es ist unglaublich, so weit gekommen zu sein, besonders nach den gesundheitlichen Herausforderungen. Ich könnte nicht glücklicher sein", sagte Collins.

Favoritin ist und bleibt freilich Barty. Sie ist klar auf Kurs, das nächste Kapitel australischer Tennis-Geschichte zu schreiben. Mit historischen Siegen hat Barty schon Erfahrung. So stieg sie 2019 zur ersten australischen Siegerin bei den French Open seit 46 Jahren auf. Vor rund einem halben Jahr wurde sie als erste Wimbledonsiegerin Australiens seit 1980 gefeiert. Ein Triumph bei einem Heim-Grand-Slam nach den Jahren mit ihrer Tennis-Pause, mit dem Sportarten-Wechsel zum Cricket, ihrem Comeback und Auszeiten während der Corona-Pandemie hätte noch einmal eine andere Dimension. Vor zwei Jahren war für Barty im Halbfinale Endstation, im Vorjahr im Viertelfinale. Nun fehlt "Ash" noch ein Erfolg zum Heimsieg.

Die Australier hatten aber noch weiteren Grund zum Jubel: Das Duo Nick Kyrgios/Thanasi Kokkinakis (Spitzname: "Special K's") sorgte für ein rein australisches Doppel-Finale, das erste seit 1980. Kyrgios und Kokkinakis setzten am Donnerstag in Melbourne mit dem 7:6(4), 6:4 über die an Position 3 gesetzten Marcel Granollers/Horacio Zeballos (ESP/ARG) ihre überraschende Erfolgsserie fort. Die beiden Charismatiker, die in den Runden zuvor auch wegen der einseitigen Zuschauer für einigen Ärger bei ihren Gegnern gesorgt hatten, treffen nun auf Matthew Ebden/Max Purcell. (APA/red.)

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