MotoGP World Championship

Neuer Anlauf: Pläne für Suzuki-Kundenteam werden konkreter

7. Dez. 2020

Foto: Motorsport Images

Seit Jahren ist ein Suzuki-Satellitenteam ein Thema: Teammanager Davide Brivio wünscht sich einen zusätzlichen Rennstall, obwohl Suzuki auch ohne zum Weltmeister-Team wurde.

Ein Kundenteam von Suzuki ist schon seit Jahren immer wieder im Gespräch. Konkret wurden die Pläne bislang allerdings nie. In der abgelaufenen MotoGP-Saison machten die Japaner mit dem WM-Titel großartige Werbung für die GSX-RR. Kann zur Saison 2022 also ein Privatteam zum Hersteller-Wechsel zu Suzuki überzeugt werden?

"Wir haben schon viel über ein mögliches Satellitenteam gesprochen. Man könnte glauben, dass es das inzwischen gar nicht mehr braucht, weil wir ja die WM gewonnen haben. Aber unsere Ingenieure sind da anderer Meinung", stellt Suzuki-Teammanager Davide Brivio klar.

Zweites Team würde Suzuki weiter voranbringen

Mehr Erfahrungswerte würden Suzuki dabei helfen, sich schneller auf bestimmte Bedingungen einzustellen. Und die Entwicklung der GSX-RR dadurch noch effektiver voranzubringen.

"Auf der Strecke haben wir in manchen Situationen das Gefühl, mehr Informationen von weiteren Fahrern zu benötigen. Zwei Piloten reichen unter bestimmten Bedingungen nicht aus", begründet Brivio. "Das wird vor allem bei schwierigen Witterungsbedingungen deutlich, wenn man nur wenige Sessions im Trockenen hat."

"Mehr Fahrer würden für uns natürlich mehr Informationen bedeuten", macht der Suzuki-Teammanager Werbung für ein Kundenteam. Mit nur zwei Piloten hat Suzuki beim Kampf gegen die Konkurrenz um Honda, Yamaha, Ducati und KTM einen klaren Nachteil.

Brivio: "Top-Management muss entscheiden"

"Es ist für uns schwieriger als für die anderen Hersteller", unterstreicht Brivio und wünscht sich ein weiteres Team. "Es ist etwas, das wir machen möchten. Wir als Werksteam hätten gerne einen weiteren Rennstall, um mehr Informationen zu sammeln und diese auszutauschen. Doch das muss vom Top-Management entschieden werden."

Ein MotoGP-Kundenteam wird bei Suzuki in Japan aktuell wieder diskutiert. "Der Prozess läuft. Das Ziel ist, es für 2022 zu realisieren. Wir müssen Anfang 2021 eine Entscheidung treffen. Ich denke, April oder Mai wären der späteste Zeitpunkt dafür. Danach wäre die Zeit zu knapp, um alles zu organisieren", erklärt Brivio. Anschließend stellt der Suzuki-Macher jedoch klar: "Bisher gibt es noch keine Entscheidung."