MotoGP World Championship

MotoGP-Rennen Indonesien: Miguel Oliveira dominiert im Regen

20. März
Motorsport Images

Foto: (c) Motorsport Images

KTM-Sieg in Mandalika: In einem auf 20 Runden verkürzten Regenrennen zeigte Miguel Oliveira eine fehlerfreie Fahrt und ließ die Konkurrenz klar hinter sich.

Fabio Quartararo (Yamaha) feierte als Zweiter seinen ersten Podestplatz im Nassen. Johann Zarco (Pramac-Ducati) komplettierte das Podium als Dritter.

Zunächst lief der erste Indonesien-Grand-Prix seit 25 Jahren Gefahr, ins Wasser zu fallen. 45 Minuten vor dem für 15 Uhr Ortszeit geplanten Start hatte heftiger Rennen samt Blitz und Donner eingesetzt. Der Start wurde daraufhin mehrfach verschoben.

Um 16 Uhr Ortszeit öffnete die Boxengasse für die MotoGP-Fahrer dann zum ersten Mal. Sie machten sich auf ein bis zwei Besichtigungsrunden mit den schwierigen Streckenverhältnissen vertraut und nahmen dann in der Startaufstellung Platz.

Marc Marquez nach Sturz nicht dabei

Weltmeister Quartararo stand zum ersten Mal seit Katalonien 2021 auf der Poleposition. Er teilte sich die erste Reihe mit den beiden Pramac-Ducati-Piloten Jorge Martin und Johann Zarco. Brad Binder (KTM), Katar-Sieger Enea Bastianini (Gresini-Ducati) und Francesco Bagnaia (Ducati) reihten sich dahinter ein.

Honda-Pilot Marc Marquez fehlte in der Startaufstellung. Er hatte sich bei einem Sturz im Warm-up eine Gehirnerschütterung zugezogen und wurde für rennuntauglich erklärt.

Den Start gewann Polesetter Quartararo. Hinter ihm reihten sich Oliveira, Jack Miller (Ducati) und Alex Rins (Suzuki) ein, die aus dem Stand viele Positionen gutmachen konnten. Die Führung des Weltmeisters hielt jedoch nicht lang, denn zu Beginn von Runde zwei wurde er auf der Geraden bereits von Oliveira und Miller kassiert.

Schreckmomente auf nasser Strecke

Der Ducati-Pilot übernahm die Führung und setzte sich mit Oliveira im Schlepptau rasch ab. Quartararo büßte derweil weitere Plätze ein: Auf den spiegelglatten Kerbs verlor er seinen Drive und fiel hinter Rins und Zarco zurück. Auch Martin rutschte auf der weißen Linie aus, konnte einen Sturz aber noch verhindern.

In Runde fünf übernahm Oliveira das Zepter. Er ging an Miller vorbei und setzte sich innerhalb weniger Runden deutlich ab. Der KTM-Pilot war in dieser Phase des Rennens als Einziger im Feld in der Lage, Zeiten unter 1:40 Minuten zu fahren.

Andere hatten mit den Bedingungen deutlich mehr zu kämpfen. Martin stürzte zu Beginn der achten Runde in Kurve 1. Auch sein Ducati-Markenkollege Bagnaia und Pol Espargaro (Honda) befanden sich zwischenzeitlich auf Abwegen. Pol Espargaro (Honda) Andrea Dovizioso (RNF-Yamaha) schied mit technischen Problemen aus.

Oliveira fährt der Konkurrenz davon

Nach zwölf Runden lag Oliveiras Vorsprung bereits bei vier Sekunden. Miller hielt Rang zwei, bekam aber Druck von Zarco, der sich auf Platz drei vorgekämpft hatte. Rins hingegen musste abreißen lassen. Nach Zarco ging auch Quartararo an ihm vorbei.

Der Yamaha-Pilot konnte das Tempo in den Schlussrunden noch einmal deutlich anziehen. Er schnappte sich nicht nur die beiden Ducatis von Miller und Zarco vor ihm, sondern nahm auch Oliveira an der Spitze einige Zehntelsekunden pro Runde ab.

Doch der Portugiese konnte reagieren und brachte den Rennsieg mit einem Vorsprung von 2,205 Sekunden souverän ins Ziel. Quartararo, bisher nicht gerade als Regenspezialist bekannt, jubelte über Rang zwei. Zarco setzte sich im markeninternen Duell gegen Miller durch und sicherte sich den letzten Podestplatz.

