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Racing Point: Ferrari will Protest gegen Urteil im Kopie-Streit einlegen

12. Aug. 2020

Foto: GEPA pictures/ XPB Images

Im Dauer-Streit um Racing Point haben nun zwei Teams vor, Protest einzulegen: Neben Ferrari will nun auch Renault das Urteil anfechten.

Ferrari will im Dauer-Streit um Racing Point Protest gegen die Entscheidung der Regelhüter einlegen. Das erklärte der italienische Rennstall. Neben der Scuderia hatten am vergangenen Wochenende am Rande des Jubiläumsrennens zum 70-Jährigen der Formel 1 auch McLaren, Renault und Williams angekündigt, gegen das Urteil vorgehen zu wollen.

Die Sportkommissare des Internationalen Automobilverbandes hatten Racing Point mit dem Abzug von 15 WM-Punkten und 400.000 Euro Geldbuße bestraft. Sie hatten bei den hinteren Bremsschächten des Rennwagens einen Regelbruch festgestellt.

Der Designprozess dieser Bauteile sei nicht rechtmäßig, weil bestimmte Komponenten von den Teams selbst ohne Hilfe eines Konkurrenten konstruiert werden müssen, hieß es.

Der betroffene Rennstall räumte ein, Bremsbelüftungen von 2019 bei Partner Mercedes eingekauft zu haben. Als diese Komponenten 2020 aber nach einer Regeländerung auf eine Liste aufgenommen worden, die vorschreibt, welche Bauteile Eigenleistungen der Teams sein müssen, habe man sie auch nicht eingesetzt. Das Wissen und die Informationen flossen gleichwohl in die Komponenten ein. Die Bremsschächte bleiben bei Racing Point weiter im Einsatz.

Racing Point: Auch Renault will Urteil anfechten

Das französische Renault-Werksteam will ebenfalls gegen das Urteil der Sportkommissare im Streit um kopierte Teile von Rivale Racing Point vorgehen. Damit haben bereits zwei Formel-1-Teams ihre Protest-Absicht beim Internationalen Automobilverband hinterlegt.

McLaren, das ebenfalls zunächst über einen Protest nachgedacht hatte, will das Urteil nicht anfechten. Man werde das weitere Vorgehen mit Interesse verfolgen, hieß es. Williams verhält sich wie McLaren und hat seine Pläne, das Urteil der Stewards anzufechten, fallen gelassen. Das Traditionsteam aus England wird wie Racing Point von Mercedes mit Motoren beliefert.

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Formel 1: Folgt in Barcelona die nächste Verstappen-Show?

Auf der Strecke seines ersten Formel-1-Siegs will Max Verstappen seine Rolle als Herausforderer von Sechsfach-Weltmeister Lewis Hamilton und Mercedes untermauern. Während der Titelverteidiger für die Silberpfeile auch schon die nächste Herausforderung erwartet, gibt sich Verstappen allerdings noch zurückhaltend, weil diesmal härtere Reifenmischungen geliefert werden als zuletzt in Silverstone.

"Ich erwarte dort keine Wunder", meinte Verstappen mit Blick auf den Großen Preis von Spanien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya am Sonntag (15:10 Uhr). Der Sieg des 22-Jährigen am vergangenen Sonntag in Silverstone war kein Wunder, zumindest aber eine große Überraschung. Verstappen kam mit seinem Red Bull deutlich besser mit den Reifen zurecht als Hamilton und dessen finnischer Teamkollege Valtteri Bottas.

Warnung vor hohen Temperaturen

Zudem gilt der Kurs bei Barcelona als durchaus fordernd für die Gummis. Pirellis Rennleiter Mario Isola warnte bereits: "Die erwarteten hohen Temperaturen in Barcelona Mitte August werden den thermischen Verschleiß erhöhen. Und das auf einem Kurs, der dafür bekannt ist, hart zu den Reifen zu sein." Dass Verstappen fahrerisch und sein Team strategisch im Umgang mit den Reifen die richtigen Entscheidungen treffen können, bewiesen sie zuletzt.

"Laut der Wettervorhersage dürfte es in Barcelona sogar noch heißer werden. Uns bleibt also nicht viel Zeit, um die Probleme zu verstehen", betonte Mercedes' Leitender Renningenieur Andrew Shovlin. Ansonsten droht unter der katalanischen Sonne Hamiltons 30 Punkte-Vorsprung auf Verstappen neuerlich zu schmelzen.

Wie man auf dem Kurs in Katalonien gewinnt und Mercedes-Probleme ausnutzt, weiß der niederländische Herausforderer: 2016 siegte er dort und kürte sich mit 18 Jahren und 228 Tagen zum jüngsten Grand-Prix-Gewinner, nachdem sich Hamilton und dessen damaliger Stallrivale Nico Rosberg gegenseitig in die Autos gefahren und ausgeschieden waren. (APA/red.)