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Reaktionen: MotoGP-Kollegen zum Marquez-Comeback

16. Apr.
Marc Marquez gibt nach fast neun Monaten Pause sein MotoGP-Comeback.

Foto: Honda

Der einstige Dominator ist zurück: Was Valentino Rossi & Co. von Marc Marquez bei dessen MotoGP-Rückkehr in Portugal nach fast neun Monaten Pause erwarten.

Dem MotoGP-Comeback von Marc Marquez steht nach fast neunmonatiger Verletzungspause nichts mehr im Weg. Am Donnerstag bestand der Honda-Star in Portimao den Fitness-Test. Und sitzt damit am Freitagvormittag beim ersten Freien Training zum Portugal-Grand-Prix erstmals seit dem 25. Juli 2020 wieder auf seiner RC213V.

An jenem Tag musste Marquez sein beim zweiten Jerez-Rennen 2020 geplantes Comeback abblasen, das er nur wenige Tage nach der ersten von letzten Endes drei OPs an seinem gebrochenen rechten Oberarm geben wollte. Die folgenschwere Verletzung hatte sich Marquez nach einem bösen Sturz beim ersten Jerez-Rennen am 19. Juli 2020 zugezogen.

In Portimao gibt Marquez nun beim dritten Saison-Rennen 2021 (LIVE bei ServusTV, im Stream & in der App) sein Comeback. Der letzte Renn-Einsatz des sechsmaligen MotoGP-Weltmeisters (Sieg in Valencia 2019) liegt inzwischen mehr als 500 Tage zurück. Und nachdem sich Marquez selbst schon zu seiner Rückkehr geäußert hat, melden sich nun auch seine MotoGP-Kollegen zu Wort.

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Espargaro: Marquez-Rückkehr wichtig für Honda

"Es ist ziemlich emotional, ihn wieder hier zu haben. Und für die Show ist es großartig", sagt etwa Marquez' Honda-Teamkollege Pol Espargaro. Als Teamgefährte verspricht er sich vor allem für die Performance der 2021er-Honda einiges von der mit Spannung erwarteten Rückkehr seines Landsmanns.

"Für Honda ist es zweifellos wichtig, dass Marc wieder da ist. Weil er voriges Jahr aussetzen musste, hat sich das Motorrad inzwischen ziemlich stark verändert - verglichen mit der Zeit vor seiner Verletzung. Deshalb wird es interessant sein die Bestätigung zu bekommen, dass es ein gutes Bike ist", erklärt Espargaro, der die RC213V erst seit ein paar Wochen kennt.

"Ich selber kann sie [die Bestätigung] nicht geben. Marc ist derjenige, der die Entwicklung des Bikes im Verlauf der letzten Jahre miterlebt hat. Er kennt das Bike seit neun Jahren, mit all seinen Stärken und Schwächen. Aus diesem Grund ist es für uns alle [bei Honda] gut, dass er wieder da ist", so Espargaro weiter. Und der Spanier ergänzt: "Für mich selber ist es insofern gut, weil ich dann etwas mehr Druck machen kann, in welchen Bereichen das Bike noch verbessert werden kann."

"Marc wird von Beginn an schnell sein"

Eines steht für Espargaro in Portimao außer Frage. "Marc wird von Beginn an schnell sein, daran habe ich keinen Zweifel. Er hat ja erst kürzlich hier getestet. Wir alle gehen davon aus, dass er stark zurückkommt und uns zeigt, was er drauf hat", so der Honda-Neuzugang.

Mit "kürzlich hier getestet" spielt Espargaro auf Marquez' Portimao-Test an. Vor wenigen Wochen hatte der Ex-Weltmeister in Portugal mit Hondas MotoGP-Replika für die Straße, der RC213V-S, den Ernstfall geprobt.

Marquez' Erzrivale Valentino Rossi kommentiert die Rückkehr des sechsmaligen Königsklassen-Weltmeisters wie folgt: " Ich bin sehr gespannt. Jeder will verstehen, auf welchem Level er unterwegs sein wird. Ich glaube, dass er in großartiger Verfassung ist und er gleich von Freitag an stark sein wird."

Rossi gespannt, Mir hält sich zurück

Weltmeister Joan Mir sieht das Marquez-Comeback relativ trocken. "In der langen Liste an Konkurrenten, die wir haben, ist er ein weiterer. Aber sicherlich einer der stärksten. Warten wir mal ab, wie er sich auf dem Motorrad fühlt", so der Suzuki-Pilot.

Mir hat übrigens seine eigene Theorie, weshalb Marquez die beiden Losail-Wochenenden in Katar zu Beginn der Saison noch ausgelassen hat. Und stattdessen erst an diesem Wochenende in Portimao zurückkehrt.

