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MotoGP-Kollegen zu Rossis Rücktritt: „Er ist der Gott der Motorräder”

5. Aug.
Motorsport Images

Foto: (C) Motorsport Images

Die Ära Rossi geht nach der MotoGP-Saison 2021 zu Ende. Seine Mitstreiter sprechen in höchsten Tönen vom „Dottore". Miguel Oliveira erklärt, was Rossi zur Legende gemacht hat.

Valentino Rossi wird sich mit Saisonende 2021 aus der MotoGP verabschieden. Kein anderer Fahrer hat in der Geschichte der Motorrad-WM so viele Grands Prix wie der Italiener bestritten. Vor dem ersten Spielbergrennen sind es genau 423. Der zweitplatzierte Loris Capirossi kam in seiner Karriere auf "nur" 328 GP.

Die meisten seiner aktuellen MotoGP-Gegner haben als Kinder und Jugendliche Rossi im Fernsehen verfolgt. „Er war bereits zweimal Weltmeister, als ich noch gar nicht geboren war", vergleicht Fabio Quartararo.

Der Franzose kam im April 1999 zur Welt. In jener Saison wurde Rossi Weltmeister der 250er-Klasse. „Als ich ihm als Kind zugesehen habe, war er derjenige, weshalb ich ein MotoGP-Fahrer werden wollte", sagt Quartararo.

„Ich habe Stunden vor seiner Hospitality gewartet, um ein Foto mit ihm zu bekommen. Trotzdem bin ich jetzt gegen ihn gefahren. Er ist die Legende unseres Sports und hat eine unglaubliche Karriere. Er ist immer noch mein Idol."

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Fahrer sind sich einig: „Er ist unser Idol"

„Es wird seltsam werden", findet Quartararos Landsmann Johann Zarco, „aber man kann sich bei Vale nur bedanken. Er hat das Image der Motorräder verändert. Wenn man mit jemandem spricht, der nichts über Motorräder weiß, dann nennt er trotzdem Valentino Rossi. Das bedeutet etwas."

„Wir haben natürlich erwartet, dass dieser Tag kommen wird. Jetzt ist es passiert. Es ist einfach unglaublich. Wir haben ihn als Kinder im Fernsehen verfolgt. Er war unser Idol. Und dann sind wir gegen ihn gefahren. Danke für alles was er getan hat!"

Zwei Fahrer kehren in Spielberg in die MotoGP zurück, die ihre Karriere bereits beendet haben. Yamaha-Testfahrer Cal Crutchlow wird im Petronas-Team Franco Morbidelli vertreten, der sich von einer Knieoperation erholt. Somit wird Crutchlow erstmals Teamkollege von Rossi sein.

Pedrosa: „Wenn man selbst aufhört, ist es nicht so schlimm"

Dani Pedrosa, der seine Karriere Ende 2018 beendet hat, wird mit KTM sein erstes Rennen seit seinem Rücktritt fahren. Der dreimalige MotoGP-Vizeweltmeister weiß wie es sich anfühlt, wenn man in einer Presskonferenz sein Karriereende bekannt gibt.

„Wenn du selber wirklich aufhören willst, ist es nicht so schlimm", meint Pedrosa. „Klar, schwer fällt die Entscheidung immer. Aber in einem solchen Fall fällt sie trotzdem einfacher, als wenn du aus anderen Gründen zum Rücktritt gezwungen wirst."

„Ich habe viele gute Erinnerungen an ihn. Er war ja vor mir da, aber wir hatten viele tolle Duelle, als wir beide in unseren besten Jahren waren. Ich bin dann zurückgetreten, während er immer noch weitergefahren ist. Ich habe wirklich riesigen Respekt vor ihm und wünsche ihm alles Gute."

Vinales: „Er ist der Gott der Motorräder"

Vier Jahre lang war Maverick Vinales im Yamaha-Werksteam der Teamkollege von Rossi und hat ihn aus nächster Nähe kennengelernt. „Valentino ist ein Idol und eine Legende", sieht es Vinales genauso wie die übrigen MotoGP-Fahrer.

„Seit ich drei Jahre alt bin, ist er mein Idol und meine Referenz. Einerseits ist es traurig, andererseits müssen wir uns bei ihm bedanken, weil er die MotoGP verändert hat. Für mich war er immer eine Inspiration und Motivation. Er ist der Gott der Motorräder."

„Er war immer meine Referenz. Als ich als Kind meine Leidenschaft für Motorräder entdeckt habe, wie er Rennen gewonnen und seine Siege gefeiert hat. Dann hatte ich die Chance, sein Teamkollege zu sein. Wir haben Daten und Aussagen ausgetauscht. Vor allem konnte ich von ihm lernen."

Fans lieben ihn trotz ausbleibender Ergebnisse

Rossi war in seiner Karriere jahrelang die absolute Referenz und der schnellste und beste Motorradrennfahrer der Welt. 2010 gab es mit dem Beinbruch in Mugello die erste gröbere Verletzung. Der Wechsel zu Ducati 2011/12 blieb erfolglos.

Siege wurden auch bei seiner Rückkehr zu Yamaha seltener. Rossi arbeitete sich aber zurück an die Spitze und wurde noch dreimal Vizeweltmeister. Miguel Oliveira glaubt, dass Rossi erst dadurch zur Legende geworden ist, weil er sich nach schwierigen Jahren zurück kämpfen konnte.

„Valentino war die Referenz seit wir Kinder waren. Das ist natürlich einfach, weil man immer den Sieger unterstützt. Ich glaube, der Wendepunkt zur Legende war, dass ihn die Leute nach so vielen WM-Titeln immer noch geliebt haben, als er dann nicht mehr gewonnen hat", findet Oliveira.

„Als er nicht mehr gewonnen hat und die Ergebnisse ausgeblieben sind, erst dann haben wir die Größe von Valentino gesehen - sein Image, sein Einfluss und seine Power im MotoGP-Paddock. Für mich ist es ein Privileg, gemeinsam mit ihm auf der Strecke gewesen zu sein."

Vergangenen November durfte Joan Mir die Plakette mit seinem Namen auf den WM-Pokal stecken. Etwas weiter unten sind die sieben Plaketten mit Rossis Namen zu finden. „Ich war damals wahrscheinlich nervöser als er jetzt, als er uns diese News mitgeteilt hat", lacht Mir.

„Es hat so ausgesehen, dass dieser Moment nie kommen würde. Er hat alles, um sein Leben zu genießen. Es wird schwierig werden, dass es einen neuen Valentino Rossi geben wird." Sollte es wegen Corona keine Änderungen im Kalender geben, dann wird Rossi noch zehn Grands Prix bestreiten.

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