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MotoGP World Championship

Quartararo und Zarco schreiben MotoGP-Geschichte für Frankreich

4. Apr. 2021
Doppelerfolg für Frankreich: 1. Fabio Quartararo, 2. Johann Zarco

Foto (C) Motorsport Images

Erstmals in der Geschichte der MotoGP standen mit Fabio Quartararo und Johann Zarco zwei Franzosen an der Spitze eines Grand Prix.

Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo als Sieger des spannenden Grand Prix von Doha in Losail, Pramac-Ducati-Pilot Johann Zarco mit knapp 1,5 Sekunden Rückstand Zweiter: Dieses Ergebnis beim zweiten Rennen der MotoGP-Saison 2021 bedeutet den ersten Doppelerfolg für Frankreich in der Geschichte der Königsklasse.

„Es fühlt sich gut an, das Rennen gewonnen zu haben und noch dazu, zwei französische Fahrer auf den ersten beiden Plätzen zu haben", sagt Quartararo, der sich im zweiten Teil des Rennens im Zuge seiner Aufholjagd unter anderem mit Zarco duellierte. Auf dem Podium drängte Zarco Quartararo dann zu einem Duett, während die Töne der Marseillaise - der französischen Nationalhymne - erklungen.

Quartararo, der als Fünfter aus der zweiten Reihe gestartet war, kam nach einem nicht berauschenden Start als Siebter aus der ersten Runde zurück. Nach fünf Runden war er gar nur Neunter. Anschließend aber zeigte er eine ganz ähnliche Aufholjagd wie sie vor einer Woche sein Yamaha-Teamkollege Maverick Vinales gezeigt hatte. Auch der Spanier hatte nach der ersten Runde an siebter Stelle gelegen, bevor er das erste der beiden Katar-Rennen schließlich für sich entschied.

Quartararo: Losail 1 „wie ein Rookie gefahren" - Losail 2 souverän

Für Quartararo war es diesmal „ein Unterschied wie Tag und Nacht, denn vorige Woche war ich wie ein Amateur unterwegs gewesen. Ich fuhr wie ein Rookie und spielte überhaupt mit dem Mapping oder mit den Reifen. Bei diesem zweiten Rennen habe ich es heute genau umgekehrt gemacht", so der Franzose.

Wie Quartararo darauf kam, es diesmal anders zu machen als vor einer Woche? „Ich habe hier drei Tage in einem Hotel verbracht und mich gefragt, warum ich im ersten Rennen mein Gehirn nicht eingeschaltet habe. Als ich heute Neunter war, dachte ich zuerst, ich werde jetzt einfach mein Bestes geben. Dann aber sagte ich mir: Nein, ich peile jetzt den Sieg an." In der Tat fuhr Quartararo innerhalb von acht Runden von der achten bis auf die erste Position nach vorn.

Und so ist es für ihn, der schon am Samstag von seinem Renntempo geschwärmt hatte, „mit Sicherheit der speziellste meiner Siege." Quartararo sagt: „Ich habe noch nicht so viele Rennen gewonnen. Schon gar nicht von der neunten Stelle kommend, wo ich mich gegen Mitte des Rennen etwa befand. Ich hatte aber ein richtig gutes Gefühl und konnte an Stellen wie Kurve 10 und Kurve 15 überholen. Von da an glaubte ich an den Sieg."

Eine Spazierfahrt war es freilich nicht. Denn beim Angriff auf den von der Pole-Position gestarteten und 18 Runden lang in Führung gelegenen MotoGP-Rookie Jorge Martin (Pramac-Ducati) ging Quartararo am Ende der 19. Runde großes Risiko. Dank der Power der Ducati konnte Martin direkt wieder kontern. Noch bevor sich der Yamaha-Werkspilot mit einem Überholmanöver in Kurve 4 doch durchsetzte und vorne blieb.

In der letzten Runde aber gab es noch eine Schrecksekunde. Als Quartararo vor Kurve 7 über Trümmerteile einer Kollision zwischen Danilo Petrucci (Tech-3-KTM) und Takagi Nakagami (LCR-Honda) fuhr. Der Yamaha-Pilot hatte Glück. Ein Reifenschaden blieb aus und gestürzt ist er auch nicht. Nach seinem Sieg beim zweiten Saisonrennen liegt Quartararo jetzt punktgleich mit Teamkollege Vinales auf dem zweiten WM-Rang. WM-Spitzenreiter aber ist sein französischer Landsmann.

Zarco mit erster WM-Führung seiner MotoGP-Laufbahn

„Ich bin richtig glücklich. Denn ich hatte nicht erwartet, als WM-Spitzenreiter aus Katar abzureisen", gesteht Zarco. Er hat beide Katar-Rennen als Zweiter beendet. Nun kommt er mit vier Punkten Vorsprung auf das Yamaha-Duo Vinales/Quartararo zum Europa-Auftakt am 18. April in Portimao (Portugal).

„Die Entscheidung, die ich vor 18 Monaten getroffen habe, habe ich für mich selbst getroffen", denkt Zarco an seinen Abschied aus dem KTM-Werksteam mitten in der Saison 2019 zurück und fühlt sich bestätigt: „Es war eine Entscheidung, um wieder glücklich zu werden. Motorradfahren ist das, was ich tun will. Wenn ich das aber ohne Lächeln im Gesicht tue, dann ist es besser, etwas anderes zu tun. Ducati hat mir das Lächeln zurückgegeben."

Mehr noch als der Wechsel zu Avintia-Ducati hat sich für Zarco der im vergangenen Winter vollzogene Wechsel zu Pramac-Ducati gelohnt. Zusammen mit MotoGP-Rookie Jorge Martin bildet der Franzose in der Frühphase der Saison 2021 ein Duo, das schlagkräftiger ist als es im Winter zu erwarten war.

„Das ganze Wochenende war positiv", freut sich Zarco. „Gestern hatte ich ein gutes Qualifying und dass mein Teamkollege auf die Pole gefahren ist, war eine schöne Überraschung. Im Rennen lag er dann lange vorne. Ich hatte eigentlich gedacht, dass es ein langsameres Rennen werden würde als vor einer Woche. Tatsächlich aber war es ein schnelleres. Jorge ist sehr sauber gefahren. Da bin ich einfach hinter ihm geblieben, denn ich wollte, dass er diese Pace so durchzieht."

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„Das hat gut funktioniert", so Zarco, "bis vier oder fünf Runden vor Schluss plötzlich Fabio kam. Er war richtig stark und es ist ihm gelungen, Jorge an einer guten Stelle zu überholen, woraufhin er eine kleine Lücke aufbauen konnte. Ich versuchte noch, Fabio zu folgen, sodass er nicht abhauen kann. Ich kam aber nicht so ohne weiteres an Jorge vorbei, denn er war sehr schnell."

In Kurve 15 der letzten Runde - und somit der vorletzten Kurve im Rennen - ist es Zarco dann doch noch gelungen, seinen jungen Pramac-Teamkollegen zu überholen. So beendete Zarco das Rennen hinter Landsmann Quartararo als Zweiter, während Martin auch als Dritter seinen ersten Podestplatz beim zweiten MotoGP-Rennen feierte.

Zum französischen Duett mit Quartararo auf dem Podium sagt Zarco abschließend noch: „Ich habe ihn regelrecht gedrängt, mitzusingen. Schließlich müssen wir uns vor Augen führen, dass wir gerade Phänomenales für Frankreich und den französischen Motorsport tun können."

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