Moto2 Sachsenring 2022: Fernandez dominiert, Schrötter wird Vierter

19. Juni

Foto: (c) Motorsport Images

Doppelsieg für das Red Bull KTM Ajo-Team im Moto2-Rennen auf dem Sachsenring.

Augusto Fernandez dominierte den Grand Prix von Deutschland und feierte souverän seinen zweiten Sieg in der Saison 2022. In der Verfolgergruppe setzte sich Pedro Acosta durch und wurde Zweiter. Sam Lowes stand als Dritter auf dem Podest.

Lokalmatador Marcel Schrötter kämpfte das komplette Rennen über um einen Podestplatz. Schlussendlich verpasste er Rang drei um eine Zehntelsekunde. Das deutsche Publikum feierte ihn trotzdem für die kampfstarke Leistung und den vierten Platz.

Schrötter gelang ein sehr guter Start zum Rennen über 28 Runden. Unter tosendem Jubel seiner Fans reihte sich der Lokalmatador in der ersten Kurve hinter Lowes als Zweiter ein. Dahinter folgten nach der ersten Runde Albert Arenas, Fernandez und Joe Roberts.

Ebenfalls eine gute Anfangsphase zeigte Acosta, der von Startplatz elf aus nach dem ersten Umlauf schon Sechster war. Lowes und Schrötter konnten sich sofort von der großen Verfolgergruppe etwas absetzen. Schrötter machte Druck auf Lowes.

Der Brite hatte sich als einziger Fahrer aus der Spitzengruppe für den härteren Vorderreifen entschieden. Hinten hatte das ganze Feld den harten Dunlop-Pneu gewählt. Es wurden 34 Grad Luft - und fast 50 Grad Celsius Asphalttemperatur gemessen.

Lowes und Schrötter wurden von den Verfolgern wieder eingeholt. In Runde fünf verlor Schrötter Platz zwei an Fernandez. In Runde sechs der Führungswechsel. Im Omega fuhr der Spanier eine engere Linie und überholte Lowes. Schrötter war Dritter.

Augusto Fernandez fährt auf und davon

Das Ajo-Duo drehte im ersten Renndrittel auf. Auch Acosta war auf dem Vormarsch und schnappte sich den vierten Platz von Arenas. An der Spitze fuhr Fernandez die schnellsten Runden und setzte sich von den Verfolgern ab.

Schrötter verlor Positionen, weil er am Ausgang der Zielkurve einen Rutscher hatte. Der Deutsche war in Runde acht nur noch Fünfter. Zwischen Acosta, Schrötter und Arenas entwickelte sich in der Folge ein Dreikampf um den dritten Platz.

Nach zehn Runden führte Fernandez 1,7 Sekunden vor Lowes, der seinerseits etwas mehr als eine halbe Sekunde Vorsprung auf die Gruppe mit Acosta, Schrötter und Arenas hatte. Bis Halbzeit löste sich Acosta von Schrötter und holte Lowes ein. Das Duell um Platz zwei war eröffnet.

In Runde 15 hatte Lowes im Omega einen Rutscher und Acosta war Zweiter. Schrötter fuhr wenige Meter dahinter und hatte einen Podestplatz in Sichtweite. An der Spitze raste Fernandez auf und davon. Zehn Runden vor Rennende betrug sein Vorsprung schon mehr als sechs Sekunden.

Enger Dreikampf um die Podestplätze

Der Kampf um den zweiten Platz tobte weiter. Vier Runden vor Rennende machte Lowes sein Manöver und ging wieder an Acosta vorbei. Aber dieser konterte wieder in Kurve 1. Auch Schötter war an diesem Duo dran und von hinten kam Fermin Aldeguer immer näher.

Zu Beginn der vorletzten Runde schnappte sich Schrötter in Kurve 1 den dritten Platz von Lowes. Aber der Brite fuhr wieder vorbei und Schrötter begann die letzte Runde an der vierten Stelle. Es blieb bis zum Schluss spannend.

Lowes attackierte in der letzten Runde noch Acosta für Platz zwei. Es kam zu einer Berührung. Schrötter witterte seine Chance, aber es klappte nicht mit dem Podium. Acosta fuhr als Zweiter über die Linie und Lowes als Dritter.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Fernandez schon mit knappen acht Sekunden Vorsprung gewonnen. "Unglaublich! Ich fühlte mich wie im Training", lacht der Spanier. "Bei den vorherigen Rennen konnte ich mein Form aus den Trainings auch in den Rennen umsetzten, kam aber jedes Mal von recht weit hinten im Feld."

"Diesmal haben wir alles richtig zusammengesetzt, auch im Qualifying. Mein Start aus der ersten Reihe war zwar nicht der beste, aber im Rennen hatte ich einen richtig guten Rhythmus. Vielen Dank an mein Team für dieses hervorragende Motorrad und dieses herausragende Wochenende. Wir sind noch lange nicht fertig."

Hinter Schrötter wurde Aldeguer Fünfter. Die Plätze sechs bis zehn gingen an Arenas, Alonso Lopez, Ai Ogura, Aron Canet und Tony Arbolino. Nicht ins Ziel kam Celestino Vietti. Sieben Runden vor Rennende war der Italiener in Kurve 1 gestürzt und ausgeschieden.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Vietti auf dem elften Platz befunden. Dieses Rennergebnis änderte das Bild in der WM-Wertung bei Saisonhalbzeit. Viettis Vorsprung auf Ogura ist auf acht Punkte geschrumpft. Fernandez liegt auch nur noch zwölf Zähler zurück.

Der nächste Grand Prix findet bereits am kommenden Wochenende in Assen (Niederlande) statt.

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