Moto2 Portimao: Roberts gewinnt Sprintrennen nach Massencrash

24. Apr.

Foto: (c) Motorsport Images

Nach einem Massencrash und einer roten Flagge in der Moto2 dominierte Joe Roberts das neugestartete Rennen in Portimao und sicherte sich seinen ersten Sieg in der Motorrad-WM.

Der Kalex-Pilot verwies seine Markenkollegen Celestino Vietti und Jorge Navarro auf die Plätze zwei und drei.

Sie alle profitierten vom Abbruch des ersten Rennens, das nur bis zur neunten Runde dauerte. Polesetter Aron Canet führte vor Cameron Beaubier und Ai Ogura, als einer nach dem anderen in Kurve 2 plötzlich stürzte. Auch nachfolgende Fahrer gingen zu Boden. Weil es an der Stelle tröpfelte, wurde die Strecke zur reinsten Rutschbahn.

Im Kiesbett lagen die Bikes und Fahrer kreuz und quer, eines der Motorräder fing sogar Feuer. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen. Zum Glück kam kurz darauf die Meldung, dass alle gestürzten Fahrer bei Bewusstsein seien.

Insgesamt elf waren involviert: Neben den drei Führenden rutschten auch Tony Arbolino, Augusto Fernandez, Somkiat Chantra, Sam Lowes, Albert Arenas, Simone Corsi, Pedro Acosta und Zonta van der Goorbergh aus. Einige ihrer Bikes waren völlig zerstört.

Dennoch entschied sich die Rennleitung für einen Restart. Dafür mussten die Fahrer in einem Zeitfenster von fünf Minuten nach dem Abbruch zurück an der Box sein. Das war für die meisten der Gestürzten natürlich nicht machbar. Das auf sieben Runden verkürzte zweite Rennen musste ohne sie stattfinden.

Nur 17 Fahrer nahmen in der neuen Startaufstellung Platz. Die Reihenfolge orientierte sich am Stand nach Runde acht, abzüglich der Fahrer, die nicht mehr an den Start gehen konnten. Jake Dixon erbte die der Poleposition vor Roberts und Vietti. Der Deutsche Marcel Schrötter rückte auch den achten Startplatz vor.

Dixon gewann den Start und führte das Feld vor Roberts, Fermin Aldeguer und Schrötter in die ersten Kurven, verlor in Kurve 7 dann aber die Kontrolle und stürzte. Roberts übernahm die Führung und fuhr dem Feld sogleich davon. Vereinzelt schien es noch immer zu tröpfeln. Roberts kam damit am besten zurecht.

Aldeguer verlor hingegen Positionen. Er fiel erst hinter Schrötter, dann auch hinter Navarro, Vietti und Manuel Gonzalez zurück. Schrötter konnte Platz zwei jedoch nicht auf Dauer halten. Auch er musste Navarro, Vietti und Gonzalez passieren lassen.

Während Roberts an der Spitze uneinholbar enteilt war, wurde in der Verfolgergruppe bis zum Schluss gekämpft. Vietti und Navarro duellierten sich um Platz zwei. Schrötter legte sich Gonzalez zurecht. Für ein Podest reichte es aber am Ende nicht.

Roberts gewann mit 2,818 Sekunden Vorsprung souverän. Vietti setzte sich gegen Navarro durch und wurde Zweiter. Schrötter überquerte die Ziellinie als Vierter. Ihm fehlten 0,113 Sekunden auf Platz drei. Gonzalez komplettierte die Top 5.

"Das war wirklich ein langer Weg für mich", zeigte sich Roberts nach seinem Premierensieg erleichtert. "Dieser Sieg bedeutet mir so viel, vor allem für all die amerikanischen Fans zu Hause. Ich weiß, wie lange sie warten mussten. Jetzt haben wir es endlich geschafft. Als es in die letzte Runde ging, konnte ich es gar nicht glauben."

Auch Vietti verriet: "Mit diesem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet, denn bei trockenen Bedingungen hatten wir diesmal ziemlich zu kämpfen. Ich weiß nicht, was für uns herausgesprungen wäre, wenn es den Abbruch nicht gegeben hätte."

"Vor einer Woche hätte ich nicht geglaubt, hier zu stehen", betonte auch Navarro und verwies auf sein Handicap: "Ich bin aufgrund meiner Knieverletzung alles andere als hundertprozentig fit. Deshalb hatte ich Zweifel. Die Bedingungen waren auch nicht gerade einfach. Heute aber fühlte ich mich schon vor dem Abbruch gut."

"Ich glaube, in der letzten Runde des ersten Rennens war ich der Schnellste. Im zweiten Rennen spürte ich, dass ich eine Chance auf das Podest habe. Ich hätte Zweiter werden können, denn ich war ein bisschen stärker als Celestino. Letzten Endes habe ich mich aber dazu entschieden, den dritten Platz sicher ins Ziel zu bringen."

Hinter den Top 3 sowie Schrötter und Gonzalez erbte Jeremy Alcoba Rang sechs, nachdem Aldeguer wegen Missachtung der Tracklimits um eine Position strafversetzt wurde. Bo Bendsneyder, Barry Baltus und Gabriel Rodrigo rundeten die Top 10 ab.

Die restlichen Punkteränge gingen an Romano Fenati, Keminth Kubo, Sean Dylan Kelly, Filip Salac und Alessandro Zaccone. Da nur 15 Fahrer die Zielflagge sahen, holten alle Punkte. Neben Dixon schied auch Niccolo Antonelli gestürzt aus.

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