Nach ÖTV-Aus beim ATP Cup: Unangenehme Folgen für Dominic Thiem?

8. Jan. 2020

SYDNEY, AUSTRALIA – JANUARY 04: Dominic Thiem of Austria reacts after a point during his group E singles match against Borna Coric of Croatia during day two of the 2020 ATP Cup Group Stage at Ken Rosewall Arena on January 04, 2020 in Sydney, Australia. (Photo by Cameron Spencer/Getty Images)

Mit dem ÖTV-Team hat Dominic Thiem beim ATP Cup einen Fehlstart in die neue Tennis-Saison hingelegt. Das könnte Konsequenzen für Österreichs Top-Spieler haben.

Roger Federer hatte sicherlich viele Gründe, seine ursprüngliche Zusage für die Teilnahme am ATP Cup vor den ATP Finals in London doch wieder zurückzuziehen. Einer davon war laut dem "Maestro": Federer wollte nicht schon so früh im Jahr hart umkämpfte Matches austragen. Denn in den letzten Jahren hatte sich der inzwischen 38-Jährige stets beim Hopman Cup eingespielt. In aller Ruhe - und mit einem Match-Tiebreak anstelle eines entscheidenden dritten Satzes.

Mit Blick auf die Bilanz von Dominic Thiem nach dessen drei Partien beim ATP Cup 2020 erscheint Federers Argument durchaus nachzuvollziehen: Bei seinen Niederlagen gegen Borna Coric und Hubert Hurkacz musste der Österreicher jeweils über drei Sätze gehen. Und der Zweisatz-Erfolg gegen Diego Schwartzman war hart erarbeitet. Die gute Nachricht aus Sicht des Österreichers: Im Gegensatz zum Vorjahr stimmt die körperliche Verfassung. Denn vor knapp zwölf Monaten reiste Thiem ja nicht gesund zu den Australian Open, musste in Runde zwei gegen Alexei Popyrin aufgeben.

Thiem im ATP-Ranking unter Druck

Nur ein Sieg aus drei Matches und das verpasste Weiterkommen schmerzen aber vor allem auch im Hinblick auf Thiems Position in der Weltrangliste. Aktuell liegt Thiem im Ranking nur noch wenige Punkte vor Daniil Medvedev. Der Russe darf in Sydney weiterspielen, würde bei einem weiteren Erfolg an Thiem vorbeiziehen. Und damit als Nummer vier in die bevorstehenden Australian Open gehen.

Die Folgen liegen auf der Hand: Thiem könnte dann nicht erst im Halbfinale auf einen der großen Drei treffen. Sondern müsste sich im schlimmsten Fall sogar nacheinander mit Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal auseinandersetzen. Ein Worst-Case-Szenario, das Dominic Thiem aber vermutlich mit Handkuss nehmen würde. Denn das würde schließlich bedeuten, dass er beim ersten Major des Jahres das Endspiel erreichen würde.

ÖTV-Kapitän Muster wird Thiem-Coach

Dass dabei Thomas Muster eine Rolle spielen wird, ist seit kurzem beschlossene Sache. Die ehemalige Nummer eins der Welt füllte das Amt des ÖTV-Kapitäns beim ATP Cup extrem lebhaft aus. So gut offenbar, dass sich Thiem und Muster auf eine Zusammenarbeit verständigt haben. 20 Wochen im Jahr soll der French-Open-Sieger von 1995 Thiem fortan dabei unterstützen, zumindest eines seiner beiden großen Ziele zu erreichen: Ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen und auf Position eins der Weltrangliste vorzustoßen.

Für Dennis Novak könnte der Comeback-Sieg gegen Guido Pella den erstmaligen Sprung unter die Top 100 der Welt bedeuteten. Aktuell liegt Novak im Live-Ranking auf Position 98. Österreichs Nummer zwei gibt sich bei diesem Thema allerdings gelassen: In den nächsten Wochen habe er so gut wie keine Punkte zu verteidigen. Und früher oder später werde sein Ranking ohnehin zweistellig werden. Zunächst steht für Novak die Qualifikation für die Australian Open an. Dort wird er, so wie sein Kumpel Dominic Thiem im Hauptfeld, an einer der vorderen Positionen gesetzt sein.

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