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Pospisils übler Ausraster: Tennis-Bosse in der Schusslinie

25. März
PARIS,FRANCE,29.SEP.20 - TENNIS - ATP World Tour, French Open, Roland Garros, Grand Slam. Image shows Vasek Pospisil (CAN).

Foto: GEPA Pictures / Patrick Steiner

Mit einer Tirade gegen ATP-Boss Gaudenzi sorgt Vasek Pospisil für Wirbel. Doch der Kanadier ist nicht der erste Profi, der sich zuletzt über die Spieler-Organisation aufregt.

Schiedsrichter Arnaud Gabas versuchte, den völlig aufgebrachten Vasek Pospisil zu beruhigen, doch er war auf verlorenem Posten. Seit Beginn des Matches hatte es im kanadischen Tennisprofi gewaltig gebrodelt, er spielte die ganze Klaviatur des Frusts - vom zerschmetterten Schläger bis zum lustlosen Aufschlag von unten war alles dabei. Und als er dann den ersten Satz passenderweise mit einem Strafpunkt wegen seiner Meckerei verloren hatte, explodierte Pospisil.

"Eineinhalb Stunden lang hat mich der Vorsitzende der ATP gestern in einem Spielermeeting angeschrien, weil ich versucht habe, die Spieler zu vereinen", schimpfte der 30-Jährige, nachdem ihn Gabas gefragt hatte, was denn bitteschön los sei. Und Pospisil bekam sich im Zorn über ATP-Boss Andrea Gaudenzi überhaupt nicht mehr ein: "Eineinhalb Stunden lang. Der Vorsitzende der ATP. Holt ihn hier raus, dieses verdammte Arschloch. Warum unterstütze ich das?"

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Match von Pospisil gerät zur Nebensache

Das Erstrunden-Match beim Masters in Miami gegen US-Qualifikant Mackenzie McDonald geriet völlig zur Nebensache - was auch dem Referee sichtbar gegen den Strich ging. Auf dessen Ermahnung, die Differenzen mit dem Chef der Spieler-Vereinigung doch außerhalb des Courts zu klären, erwiderte Pospisil nur: "Wenn Sie mich disqualifizieren wollen, verklage ich gerne die gesamte Organisation."

Die Schimpftirade der Nummer 67 der Welt lässt erahnen, wie gereizt die Stimmung auf tennispolitischer Ebene ist. Neben dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic war Pospisil im vergangenen Jahr die Schlüsselfigur bei der Gründung der Professional Tennis Players Association (PTPA) als neue Spieler-Gewerkschaft abseits der ATP. Kein Wunder also, dass Gaudenzi auf den Kanadier nicht allzu gut zu sprechen ist. Aber auch von anderen Seiten bekommt die ATP ihr Fett weg.

Auch Zverev wettert gegen die ATP

So kritisierte etwa Alexander Zverev in dieser Woche in der "Bild" das Corona-Management der Profi-Organisation, da diese finanzielle Interessen über die Meinung der Spieler stelle. Und auch mit seinem Ärger über die wegen der Pandemie veränderte Berechnung der Weltrangliste hielt der Hamburger nicht hinterm Berg. Zverev bezeichnete das System jüngst als "Desaster", weil er sich trotz starker Resultate benachteiligt sieht. Der Amerikaner John Isner bemängelte zudem Intransparenz, etwa bei Entscheidungen über reduzierte Preisgelder.

Pospisil gab sich hingegen nach seinem Ausraster reumütig. "Ich habe das Spiel, das ich liebe, nicht respektiert, und das tut mir wirklich leid", schrieb er bei Twitter. Er habe sich während des Treffens zwischen Spielern und ATP-Führungskräften "zutiefst entnervt gefühlt und den Tribut unterschätzt, den diese Emotionen gefordert haben, bis ich heute auf den Platz getreten bin."

Das Match gegen McDonald verlor Pospisil übrigens mit 3:6, 6:4 und 3:6. (SID/red.)

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