Owetschkin: Die emotionale Reise von „Alexander the Great“

4. Juni

Fast im Alleingang scheint der 32-jährige Superstar aus Russland seinen Washington Capitals die erste Meisterschaft der Club-Historie in der NHL bescheren zu wollen. "Man muss nur in sein Gesicht schauen, dann weiß man Bescheid", betonte Capitals-Coach Barry Trotz. 2:1 führen die "Caps" nun in der "best of seven"-Serie und wollen bereits in der Nacht auf Dienstag erneut vor Heimpublikum einen weiteren Schritt Richtung NHL-Titel machen.

"Owetschkin ist einfach auf einem anderen Level"

"Wir haben noch nichts gewonnen", warnte Top-Star Owetschkin. "Wir müssen einfach so weitermachen und nicht so sehr drüber nachdenken." Wie schon beim 3:2-Erfolg im zweiten Spiel am Donnerstag in Las Vegas war er Washingtons Matchwinner. "Er ist einfach auf einem anderen Level", sagte Capitals-Verteidiger John Carlson über seinen Kapitän und Torschützen zum 1:0 (22.). Als sein Landsmann Jewgeni Kusnezow (33.) das vorentscheidende 2:0 schoss, gab es kein Halten mehr bei Owetschkin, der den Treffer mit einer Art Urschrei feierte. "Das war einfach ein emotionaler Moment", meinte "Alexander the Great". "Es ist einfach egal, wer trifft."

Hauptsache, die Capitals und Owetschkin holen endlich den begehrten Cup. Einmal erst stand das Team aus der US-Hauptstadt bisher in der NHL-Finalserie und ging in dieser 1998 mit 0:4 gegen die Detroit Red Wings unter. Seit 2005, als Owetschkin schließlich nach Washington kam, galten die Capitals häufig als Stanley-Cup-Anwärter. Am Ende waren die Caps aber immer das Team, das es wieder nicht geschafft hatte.

Coach Trotz: "Es ist wahnsinnig emotional für ihn"

13 Jahre musste der mit Russland dreifache Weltmeister (2008, 2012 und 2014) Owetschkin auf sein erstes Stanley-Cup-Finale warten. Die Chance auf seinen ersten Olympiasieg wurde ihm in diesem Jahr genommen, da die NHL erstmals seit 1998 nicht für die Winterspiele in Südkorea im Februar pausieren wollte. Vor allem Owetschkin war außer sich vor Wut deswegen und konnte beim knappen Finalsieg der Russen gegen Deutschland (4:3 nach Verlängerung) nicht mithelfen.

Um so entschlossener wirbelt er nun über das Eis. "Es ist wahnsinnig emotional für ihn, um den Cup zu spielen. Es ist etwas, das er immer erreichen wollte", bekräftigte sein Coach Trotz. "Es war die Alex-Owetschkin-Show", titelte NBC online. Mit seinem 14. Play-off-Tor stellte der Russe bereits einen Team-Rekord der Capitals ein. Vor ihm war dies lediglich John Druce vor 28 Jahren gelungen. Zusammen mit Kusnezow (27 Punkte) kämpft Owetschkin (25) aktuell zudem um den Titel für den erfolgreichsten Play-off-Scorer. (APA)

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