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Moto2 Misano 2: Lowes siegt nach Mega-Abflug von Raul Fernandez – Gardner 7.

24. Okt.
Motorsport Images

Foto: (c) Motorsport Images

Doppelerfolg für Marc-VDS: Nach hartem Kampf und einem Sturz des zwischenzeitlich führenden Raul Fernandez sicherte sich Sam Lowes den Moto2-Rennsieg in Misano vor Teamkollege Augusto Fernandez, der trotz einer Long Lap Penalty aufs Podest stürmte. Aron Canet wurde Dritter.

Nachdem es die vergangenen Tage immer wieder geregnet hatte, fand das Rennen über 25 Runden bei durchgehend sonnigen und trockenen Bedingungen statt. Lowes stand auf der Pole und teilte sich die erste Startreihe Jorge Navarro und Augusto Fernandez.

Gegen Letzteren wurde noch vor dem Rennstart wegen langsamen Fahrens in Q2 eine Long Lap Penalty verhängt. Dieselbe Strafe erhielten auch Simone Corsi und Jake Dixon, allerdings für eine anderes Vergehen: Sie waren bei gelber Flagge gestürzt.

Kompakte Gruppe in der Anfangsphase

Am Start behauptete sich Lowes zunächst an der Spitze, verlor die Führung noch im Verlauf der ersten Runde jedoch an Canet. Auf Platz drei folgte mit Jorge Navarro ein weiterer Boscoscuro-Pilot. Marcel Schrötter konnte von Startplatz 22 etwas Boden gutmachen und reihte sich nach dem ersten Umlauf auf Platz 19 ein.

Augusto Fernandez fiel nach seiner Long Lap von Platz vier zehn Positionen zurück. Sein Namensvetter Raul Fernandez übernahm den vierten Rang, während WM-Leader Remy Gardner auf Platz zehn festhing. Er zählte damit aber noch zur erweiterten Führungsgruppe, denn das Feld blieb zunächst eng zusammen.

Nach wenigen Runden verlor Lowes eine weitere Position an Navarro, der sich mit seinem Markenkollegen Canet in der Folge um die Führung duellierte. Davon konnte wiederum Lowes profitieren, der durchschlüpfte und somit wieder vorn lag.

Gardner kickt Chantra aus dem Rennen

Der Brite nutzte die Gelegenheit und zog das Tempo direkt an. Nach fünf Runden lag sein Vorsprung bei sieben Zehntelsekunden. Doch dahinter schickte sich Raul Fernandez an, die Lücke wieder zu schließen. Er hatte Rang zwei von Canet übernommen und war nun erster Verfolger des Führenden Lowes.

Weiter hinten kämpfte Gardner verbissen um Positionen und räumte dabei Somkiat Chantra ab. Die Rennleitung kündigte sofort eine Untersuchung an. Auf der Strecke erhöhte Augusto Fernandez derweil den Druck auf Gardner. Nach seiner Long Lap war er bis auf Rang acht vorgedrungen und klebte Gardner am Heck.

An der Spitze büßte Lowes seinen Vorsprung nach einem Beinahe-Sturz in Kurve 14 ein, sodass Raul Fernandez aufschloss. Canet hielt Rang drei, hinter ihm musste Navarro bereits deutlich abreißen lassen. Celestino Vietti, in leuchtend gelber Speziallackierung zu Ehren von Valentino Rossi unterwegs, fuhr auf Rang fünf.

Raul Fernandez stürzt in Führung liegend

Zur Halbzeit fuhr Augusto Fernandez die beste Pace. Vorbei an Gardner legte er sich Stefano Manzi auf Platz sechs zurecht. Zur gleichen Zeit übernahm Raul Fernandez erstmals die Führung von Lowes, verlor diese aber gleich durch einen heftigen Abflug.

Auf der Bremse in Kurve 8 klappte dem Rookie urplötzlich das Vorderrad weg und Fernandez war nur noch Passagier. Er und sein Bike überschlugen sich im Kies. Während die Kalex stark beschädigt wurde, blieb Fernandez zum Glück unverletzt. Im Kampf um den Titel war der Sturz aber natürlich ein herber Rückschlag.

Denn durch den Nuller wuchs der Rückstand auf WM-Leader Gardner wieder an. Er wurde für die Kollision mit Chantra zwar mit einer Long Lap Penalty belegt, konnte seine Position trotz der Strafe aber halten und blieb zunächst Siebter. Allerdings verdrängte ihn Marco Bezzecchi nur Augenblicke später auf Platz acht.

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Augusto Fernandez schnappt sich noch P2

An der Spitze duellierte sich Lowes mit Canet um die Führung, während es Augusto Fernandez immer weiter nach vorn spülte. Vorbei an Navarro und Vietti machte er als neuer Dritter Jagd auf das Spitzenduo und kam Canet tatsächlich noch nah genug, um ihn im Kampf um Platz zwei auf der Zielgeraden zu überholen.

Am Ende trennten die beiden nur 0,167 Sekunden. Rennsieger Lowes hatte wiederum mehr als eine Sekunde Vorsprung. Für den Briten endete damit eine lange Durststrecke, denn es war der erste Triumph seit dem Doppelsieg in Katar zu Beginn der Saison.

"Es war an diesem Wochenende für niemanden einfach, das perfekte Setting zu finden. Mit den weichen Reifen bin ich vorher nie länger als acht Runden am Stück gefahren. Deshalb hatte ich am Schluss ein bisschen zu kämpfen", erklärte Lowes im Parc Ferme. "Ich habe aber versucht, die Reifen und alles andere zu managen."

Canet grübelt: Plötzlich kein Vortrieb mehr

"Glückwunsch auch an Augusto, der mit dem harten Reifen und einer Long-Lap-Penalty noch Zweiter geworden ist. Das sind starke Punkte für das Team", lobte der Brite auch seinen Teamkollegen, der selbst von einem "unglaublichen Rennen" sprach.

"Ich wusste seit gestern, dass ich eine Strafe habe, aber ich hatte mir trotzdem einiges ausgerechnet. Warum auch nicht? Ich habe einfach weiter daran geglaubt. Das Rennen hat wirklich Spaß gemacht. So kann es weitergehen", freut sich Fernandez, der sich auf den letzten Metern noch Canet schnappen konnte.

Der grübelte: "Es war ein starkes Rennen, aber was in der letzten Runde passiert ist, weiß ich nicht. Auf einmal hatte ich keinen Vortrieb mehr und hatte keine Chance mehr, Zweiter zu werden. Glückwunsch an Augusto für das starke Rennen und auch an Lowes. Für mich ist es immerhin ein weiterer Podestplatz."

Licht und Schatten bei VR46 im Heimrennen

Vietti verpasste zwar das Podest, feierte mit Platz vier aber sein bestes Saisonergebnis. Sein VR46-Teamkollege Bezzecchi warf ein Top-10-Ergebnis drei Runden vor Rennende weg, als er in Kurve 15 stürzte. Gardner erbte Platz sieben. Er reihte sich hinter Navarro und Manzi ein. Sein Vorsprung in der WM liegt bei 18 Punkten.

Fabio DiGiannantonio, Ai Ogura und Marcos Ramirez komplettierten die Top 10 auf den Plätzen acht bis zehn. Die restlichen Punkteränge gingen an Albert Arenas, Bo Bendsneyder, Jake Dixon, Tom Lüthi und Marcel Schrötter, der als 15. einen Zähler sammelte. Insgesamt 20 Fahrer sahen im Rennen die Zielflagge.

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