"Ich kann mir vorstellen, dass er bis zu diesem Wochenende gewartet hat, um ein großartiges Comeback hinzulegen. Er wusste wohl, dass die Honda zu dieser Strecke hier sehr gut passt", meint Mir. Und fährt fort: "Er hat wohl gewartet, bis er wieder bei 100 Prozent [Fitness] angelangt ist."

Rein sportlich betrachtet sagt der Weltmeister und damit Marquez-Nachfolger: "Jetzt, wo Marc als Referenz wieder da ist, habe ich umso mehr die Gelegenheit von ihm zu lernen. Es freut mich, dass er wieder mit dabei ist. Es ist der erste Schritt - warten wir mal ab, wie konkurrenzfähig er sein wird."

WM-Leader Zarco happy für Marquez

Und Pramac-Ducati-Pilot Johann Zarco, der die aktuelle MotoGP-Gesamtwertung 2021 nach den beiden Katar-Rennen anführt, sagt zum Marquez-Comeback: "Es ist so gut, dass er zurück ist. Am wichtigsten ist es natürlich für Marc selber. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie sich jemand, der so viel Energie hat, fühlen muss, wenn er solange zu Hause sitzt."

"Ich glaube, die Fans sind sehr glücklich, dass er wieder da ist. Das Wichtigste ist aber ist sein eigenes Gefühl und die Schmetterlinge, die er im Bauch hat", sagt Zarco. Und mit Verweis auf die bei Marquez vorhanden gewesenen Zweifel, ob er seinen rechten Arm jemals wieder normal würde benutzen können, fügt Zarco hinzu: "Ich freue mich für ihn, dass er jetzt nicht mehr zweifeln muss."

Vinales und Quartararo: "Referenz wieder da"

Yamaha-Pilot Maverick Vinales, der beim Saison-Auftakt siegreich war, sagt: "Für alle ist es wirklich toll, dass er wieder da ist. Ich mag mir als Fahrer gar nicht vorstellen wollen wie es ist, fast ein Jahr lang nicht fahren zu können. Aus diesem Grund freue ich mich sehr für ihn. Schließlich ist es das Motorradfahren, was uns Fahrern am meisten Spaß macht im Leben."

"Auf der Strecke mögen wir Rivalen sein", so Vinales weiter. "Aber abseits der Strecke kommen wir gut miteinander aus und können gemeinsam lachen. Darum geht es doch. Dass Marc als eine der Figuren in dieser Weltmeisterschaft jetzt wieder mit dabei ist, ist sehr wichtig. Ich freue mich wirklich für ihn."

Vinales' Teamkollege Fabio Quartararo, der beim zweiten Saison-Rennen triumphierte, meint: "Großartig für ihn, dass er nach seiner so langen Pause jetzt wieder auf ein MotoGP-Bike springen kann. Auch für die Weltmeisterschaft ist es großartig. Es war schon seltsam, dass er als ein achtmaliger Weltmeister nahezu die gesamte Saison 2020 verpasst hat. Es ist toll für alle, dass er als die Referenz der letzten Jahre jetzt wieder da ist."

Rookie glaubt: Marquez noch nicht auf Top-Level

Und was sagt Jorge Martin, der vor zwei Wochen in Losail bei seinem zweiten MotoGP-Rennen direkt auf das Podium fuhr? Und damit nur ein Rennen länger dafür brauchte hat als Marquez selbst in seiner Rookie-Saison 2013?

"Wir sind in einem Stadium der Saison, in dem die Favoriten schon seit geraumer Zeit trainiert und Rennen bestritten haben. Ob es die Leute hören wollen oder nicht, aber für Marc geht es jetzt erst los. Daher könnte es für ihn am Anfang ein bisschen schwierig werden. Ich bin aber sicher, dass er schon bald wieder Rennen gewinnen wird", so Martin.

KTM-Pilot Miguel Oliveira ist für Marquez "in erster Linie froh, dass er nach einem so schrecklichen Unfall wieder ein gesunder Mensch ist. Und er jetzt wieder das tun kann, was er am liebsten macht - nämlich Motorradfahren". Und weil der sechsmalige MotoGP-Weltmeister als "der Dominator letzten Jahre in dieser Klasse jetzt wieder da ist, sind wir alle noch ein bisschen mehr motiviert", sagt der Portugiese.

Oliveiras Teamkollege Brad Binder stimmt zu: "Es ist cool, dass Marc wieder da ist. Er war ja fast ein Jahr weg, was eigentlich unglaublich ist. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie aufgeregt er sein muss, jetzt wieder fahren zu können. Großartig, dass der Champ wieder da ist. Ich freue mich schon darauf, die Strecke wieder mit ihm zu teilen!"

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