Rallye Dakar: Matthias Walkner von Goncalves-Tod geschockt

12. Jan. 2020
Ein tödlicher Unfall überschattet die Rallye Dakar: Motorrad-Pilot Paulo Goncalves kommt auf der 7. Etappe nach einem schweren Sturz ums Leben. "Das ist so furchtbar", reagiert Matthias Walkner erschüttert.

Matthias Walkner hat sich geschockt vom Unfall-Tod des portugiesischen Motorrad-Piloten Paulo Goncalves bei der Rallye Dakar gezeigt. "Das ist so furchtbar. Ergebnisse und der Kampf um einen Spitzenplatz rücken plötzlich wieder ganz weit in den Hintergrund", sagte der Salzburger.

Der KTM-Pilot belegte am Sonntag auf dem 7. Teilstück von Riad nach Wadi Al Dawasir Rang zwei hinter dem Spanier Joan Barreda (Honda). In der Gesamtwertung verbesserte sich Walkner auf Platz fünf. Auf den US-amerikanischen Spitzenreiter Ricky Brabec (Honda) fehlen ihm 29:29 Minuten. Die Resultate waren allerdings noch inoffiziell. Denn Toby Price (AUS/KTM) und Kevin Benavides (ARG/Honda) leisteten Goncalves Erste Hilfe und könnten dadurch Zeitgutschriften erhalten.

"Paulo half mir 2016 nach meinem schweren Unfall"

An Ergebnislisten war Walkner nach dem tragischen Tod von Goncalves aber ohnehin nicht interessiert. "Paulo war es, der 2016 bei meinem schweren Unfall stehen blieb und mir geholfen hat", erklärte der Salzburger. Er hatte damals einen Oberschenkelbruch erlitten.

Nicht nur deshalb war die Trauer bei Walkner groß. "Er war ein unglaublich netter, hilfsbereiter und fairer Sportler, der von allen sehr geschätzt und gemocht wurde. Vor einigen Tagen hat er mir noch erzählt, es wäre seine letzte Saison. Er hat mir am Anfang meiner Karriere auch immer wieder Tipps fürs Navigieren gegeben. Wir sind bei den Rennen extrem oft auch gemeinsam gefahren, weil wir vom Tempo relativ ähnlich waren. Speziell in meiner Anfangszeit haben wir super-lässige Zweikämpfe gehabt", erzählte Walkner. "Es ist so tragisch. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll."

Walkner warnte vor extrem hoher Geschwindigkeit

Schon vor der Tragödie um Goncalves hatte der Österreicher darauf hingewiesen, dass das Tempo bei der Rallye in Saudi-Arabien extrem hoch sei. "Wir sind jeden Tag 15 bis 25 km/h über der vom Veranstalter angenommenen Durchschnitts-Geschwindigkeit. Die heutige Etappe war eine der schnellsten, die ich jemals bei einer Rallye gefahren bin. Ich denke, wir kamen auf einen Schnitt von etwa 125 km/h. 546 Kilometer in nicht einmal viereinhalb Stunden. Davon waren 90 Prozent Off Piste, das ist schon extrem grenzwertig - auch für den Kopf. Denn man weiß, dass der kleinste Fehler wirklich furchtbare Folgen haben kann", meinte Walkner. (APA/red.)

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