Nadal und Zverev souverän im Melbourne-Achtelfinale

21. Jan.

Foto: GEPA Pictures / Panoramic / Antoine Couvercelle

Nach ihren starken Drittrunden-Auftritten steuern Rafael Nadal und Alexander Zverev in Melbourne auf ein direktes Duell zu - bei den Frauen platzt ein vielen erhofftes Top-Match.

Nur noch je ein Sieg trennt den 20-fachen Major-Sieger Rafael Nadal und Olympiasieger Alexander Zverev vom erhofften Viertelfinal-Schlager bei den Australian Open. Nadal gab in der Night Session am Freitag gegen den Russen Karen Chatschanow zwar seinen ersten Satz ab, zeigte aber dennoch eine starke Leistung. Zverev ließ Qualifikant Radu Albot aus Moldau beim 6:3, 6:4, 6:4 keine Chance und bieb beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres weiterhin ohne Satzverlust.

Zverev trifft im Kampf um ein Viertelfinal-Ticket nun auf den Kanadier Denis Shapovalov, der den US-Amerikaner Reilly Opelka in vier Sätzen eliminierte. Der Deutsche war mit seinem dritten Auftritt in Melbourne nicht ganz zufrieden, wie u.a. ein Schlägerwurf während des Matches zeigte. "Ich habe mich nicht perfekt gefühlt - aber wer ist perfekt? Am Ende habe ich gewonnen und bin glücklich darüber", sagte der 24-Jährige. "Hoffentlich werden es noch vier gute Matches für mich." Zverev ließ damit einmal mehr durchblicken, dass er klar seinen ersten Major-Titel anvisiert.

Nadal happy: "Mein bestes Comeback-Match"

Für Nadal gab es nach dem 6:3, 6:2, 3:6, 6:1 und einem besonders starken vierten Satz wenig zu meckern. "Ich habe gegen einen starken Spieler gespielt. Das war seit meinem Comeback sicher mein bestes Match", freute sich der Spanier. "Abende wie diese bedeuten mir alles - das gibt mir viel Energie, um weiterzukämpfen." Nadals Achtelfinal-Gegner ist nun der Franzose Adrian Mannarino, der sich gegen Vorjahres-Halbfinalist Aslan Karazew aus Russland mit 7:6(4), 6:7(4), 7:5 und 6:4 durchsetzte.

Einen 4:10 Stunden dauernden Thriller lieferten sich der als Nummer 7 gesetzte Italiener Matteo Berrettini und Spaniens Jungstar Carlos Alcaraz. Der immer noch 18-Jährige kämpfte sich zwar nach einem 0:2-Satzrückstand in den fünften Durchgang, doch in diesem setzte sich der Wimbledon-Finalist aus dem Vorjahr im Tiebreak mit 10:5 durch. Beim ersten Major-Turnier des Jahres gibt es seit einigen Jahren im Entscheidungssatz einen "langen" Tiebreak bis zehn.

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Berrettini bezwingt Alcaraz in Fünfsatz-Thriller

"Es ist unglaublich", lobte Berrettini seinen jungen Gegner noch auf dem Court. "Er spielt echt beeindruckend und zeigt das gerade mit Matches wie diesen. Zum Glück habe ich heute gewonnen, aber ich gratuliere ihm trotzdem." Er trifft nun auf den Spanier Pablo Carreno Busta, der US-Hoffnung Sebastian Korda mit 6:4, 7:5, 6:7(6) und 6:3 aus dem Turnier nahm.

Grund zur Freude hatte auch Gael Monfils - und mit ihm sein österreichischer Trainer Günter Bresnik. Der Franzose hatte gegen den Chilenen Cristian Garin nur im ersten Satz Mühe und gewann am Ende sicher mit 7:6(4), 6:1, 6:3. Monfils, der mit einem Turniersieg in Adelaide reichlich Selbstvertrauen für Melbourne (täglich ein Top-Match LIVE bei ServusTV, im Stream & in allen Apps) sammelte, wäre ursprünglich auf Top-Star Novak Djokovic getroffen. Nach dessen abgewiesenem Visum bekommt er es nun aber mit Djokovics Landsmann Miomir Kecmanovic zu tun. Der Weltranglisten-77. wäre der Erstrunden-Gegner des "Djokers" gewesen, nun steht der 22-Jährige nach einem Viersatz-Sieg über Lorenzo Sonego (ITA-25) erstmals überhaupt in einem Major-Achtelfinale.

Damen-Hit Barty vs. Osaka geplatzt

Im Frauen-Bewerb platzte in der Night Session der von allen erwartete Achtelfinal-Hit. Zwar setzte sich die australische Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty in einer Stunde klar gegen Camila Giorgi (ITA) mit 6:2, 6:3 durch. Danach aber strauchelte die Titelverteidigerin: Naomi Osaka, die derzeit bestbezahlte Sportlerin der Welt, musste sich im Krimi gegen die US-Amerikanerin Amanda Anisimova nach 2:15 Stunden mit 6:4, 3:6 und 6:7 (5/10) geschlagen geben. Besonders bitter für Osaka: Sie vergab bei 5:4 im dritten Satz zwei Matchbälle.

Für die Japanerin läuft es seit ihrem Titel in Melbourne vor einem Jahr alles andere als rund. Nach den US Open im vergangenen September zog sich die vierfache Grand-Slam-Siegerin vom Tennis zurück und legte eine längere Pause ein. Zuvor hatte Osaka öffentlich erklärt, an Depressionen erkrankt zu sein. Anfang Jänner kehrte die 24-Jährige nach einer vier Monate langen Auszeit auf die Tour zurück.

Osaka nimmt überraschendes Aus gelassen

"Es zeigt, dass die Auslosung oft nicht so kommt wie ihr denkt, oder?", sagte Barty schmunzelnd. Sie hätte gerne gegen Osaka gespielt, aber "Amanda hat ein fantastisches Turnier gespielt. Es wird ein aufregendes Match." Osaka nahm es gelassen: "Ich habe um jeden Punkt gekämpft, darüber kann ich nicht traurig sein. Ich bin nicht Gott, ich kann nicht jedes Match gewinnen." Für sie sei der Auftritt nach all ihren Problemen dennoch ein großer Schritt gewesen.

Schon zuvor hatten sich die Nummern 4, 5 und 8 für die Runde der letzten 16 qualifiziert. Die Tschechin Barbora Krejcikova, die Griechin Maria Sakkari und die Spanierin Paula Badosa stehen nach Siegen über Jelena Ostapenko, Veronika Kudermetowa bzw. Marta Kostjuk allesamt im Achtelfinale. Auffällig war der glatte Erfolg der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Victoria Asarenka aus Belarus, die der als Nummer 15 gesetzten Ukrainerin Elena Switolina beim 6:0, 6:2 nicht den Hauch einer Chance ließ. Asarenka hat in Melbourne 2012 und 2013 ihre bishrigen zwei Major-Titel geholt. (APA/red.)

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