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Patrick Konrad gewinnt 16. Tour-de-France-Etappe

13. Juli

Foto: GEPA pictures/ Panoramic/ Photo News/ Gregory van Gansen

Als erst dritter Österreicher hat der Niederösterreicher Patrick Konrad am Dienstag eine Etappe der Tour de France gewonnen.

Bora-Profi Patrick Konrad hat am Dienstag als erst dritter Österreicher eine Etappe der Tour de France gewonnen. Auf den Tag genau 90 Jahre nach einem der drei Tagestriumphe bei der "Großen Schleife" durch Max Bulla setzte sich der Niederösterreicher nach einem Ruhetag und 169 km von Pas de la Case in Andorra nach Saint-Gaudens solo durch. Konrad präsentierte sich überaus aktiv und suchte nach Rang zwei am vergangenen Samstag in Quillan in den Pyrenäen seine Chance.

"Der erste Sieg auf der World Tour und das beim größten Radrennen der Welt, ich bin wirklich sprachlos", sagte Patrick Konrad im ersten Interview. "Der Sieg ist für meine Familie, meine Freunde und mein Team Bora - für alle, die an mich geglaubt haben. Ich glaube, der Erfolg ist im richtigen Moment gekommen. Ich bin richtig stolz, das ist wie ein Befreiungsschlag."

Konrad im Spitzen-Trio

Nach dem mit einer Seehöhe von 2.080 m höchstgelegenen Start der Tour-Geschichte setzte Patrick Konrad nach rund zweieinhalb Stunden aus einer Verfolgergruppe einem Spitzen-Trio nach. Aus diesem blieben neben dem österreichischen Staatsmeister der Belgier Jan Bakelants und Fabien Doubey übrig. Aus diesem Trio holte sich Konrad gut 50 km vor dem Ziel auf dem Col de la Core zehn Punkte für den Gewinn der Bergwertung.

Da eine zehnköpfige Verfolgergruppe aber nur rund eine halbe Minute zurücklag, suchte der angehende rot-weiß-rote Olympia-Teilnehmer sein Heil in der Flucht. Er hielt bei recht kühlen, windigen und auch feuchten Bedingungen die Konkurrenz bis zum Schluss auf Distanz. Und er vergrößerte sogar den Vorsprung auf die hinter ihm sich mühenden David Gaudu (FRA/Groupama) und dem letztlich Zweiten Sonny Colbrelli (ITA/Bahrain) auf über eine Minute auf. Patrick Konrad nahm auch noch zwei Bergwertungs-Siege mit.

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Patrick Konrad verbesserte sich um sieben Positionen an die 21. Stelle (+47:02 Min.). "Ich war schon dreimal in einer Ausreißer-Gruppe. Diesmal wollte ich es aber bis zum Finish durchziehen", gab Konrad an. "Ich habe mir schon nach dem zweiten Platz gedacht, wenn ich noch einmal in diese Situation komme, bin ich der Erste, der angreift. Ich bin glücklich, dass es funktioniert hat, wie ich mir das ausgemalt habe. 500 m vor dem Ziel habe ich dann an den Sieg geglaubt", verriet der Sohn von Vienna-City-Marathon-Veranstalter und Ex-Leichtathlet Wolfgang Konrad.

Er habe gespürt, dass die Form weiter stimmt, sagte Jungvater Konrad junior. "Ich habe gewusst, ich habe die Beine, die Form und das Talent, dass ich so etwas gewinnen kann. Heute habe ich quasi das Glück etwas gezwungen und habe es mit der Brechstange versucht, als ich auf der zweiten Bergwertung das Loch zur Spitzengruppe zugefahren bin. Ich war ruhig und habe mir gesagt: 'Patrick, du bist heute der, der gewinnt. Es geht gar nicht anders.' Ich habe es geschafft, eine Tour-de-France-Etappe gewonnen."

Patrick Konrad: Zahlreiche Top-Ränge bisher

Bulla hatte seine drei Etappensiege bei der Tour eben 1931 geholt, danach schlug nur Georg Totschnig 2005 im Einzel zu. Fünf Jahre davor hatte Peter Luttenberger mit seiner Equipe in einem Teamzeitfahren triumphiert.

Patrick Konrad hatte davor zahlreiche Top-Ränge wie Rang zwei vom Samstag oder auch beim Giro d'Italia 2020. Aber noch keinen Sieg im Ausland - nur die ÖRV-Meistertitel 2019 und 2021. 2019 war er Tour-de-Suisse-Dritter. Bei der Heim-WM 2018 hatte Konrad die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Im Gegensatz zu seinen Bora-Kollegen Lukas Pöstlberger (Giro-Etappensieg), Felix Großschartner und Gregor Mühlberger hat er lange warten müssen auf den ersten Sieg. Dieser war umso wertvoller.

Am Mittwoch warten auf die Fahrer erneut in den Pyrenäen drei knackige Anstiege innerhalb von gerade einmal 60 Kilometern. Auf den 178,4 km von Muret nach Saint-Lary-Soulan am Col du Portet sind vor dem extrem schwierigen Schlussanstieg noch zwei Berge der ersten Kategorie zu überwinden. Der Col de Peyresourde und der Col de Val Louron-Azet. Der slowenische Titelverteidiger und Gelb-Träger Tadey Pogacar nannte die 17. Etappe die schwierigste verbleibende Etappe der laufenden Tour. (APA/red.)

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