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ÖSV-Bilanz nach schwacher Tournee: „Sind immer knapper dran“

7. Jan. 2021

Foto: GEPA Pictures / Patrick Steiner

Zum achten Mal in Folge verpassen die ÖSV-Adler in Tournee-Einzeln das Podest. Trotzdem will Chefcoach Widhölzl den "eingeschlagenen Weg" weitergehen - und erwartet bald wieder Top-Plätze.

Während Kamil Stoch aus den Händen von Thomas Morgenstern seinen Goldenen Adler überreicht bekam, lief im österreichischen Lager nach einer enttäuschenden Vierschanzentournee ohne Podestplatz die Ursachenforschung an. "Man erwartet sich immer mehr. Wir lassen uns deswegen aber nicht drausbringen. Wir haben gut gearbeitet und können den Weg nur weitergehen, den wir eingeschlagen haben", sagte Cheftrainer Andreas Widhölzl.

Zwar verfehlten die ÖSV-Springer zum achten Mal in Folge in Tournee-Einzeln das Podest. Dennoch schlug Widhölzl mit Blick auf eine "mannschaftlich gute Leistung" mit einem vierten und sechsten Platz von Stefan Kraft und Michael Hayböck zum Abschluss in Bischofshofen nicht allzu kritische Töne an. "Wir sind jetzt immer knapper dran", sagte der ehemalige Spitzenspringer. "Ich schätze, dass demnächst das erste Stockerl da ist."

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Kraft einmal mehr Österreichs Top-Springer

Das Potenzial dafür hat - das ist auch nach der 69. Tournee-Auflage klar - zunächst vor allem Kraft. Österreichs einziger Paradespringer der letzten Jahre schloss die Tournee trotz körperlicher Probleme als bester ÖSV-Mann auf Gesamtrang acht ab. In den vergangenen sieben Jahren beendete der 27-jährige Salzburger das Traditions-Event teamintern stets auf der ersten oder zweiten Position.

Der zweifache Tournee-Sieger Gregor Schlierenzauer sorgte mit einer verweigerten Materialkontrolle für Irritationen. Als "natürlich nicht schlau" bewertete Widhölzl die Aktion seines Superstars. "Es schwingt sicher Enttäuschung mit. Aber eine Kontrolle gehört zum Geschäft dazu wie das Herunterspringen."

Die Polen feierten den vierten Tournee-Sieg in den letzten fünf Jahren. Stoch triumphierte wie schon bei seinen Titeln 2017 und 2018 zum Schluss auch im Einzelwettkampf auf der Paul-Außerleitner-Schanze. "Heute ist Bischofshofen weiß-rot", schrieb Regierungschef Mateusz Morawiecki in Anspielung auf die polnischen Nationalfarben auf Twitter. Präsident Andrzej Duda gratulierte ebendort: "Ein schöner Triumph in großem Stil. Wir danken von ganzem Herzen für diese schönen Momente der Freude in schweren Zeiten", schrieb das Staatsoberhaupt. (APA/red.)