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Roger Federer sagt für die Australian Open ab

30. Dez. 2020
TENNIS – ATP Australian Open 2020

Foto: GEPA pictures/ Matthias Hauer

Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer wird wegen seines Trainingsrückstands nach zwei Knie-Operationen nicht an den Australian Open Anfang Februar teilnehmen. Das meldete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf eine Erklärung von Federers Manager Tony Godsick. Geplant sei eine Rückkehr auf den Tennisplatz nach dem ersten großen Tennisturnier des Jahres, hieß es weiter. Konkret wird das im Frühjahr sein, Schauplatz und Datum sind freilich offen.

"Roger hat sich entschieden, die Australian Open 2021 nicht zu spielen", hieß es. Der 39-jährige Schweizer habe zwar sowohl mit seinen Knien als auch mit seiner Fitness in den vergangenen Monaten große Fortschritte gemacht. "Trotzdem hat er nach Rücksprache mit seinem Team entschieden, dass es langfristig die beste Entscheidung für ihn ist, nach den Australian Open ins Profitennis zurückzukehren."

Der Start der Australian Open war um drei Wochen auf den 8. Februar verschoben worden. Damit soll allen Tennisprofis Gelegenheit gegeben werden, zuvor ihre zweiwöchige Pflichtquarantäne bei der Einreise nach Australien zu absolvieren.

Roger Federer fehlt erstmals bei den Australian Open seit 2000

Damit fehlt Roger Federer nach 21 Teilnahmen en suite erstmals beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres. Seit 2000 hatte er dort immer gespielt, womit nun Wimbledon das letzte Major-Event ist, dass er seit damals nicht versäumt hat. Allerdings war dies auch nur möglich, weil Wimbledon wegen der Coronavirus-Pandemie heuer nicht stattfinden konnte. Federer hatte am 10. Juni verlautbart, erst 2021 auf die Tour zurückzukehren.

Die Bekanntgabe von Federers Rückzug ist ein Schlag für die Organisatoren der Australian Open. "Am Ende ist Roger die Zeit davongelaufen, um rechtzeitig fit zu werden und er ist sehr enttäuscht, dass er 2021 nicht nach Melbourne kommen kann", meinte Turnierboss Craig Tiley. "Wir wünschen ihm das Beste für sein Comeback später im Jahr und freuen uns darauf, ihn in Melbourne 2022 zu sehen", übte er sich auch in Optimismus.

Denn ob Roger Federer über seinen 40. Geburtstag am 8. 8. 2021 hinaus noch Tennis-Profi bleiben wird, ist nicht nur wegen seiner Verletzung offen. Umgekehrt würde sich der sechsfache Melbourne-Champion Federer wohl nur sehr ungern so von einem der vier Majors verabschieden. Roger Federer hat seit den Australian Open 2020 kein Turnier mehr gespielt, wo er im Semifinale deutlich angeschlagen ebenso deutlich gegen den späteren Sieger Novak Djokovic verlor.

Kein Traum-Comeback wie 2017

Eine große Überraschung ist die Absage aber nicht mehr. Schon Mitte Dezember bei den "Sports Awards" in Zürich, wo Federer zum besten Schweizer Sportler der vergangenen 70 Jahre gekürt wurde, hatte er angekündigt, dass es knapp werden könnte mit Australien. "Wenn ich es nicht schaffe, bricht für mich aber keine Welt zusammen", hatte Roger Federer gemeint.

Das von seinen Fans erhoffte neuerliche Tennis-Märchen wie 2017, als er nach halbjähriger Pause mit einem Traum-Comeback Major-Titel Nummer 18 geholt hatte, fällt also aus.

Melbourne und der Bundesstaat Victoria sind seit fast zwei Monaten Covid-19-frei. Auf der Meldeliste stehen neben den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien und Ashleigh Barty aus Australien auch der Spanier Rafael Nadal, wie Federer Gewinner von 20 Grand-Slam-Titeln, und natürlich Österreichs Vorjahresfinalist Dominic Thiem. Bei den Damen und den Herren hatte jeweils die komplette Weltspitze gemeldet.

Comeback von Roger Federer ist offen

Roger Federer hingegen hat wohl mehrere Ziele 2021 fix eingeplant: Wimbledon, wo die Chance auf einen 21. Major-Titel wohl am größten ist, die Olympischen Spiele in Tokio, wo er das ihm noch fehlende Olympia-Einzel-Gold holen könnte, und die US Open. Wann und wo genau Federer zurückkehrt, könnte er nicht einmal sagen, wenn er es wollte. Der ATP-Turnierplan für die Zeit nach dem "Happy Slam" im Februar steht wegen der Pandemie noch gar nicht fest. Die ATP hat bisher nur die ersten sieben Wochen fixiert. (APA/red.)

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