Moto3-Rennen Misano: Foggia feiert Heimsieg – Guevara neuer WM-Leader

4. Sept.

Foto: (c) Motorsport Images

Hattrick für Dennis Foggia: Nachdem der Honda-Pilot bereits im Vorjahr die beiden Moto3-Rennen in Misano gewinnen konnte, entschied er auch den diesjährigen Grand Prix von San Marino für sich.

In einem bis zum Schluss spannenden Kampf setzte er sich gegen Jaume Masia (KTM) und Izan Guevara (GasGas) durch.

Letzterer übernahm mit elf Punkten Vorsprung auch die WM-Führung vor Teamkollege Sergio Garcia, der erst stürzte und schließlich wegen unverantwortlichen Fahrens aus dem Rennen genommen wurde. Foggia verkürzte den Rückstand auf 35 Punkte.

"Das war einfach unglaublich! Während der letzten fünf Runden war mein Hinterreifen schon komplett fertig!", gesteht der Rennsieger. "Trotzdem hat es gereicht, wieder zu Hause zu gewinnen. Das ist für mich jetzt schon der dritte Sieg hintereinander hier."

Mehrere Zwischenfälle kurz nach dem Start

Deniz Öncü (KTM) startete als Polesetter in die 23 Rennrunden und konnte sich zunächst an der Spitze behaupten. Die KTM-Rookies Daniel Holgado und Diogo Moreira reihten sich dahinter ein, wurden aber sogleich von Guevara überholt, der Platz zwei einnahm.

Weiter hinten im Feld kam es zum ersten Zwischenfall: Nicola Fabio Carraro (KTM) fuhr Ayumu Sasaki (Husqvarna) in Kurve 4 ans Hinterrad, beide stürzten. Auch für Garcia verlief die erste Runde nicht reibungslos: Er berührte sich im Pulk mit Adrian Fernandez (KTM) und musste einmal den Notausgang nehmen.

In Runde zwei übernahm Guevara erstmals die Führung. Öncü verlor an Schwung und fiel erst hinter Holgado und Moreira und schließlich auch hinter Foggia zurück. Der bahnte sich seinen Weg nach vorn und fuhr bis auf Rang zwei vor.

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Foggia nach zehn Runden erstmals vorn

Mit Holgado im Schlepptau nahm Foggia die Verfolgung von Guevara auf, der nach vier Runden schon eine halbe Sekunde Vorsprung hatte. Für Teamkollege Garcia nahm das Rennen zu diesem Zeitpunkt ein vorzeitiges Ende: Nach einem Kontakt mit Öncü fiel er zunächst zurück und stürzte schließlich in Kurve 6.

Bei zehn Runden hatte Foggia den Anschluss zu Guevara wieder hergestellt und startete eine erste Attacke, um in Führung zu gehen. Auch die Ajo-Piloten Holgado und Masia waren Teil der Spitzengruppe. Tatsuki Suzuki (Honda) lag bereits mehr als eine Sekunde zurück.

Doch die Lücke begann sich zu schließen, als Öncü Suzuki überholte und beide wieder näher heranführte. So wurde aus der Vierer- eine Sechsergruppe im Kampf um das Podest.

Foggia profitiert vom Dreikampf hinter ihm

Vorne geriet Foggia derweil immer mehr unter Druck. Sowohl Guevara als auch Masia attackierten den Honda-Piloten. Die Führung wechselte mehrfach. Auch Öncü hatte die Chance aufs Podest noch nicht aufgegeben und blieb auf Rang vier in Schlagdistanz.

Bei noch drei zu fahrenden Runden erhielt Foggia eine Tracklimits-Warnung. Er durfte sich also keinen Ausreißer mehr leisten. Die Führung konnte er aber gegen Guevara verteidigen, der auf Platz vier zurückfiel und sich auf der Schlussrunde mit Masia und Öncü um die restlichen Podestplätze stritt.

Das verschaffte Foggia die entscheidenden Meter, um den Sieg sicher ins Ziel zu bringen. Im Kampf um Platz zwei setzte sich Masia hauchdünn gegen Guevara durch. Beide trennten nur 45 Tausendstel. Öncü kämpfte trotz Schulterschmerzen bis zum Schluss mit, scheiterte aber knapp am Podest. Ihm fehlten 0,119 Sekunden.

Schwarze Flagge zwingt Garcia an die Box

"Das war ein wirklich schwieriges Rennen. Anfangs war das Tempo sehr hoch und ich hatte zu kämpfen", erklärt Masia. "Hinter den anderen habe ich aber einiges gelernt und konnte mithalten. Gegen Ende wollte ich Dennis noch überholen, aber dann kam der andere Deniz und hat meinen Plan zerstört. Ich bin trotzdem happy."

Guevara, der zuletzt in Assen auf dem Podest stand, resümiert: "Das Rennen war verrückt. Zu Beginn habe ich gepusht, aber ab Mitte des Rennens ließ der Grip am Hinterreifen deutlich nach. Ich freue mich, dass es mal wieder für einen Podestplatz gereicht hat."

Holgado musste nach einer starken ersten Rennhälfte abreißen lassen und wurde Fünfter. Auch Suzuki und Moreira konnten das Tempo zum Schluss nicht mehr mitgehen. Sie belegten die Plätze sechs und sieben. Ivan Ortola (KTM), McPhee (Husqvarna) und Stefano Nepa (KTM) komplettierten die Top 10.

Garcia fuhr nach seinem Sturz und einem kurzen Boxenstopp zunächst weiter, erhielt dann aber die schwarze Flagge, weil er als Überrundeter mit anderen Fahrern kämpfte und blaue Flaggen missachtete. Er musste das Rennen nach 14 Runden aufgeben.

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