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Oliveira widmet Sieg seiner Tochter

"Emotional war das eine Achterbahnfahrt!", bekundete Oliveira nach dem Rennen. "Der Start war perfekt, aber im Nassen ist es unheimlich schwer, das Limit zu finden. Deshalb bin ich ein paar Runden lang hinter Jack hergefahren."

"Dann wurde mir klar, dass ich ein bisschen schneller fahren kann. Als ich an ihm vorbei war, habe ich mich darauf konzentriert, fünf richtig starke Runden hinzulegen, um einen Vorsprung herauszufinden. Einfach war es nicht. Nach zuletzt einigen schwierigen Monaten so zurückzukommen, ist unglaublich", freute sich der KTM-Pilot.

Seinen nunmehr vierten MotoGP-Sieg widmete er seinem Kind, das im Januar zur Welt kam: "Es ist sehr emotional, denn ich habe meiner Tochter versprochen, dass ich ihr eine Trophäe aus Indonesien mitbringe. Die ist also für dich, Baby!"

Quartararo kann's auch im Regen

Quartararo feierte Platz zwei wie einen Sieg. "Damit hätte ich nicht gerechnet", gab er zu. "Aber ehrlich gesagt spürte ich schon auf der Aufwärmrunde, dass heute etwas gehen könnte. Normalerweise tun wir uns ja bei regnerischen Bedingungen schwer. Wenn die Strecke aber komplett nass ist, weiß ich durchaus, was ich kann."

"Heute lief es trotzdem besser als erwartet. Ich habe die Chance gesehen und sie ergriffen. Das ist mein erster Podestplatz im Regen. Ich bin richtig glücklich, weil wir für regnerische Bedingungen richtig was gefunden haben. Vielen Dank auch an die Fans, die im Regen ausgeharrt haben", schickte er einen Gruß in die Menge.

Nicht ganz so euphorisch kommentierte Zarco Platz drei. "Ich muss wohl zufrieden sein. Ein MotoGP-Podestplatz ist immer eine tolle Sache. Schade, dass ich ein paar Runden gebraucht habe, um das Gripniveau zu verstehen", haderte er.

"Genau das ist die große Stärke von Miguel und auch von Jack. Sie waren sofort in der Lage zu pushen. Als ich verstanden hatte, wie viel Grip es gibt, sind auch mir gute Rundenzeiten gelungen. Überholen war dennoch schwierig. So habe ich hinter Rins und Jack einfach zu viel Zeit verloren. Den dritten Platz nehme ich trotzdem mit."

Rookie Darryn Binder in den Top 10

Suzuki-Pilot Rins beendete das Rennen als Fünfter, direkt gefolgt von Teamkollege Joan Mir, der von Startplatz 17 eine starke Aufholjagd und an sechster Stelle ins Ziel kam. Auch Franco Morbidelli konnte nach einer Strafversetzung auf Platz 14 einige Positionen gutmachen. Der Yamaha-Pilot wurde Siebter.

Brad Binder (KTM), Aleix Espargaro (Aprilia) und Darryn Binder (RNF-Yamaha) kämpften bis zum Schluss in einer großen Gruppe um die letzten Top-10-Ränge. Sie liefen auf den Plätzen acht, neun und zehn ein. Katar-Sieger Bastianini wurde Elfter, behielt mit 30 Punkten aber die Gesamtführung in der Weltmeisterschaft.

Pol Espargaro landete als bester Honda-Pilot auf Rang zwölf vor Markenkollege Alex Marquez. Luca Marini (VR46) und Bagnaia belegten die letzten beiden Punkteränge. Maverick Vinales (Aprilia) kam im Regen nicht über Platz 16 hinaus.

Auch die Rookies Raul Fernandez (Tech-3-KTM), Fabio Di Giannantonio (Gresini-Ducati), Marco Bezzecchi (VR46) und Remy Gardner (Tech-3-KTM) taten sich auf nasser Strecke schwer. Sie schlossen das Feld auf den Plätzen 17 bis 21 ab und nahmen Takaaki Nakagami (LCR-Honda) ins Sandwich, der als 19. ins Ziel kam.

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