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ÖFB-Team bei Sieg in Nordirland mit zwei Gesichtern

12. Okt. 2020

Foto: GEPA pictures/ Philipp Brem

Der Österreich-Sieg gegen Nordirland hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Am Mittwoch trifft das ÖFB-Team auswärts auf Rumänien.

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hat am Sonntag in Nordirland mit 1:0 gewonnen und damit die Tabellenführung in ihrer Nations-League-Gruppe übernommen. Und dennoch hinterließ der Auftritt im Windsor Park von Belfast einen bitteren Nachgeschmack. Nach der Pause leistete sich das ÖFB-Team nämlich einen massiven Rückfall, der gegen einen limitierten Gegner beinahe einen Punkteverlust zur Folge gehabt hätte.

Teamchef Franco Foda hob aber lieber den gelungenen Auftritt in der ersten Hälfte hervor. "Da hatten wir ein sehr gutes Positionsspiel und Pressing. Wir hätten 2:0 oder 3:0 führen müssen", erklärte der Deutsche. "Unser einziges Manko war, dass wir unsere vielen Chancen nicht genützt haben."

Die Rechnung dafür hätten die Österreicher fast in der 92. Minute präsentiert bekommen, als ein Schuss von Liam Boyce nach einem schnell abgespielten Freistoß und einer Unachtsamkeit der ÖFB-Defensive nur haarscharf am langen Eck vorbeiflog. Dennoch relativierte Foda: "In der zweiten Hälfte haben wir etwas die Spielkontrolle verloren, wir waren in den Umschaltmomenten zu unpräzise. Aber der Gegner hatte bis auf diese Szene keine große Chance, wir waren defensiv kompakt."

Der Nationaltrainer betonte, er habe der Mannschaft zur Halbzeit nicht die Anordnung gegeben, zurückhaltender zu agieren. "Wir wollten uns nach der Pause nicht zurückfallen lassen, sondern weiterhin vorne Druck ausüben. Aber der Gegner hat dann mehr mit langen Bällen operiert und wir hatten dadurch Probleme."

Österreich: Platz eins in der Gruppe

Dank des vierten Sieges in Folge über Nordirland übernahm Fodas Truppe Platz eins vor den punktegleichen Norwegern. Diese scheinen trotz des besseren Torverhältnisses aufgrund des verlorenen direkten Duells hinter dem ÖFB-Team auf. Die Spitzenposition muss am Mittwoch in Ploiesti gegen die zwei Zähler zurückliegende rumänischen Auswahl verteidigt werden.

Die Rumänen gingen am Sonntag in Norwegen mit 0:4 unter, hatten aber im September in Klagenfurt Österreich mit 3:2 besiegt. "Die Gruppe ist sehr ausgeglichen und bleibt spannend", sagte Foda und blickte bereits auf das Mittwoch-Duell. "Wenn wir diese Begeisterung und Leidenschaft, die wir gegen Nordirland an den Tag gelegt haben, auch gegen Rumänien auf den Platz bringen, sind wir mit unserer spielerischen Qualität in der Lage, zu gewinnen." Die eine oder andere personelle Änderung sei in dieser Partie denkbar, erzählte der 54-Jährige, ohne ins Detail zu gehen.

Foda bat seine Schützlinge am Montagvormittag noch einmal in Nordirland zum Training. Am Nachmittag erfolgte der Abflug nach Bukarest und die Weiterfahrt nach Ploiesti. Nach dem Rumänien-Match stehen Mitte November noch das Testspiel in Luxemburg und danach die letzten Nations-League-Partien jeweils im Wiener Happel-Stadion gegen Norwegen und Nordirland auf dem Programm.

Sollte Österreich die Gruppe 1 in Liga B auf Rang eins abschließen, würde das den Aufstieg in Liga A und damit Spiele gegen die europäischen Top-Nationen bedeuten. Außerdem wäre das ÖFB-Team in diesem Fall mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Play-off um einen Startplatz für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar dabei, unabhängig vom Ausgang der im März 2021 beginnenden WM-Qualifikation.

ÖFB-Team mit ausgeglichener Bilanz gegen Rumänien

Vor dem Nations-League-Spiel am Mittwoch (20.45 Uhr) in Ploiesti weist Österreichs Fußball-Nationalmannschaft eine ausgeglichene Bilanz gegen Rumänien auf. In den bisherigen neun Aufeinandertreffen gab es bei fünf Unentschieden je zwei Siege und Niederlagen, das Torverhältnis steht bei 12:12. Das jüngste Duell endete im vergangenen September mit einer 2:3-Niederlage des ÖFB-Teams in Klagenfurt.

In Rumänien hat Österreich noch nie gewonnen. Die rot-weiß-rote Equipe verlor ein Mal und holte zwei Remis. Die Chance auf einen Premierensieg dürfte jedoch nicht so schlecht stehen, denn die Rumänen hatten zuletzt zwei schwere Rückschläge zu verkraften.

Am Sonntag setzte es ein 0:4 in Norwegen, was in der Nations-League-Gruppe den Rückfall von Platz eins auf Platz drei zur Folge hatte. Drei Tage zuvor verlor Rumänien das EM-Play-off-Semifinale auf Island - damit endete der Traum von Europameisterschaftsspielen vor eigenem Publikum.

Bisher brachten es die Osteuropäer auf fünf EM-Teilnahmen, größter Erfolg war 2000 der Vorstoß ins Viertelfinale. Bei der WM 1994 schaffte es die "Goldene Generation" um Gheorghe Hagi, dessen Sohn Ianis im aktuellen Kader steht, ebenfalls ins Viertelfinale, vier Jahre später immerhin noch ins Achtelfinale. Insgesamt sieben Mal war Rumänien bei einer Weltmeisterschaft mit von der Partie. (APA/red.)