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MotoGP-Rennen Spielberg: Neue Bremsen für mehr Sicherheit

10. Juni
Motorcycle, Transportation, Vehicle

Foto: (C) Motorsport Images

Die Bremskräfte in der MotoGP nehmen zu. Dementsprechend muss reagiert werden. Damit nicht das passiert, was Maverick Vinales 2020 am Red Bull Ring erlebte.

Brembo rüstet alle MotoGP-Teams mit Bremsanlagen aus. Auch in diesem Bereich gibt es laufend Weiterentwicklung, denn die Bremskräfte werden immer größer. Sie sollen vor manchen Kurven bereits bis zu 2G betragen. Da die Bremsanlage ein wichtiges Sicherheitsthema ist, müssen die Ingenieure sehr sorgfältig arbeiten. Defekte Bremsanlagen kommen sehr selten vor.

Im vergangenen Jahr trat beim zweiten Spielberg-Rennen ein Schaden bei Maverick Vinales auf. Vor der ersten Kurve musste der Spanier von seiner Yamaha springen, weil die Vorderbremse versagt hatte. Vinales blieb zum Glück unverletzt.

Damals hatte Yamaha die klare Empfehlung von Brembo nicht beachtet. Statt die Bremszange von 2019 zu verwenden, die für starke Belastung ausgelegt ist, oder der verbesserten 2020er-Version, fuhr Vinales mit der Standard-Bremszange von 2019. Diese hielt den starken Bremskräften auf dem Red Bull-Ring nicht stand.

Nun hat Brembo das Bremssystem weiterentwickelt. Beim Montags-Test in Barcelona überprüften die meisten Fahrer das System. Dieses System besteht aus ventilierten Carbon-Scheiben. Man bleibt beim gewohnten Durchmesser von 340 Millimetern.

Die Kühlung der Scheibe wurde optimiert. Damit bleibt die Temperatur im Bereich von 700 bis 800 Grad Celsius. "Nach dem Vorfall im vergangenen Jahr brauchen wir etwas mehr Spielraum bei der Temperatur", sagt ein Ingenieur eines Topteams gegenüber der spanischen Edition von 'Motorsport.com'.

„Die Performance der Bremse erhöht sich nicht, aber die Sicherheit. Beim Test sahen wir, dass wir mehr Sicherheits-Spielraum haben, bevor 1.000 Grad erreicht werden." Ab dieser Temperatur funktioniere das Bremssystem dann nicht mehr ordnungsgemäß.

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Verbesserte Kühlung sorgt für mehr Sicherheit

Bei den beiden Spielberg-Rennen im August sollen diese neuen Bremsen zum Einsatz kommen. Außerdem sind sie für Motegi (Japan), Buriram (Thailand) und Sepang (Malaysia) geplant, sollten die Rennen im asiatischen Raum in diesem Jahr stattfinden.

„Die 340 Millimeter Bremsscheiben erreichen langsam ihr Limit", sagt Brembos MotoGP-Ingenieur Andrea Pelegrini gegenüber der spanischen Edition von 'Motorsport.com'. „Deshalb haben wir die Kühlung weiterentwickelt. Die Masse der Scheibe und der Kontaktbereich zu den Klötzen ist größer."

Die Bremse kühlt ein zusätzlich angebrachter Lufteinlass, der den Fahrtwind perfekt auf die Bremsanlage leitet. „Mit dieser neuen Scheibe hoffen wir, die gleiche Performance in einem niedrigeren Temperaturbereich zu erzielen."

Einige Fahrer testeten die neue Scheibe schon in Katar, dort wird das Bremssystem aber nicht extrem belastet. Deshalb wurde es in Barcelona erneut ausprobiert. Das Feedback der Fahrer soll durchwegs positiv gewesen sein.

2022 wird eine 360 Millimeter Bremsscheibe kommen

Die Brembo-Ingenieure arbeiten bereits für die Zukunft. Im nächsten Jahr wird der Durchmesser der vorderen Bremsscheibe auf 360 Millimeter vergrößert. Das ist die größtmögliche Dimension, die verbaut werden kann.

„Jetzt nutzen praktisch alle Teams die 340 Millimeter Scheibe, weil die Aerodynamik die Bremskräfte erhöht", sagt Pellegrini. „Wir arbeiten bereits an der größeren, 360 Millimeter Scheibe, die von Dorna und IRTA homologiert werden muss."

Diese großen Scheiben sollen schon ab 2022 im Einsatz sein. Wie rasch die Entwicklung der Bremsanlage voranschreitet, zeigt ein Blick in die jüngere Vergangenheit. Vor zehn Jahren waren 320 Millimeter Scheiben Standard.

Als 2012 der Hubraum von 800 auf 1.000 ccm erhöht wurde, wurden die Motorräder schneller und um sieben Kilogramm schwerer. In Motegi 2012 hatte Ben Spies (damals Yamaha) wegen der hohen Belastung einen Bremsdefekt.

In Motegi 2013 kam die 340-mm-Scheibe erstmals zum Einsatz. Diese Scheibe hat die Bremswirkung um 20 Prozent verbessert und die Betriebstemperatur um 100 Grad Celsius gesenkt. Die empfohlene Maximaltemperatur der Bremszange beträgt 200 Grad Celsius. Mit speziellen Abdeckungen kommen seit einigen Jahren auch bei Regen Carbon-Bremsen zum Einsatz.

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