Moto2 Jerez: Start-Ziel-Sieg für Ogura – Schrötter wieder in den Top 5

1. Mai

Foto: (c) Motorsport Images

Triumph für Ai Ogura beim Grand Prix von Spanien: Der Japaner dominierte das Moto2-Rennen im sonnigen Jerez vom Start weg und feierte seinen ersten Sieg in der Zwischenklasse vor Aron Canet und Tony Arbolino.

Schon tags zuvor erlebte Ogura mit seiner ersten Moto2-Pole eine Premiere. Die erste Reihe teilte er sich mit dem Marc-VDS-Duo Arbolino und Sam Lowes. Canet, Fermin Aldeguer und Celestino Vietti nahmen in der zweiten Reihe Aufstellung. Marcel Schrötter begann das Rennen von Platz 18 abermals weit hinten.

Am Start setzte Ogura seine Pole in eine frühe Führung um. Canet machte Positionen und heftete sich an Oguras Fersen. Arbolino hielt sich an dritter Stelle, Lowes fiel zurück. Schrötter verbesserte sich im Verlauf der ersten Runde nur unwesentlich auf Platz 16.

Frühe Ausfälle spülen Schrötter nach vorn

In Runde zwei kam es zum ersten Zwischenfall: Pedro Acosta stürzte auf Platz acht liegend nach einem Kontakt mit Fermin Aldeguer in Kurve 6, nahm das Rennen aber wieder auf.

An der Spitze bestimmte Ogura das Tempo, konnte sich aber noch nicht absetzen. Canet, der sich erst vor einer Woche den linken Unterarm gebrochen hatte, und Arbolino duellierten sich um Platz zwei. Dahinter hielten Somkiat Chantra und Lowes den Anschluss. Vietti und Augusto Fernandez mussten abreißen lassen.

Durch das Duell zwischen Arbolino und Canet ging zu Ogura an der Spitze eine kleine Lücke auf. Nach fünf Runden lag diese bei einer halben Sekunde. Nur zwei Umläufe später war das Rennen für Lowes vorbei: Auf Platz vier liegend stürzte der Brite in Kurve 8.

Danach häuften sich die Stürze. Innerhalb weniger Runden gingen sowohl Chantra als auch Jake Dixon und Aldeguer zu Boden. Letztere kollidierten, nachdem ein Überholversuch von Dixon in Kurve 13 missglückte. Durch die vielen Zwischenfälle wurde das Verfolgerfeld gehörig durcheinander gewürfelt.

Schrötter spülte es plötzlich auf Platz sechs vor. Er reihte sich hinter WM-Leader Vietti ein, auf den der Deutsche rasch aufschließen konnte, um mit ihm um die Top 5 zu kämpfen.

Das Spitzentrio aus Ogura, Canet und Arbolino fuhr derweil in einer eigenen Liga. Auf den nächsten Verfolger Fernandez war der Vorsprung auf drei Sekunden angewachsen. Bei noch sechs zu fahrenden Runden zog Ogura das Tempo dann aber noch einmal an, sodass auch Canet und Arbolino abreißen lassen mussten.

Ogura kontrolliert das Rennen bis ins Ziel

Bis ins Ziel blieb der Japaner fehlerfrei und sicherte sich mit einem Vorsprung von 2,5 Sekunden souverän den Sieg. Canet biss auf die Zähne und kam nur wenige Tage nach seiner Operation am Unterarm als starker Zweiter ins Ziel. Arbolino schaffte es als Dritter zum zweiten Mal in dieser Saison aufs Podium.

"Diesmal bin ich zu 120 Prozent happy! Das Rennen war perfekt", jubelte Ogura nach seinem Sieg. "Ich bin als Erster gestartet und als Erster ins Ziel gekommen. Ich hatte keinen vor mir. Ich wusste zwar, dass ich ein paar Fahrer direkt hinter mir hatte, aber ich hatte es unter Kontrolle. Das Rennen war einfach perfekt!"

Canet gab zu: "Das war eines der schwierigsten Rennen meines Lebens! Die Woche war aufgrund der Operation nicht einfach, aber alle haben weiter an mich geglaubt. Vielen Dank dafür! Ich bin natürlich sehr glücklich und freue mich jetzt auf Le Mans."

"Das Podium war das Ziel", betonte Arbolino. "Das haben wir erreicht, aber ich musste mehr als 100 Prozent geben. Ab Halbzeit des Rennens konnte ich das Gas nicht mehr voll aufdrehen, weil ich nicht mehr ganz das richtige Gefühl für das Bike hatte. Trotzdem: Vielen Dank an das Team. Wir haben gut gearbeitet."

Fernandez spielte im Kampf um die Podestplätze keine Rolle. Er wurde Vierter. Schrötter setzte sich am Ende deutlich gegen Vietti durch und fuhr sein drittes Top-5-Ergebnis in Folge ein. Vietti büßte als Sechster zwar Punkte auf Rennsieger Ogura ein, bleibt aber mit 19 Zählern Vorsprung Gesamtführender.

Bo Bendsneyder, Joe Roberts, Albert Arenas und Jorge Navarro liefen auf den Plätzen sieben bis zehn ein. Die restlichen Punkteränge belegten Alessandro Zaccone, Jeremy Alcoba, Stefano Manzi, Barry Baltus und Lorenzo Dalla Porta. Damit war in der Top 15 von Jerez kein einziger Nicht-Kalex-Fahrer vertreten.

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