MotoGP-Rennen Motegi: Jack Miller siegt souverän – WM-Rivalen straucheln

25. Sept.

Foto: (c) Motorsport Images

Jack Miller hat den Grand Prix von Japan in überlegener Manier gewonnen.

Der Ducati-Pilot setzte sich früh an die Spitze und gab diese nicht mehr. Im Duell um Platz zwei setzte sich Brad Binder (KTM) gegen Jorge Martin (Pramac-Ducati). Die WM-Rivalen hatten mit dem Kampf ums Podest diesmal nichts zu tun.

Die Bedingungen für das Rennen über 24 Runden waren trocken und sonnig. Fast alle Fahrer entschieden sich für den harten Vorderreifen. Am Hinterrad waren alle Mischungen vertreten. Einige wechselten noch in der Startaufstellung auf den harten Reifen, da die Asphalttemperatur bei knapp 40 Grad lag.

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Zwischenfall vor dem Start

Zum ersten Problem kam es schon vor dem Start: Aprilia-Pilot Aleix Espargaro bog nach der Aufwärmrunde mit einem technischen Problem an die Box ab und wechselte dort auf sein Zweitbike, um dem Feld aus den Boxengasse hinterher zu jagen.

In der Startaufstellung fehlte der Spanier. Dort stand Marc Marquez (Honda) zum ersten Mal seit 2019 auf der Poleposition, wurde am Start aber von Binder ausbeschleunigt. Auch Martin schnappte sich Marquez nach wenigen Kurven und übernahm noch im Verlauf der erste Runde die Führung von Binder.

Marquez verlor weitere Positionen an Miller und Miguel Oliveira (KTM), sodass er die zweite Runde als Fünfter begann. WM-Öeader Fabio Quartararo (Yamaha) kam in der Startphase kaum von der Stelle und lag auf Platz acht. Auch Francesco Bagnaia (Ducati) konnte keinen Boden gutmachen und war Elfter.

Sein Teamkollege Miller drückte hingegen ordentlich aufs Tempo und legte sich erst Binder und dann Martin zurecht, um in Runde drei erstmals in Führung zu gehen. Das Ducati-Doppel konnte sich rasch von den Verfolgern absetzen. Nach nur fünf Runden lag der Vorsprung schon bei anderthalb Sekunden.

Allerdings musste auch Martin zusehends abreißen lassen. Miller fuhr im Schnitt zwei bis drei Zehntelsekunden schneller, sodass sich die Lücke immer weiter öffnete. Dahinter hielt sich das KTM-Duo auf den Plätzen drei und vier. Marquez folgte als Fünfter.

Luca Marini (VR46-Ducati) setzte sich erst im Duell gegen Quartararo durch und schnappte sich dann Maverick Vinales (Aprilia), um den sechsten Platz zu übernehmen.

Schrecksekunde für Tsuda

Zur Halbzeit sorgte Suzuki-Ersatzfahrer Takuya Tsuda für eine Schrecksekunde, als seine Maschine Feuer fing. Doch der Japaner konnte rechtzeitig reagieren und fuhr zur Seite. Streckenhelfer konnten das Bike rechtzeitig löschen. Das Rennen lief also weiter.

Allerdings kam es für Suzuki nur kurze Zeit später noch schlimmer, denn Alex Rins ging an die Box und stellte seine Maschine ab. Er lag zwar außerhalb der Punkteränge, doch ein Doppelausfall beim letzten Heim-Grand-Prix des japanischen Herstellers ist natürlich mehr als bitter. Suzuki steigt Ende 2022 aus.

Auf der Strecke baute Miller seinen Vorsprung immer weiter aus. Bei noch fünf zu fahrenden Runden lag er mehr als fünf Sekunden voraus. Martins Vorsprung hingegen schrumpfte, denn Binder pirschte sich immer näher heran. Der KTM-Pilot hatte sich von Oliveira gelöst und nahm nun Platz zwei ins Visier.

Zu Beginn der letzten Runde zog Binder schließlich an Martin vorbei, der keinen Gegenangriff mehr starten konnte. Für Miller war der Sieg da schon in Sack und Tüten. Er ließ es etwas ruhiger angehen und hatte immer noch 3,409 Sekunden Vorsprung.

Marquez ging in der Schlussphase noch an Oliveira vorbei und beendete sein 150. MotoGP-Rennen mit einem vierten Platz. Oliveira wurde Fünfter vor Marini und Vinales.

Drama um Bagnaia

Quartararo behauptete Platz acht gegen Bagnaia, der zum Ende hin zwar Positionen gutmachen konnte, bei einem Überholversuch an Quartararo in der letzten Runde aber stürzte. Damit büßte er in der Gesamtwertung acht wichtige Punkte auf den WM-Leader ein.

Enea Bastianini (Gresini-Ducati) und Marco Bezzecchi (VR46-Ducati) komplettierten die Top 10. Die restlichen Punkteränge gingen an Johann Zarco (Pramac-Ducati), Pol Espargaro (Honda), Alex Marquez (LCR-Honda), Franco Morbidelli (Yamaha) und Cal Crutchlow (RNF-Yamaha), der erneut punkten konnte.

Aleix Espargaro biss zwar die Zähne zusammen und überholte einige Fahrer, scheiterte als 16. aber an den Punkteplätzen. Auf Rang 15 fehlten ihm 6,272 Sekunden.

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