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Nach fataler Unfall-Serie: Rossi ermahnt Youngster

13. Okt.

Foto: Motorsport Images

Altmeister Valentino Rossi erklärt, was in den Motorrad-Nachwuchsklassen für ihn das Hauptproblem ist - und warum ein höheres Mindestalter kein Allheilmittel ist.

Die fatale Unfall-Serie, die den Motorradsport in diesem Jahr erschüttert hat, muss gestoppt werden - darüber sind sich alle einig. Die Frage ist, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Tragödien wie die um Jason Dupasquier in der Moto3-WM, Hugo Millan im European Talent Cup und Dean Berta Vinales in der Supersport-300-WM in Zukunft möglichst zu verhindern.

MotoGP-Routinier Valentino Rossi bezeichnet etwa die Rennen der Moto3-WM, wie sie seit Jahren ablaufen, als "komplett außer Kontrolle". Der letzte Grand Prix auf dem Circuit of The Americas in Austin, bei dem es nur durch viel Glück nicht zu einer weiteren Tragödie kam, war laut Rossi sogar "wie russisches Roulette".

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Rossi: Supersport-300-WM besonders riskant

"Ich finde, das Gefährlichste in unserem Sport ist, wenn ein Fahrer stürzt und dann von nachfolgenden Piloten erfasst wird", sagt Rossi. Und nennt als Beispiel den tödlichen Unfall von Dean Berta Vinales beim Supersport-300-Rennen in Jerez: "In dieser Klasse ist die Situation besonders riskant, denn es gibt 42 Bikes im Feld. Alle liegen unglaublich eng beieinander - und damit ist die Gefahr, dass so etwas passiert, extrem hoch."

Die Frage, was konkret unternommen werden kann, um das Risiko zu minimieren, beschäftigt auch den neunmaligen Weltmeister, der seine aktive Laufbahn in wenigen Wochen beenden wird. "Vor allem braucht es mehr Respekt vor den gelben Flaggen", fordert Rossi.

"Ich kenne die genauen Umstände des Sturzes [in Jerez] nicht. Aber eines ist bekannt: Wenn die Fahrer die gelbe Flagge sehen, versuchen sie in der Regel so wenig Zeit wie möglich zu verlieren. Dazu kommt, dass seit einigen Jahren insbesondere junge Piloten extrem aggressiv fahren", warnt Rossi.

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"Da bekommt man regelrecht Angst"

"Wenn man sich die Rennen anschaut, bekommt man regelrecht Angst. Alle fahren volles Risiko und keiner denkt darüber nach, was passieren kann. Meiner Meinung nach müssen sich alle Beteiligten wieder stärker ins Bewusstsein rufen, dass Motorrad-Rennen nun mal sehr gefährlich sind", so der erfahrene Italiener weiter.

Eine Anhebung des Mindestalters sieht Rossi aber nicht als Allheilmittel. "Es ist schwierig. Wenn man das Alter um ein oder zwei Jahre anhebt, kann das zwar helfen. Aber einen großen Unterschied wird das am Ende auch nicht machen", glaubt der 42-Jährige.

Mindestens so sehr wie an die Vernunft der jungen Piloten appelliert Rossi an die Verantwortlichen, um im Nachwuchs-Bereich maßregelnd einzuwirken. "Diejenigen, die die Rennen leiten, vor allem in den Nachwuchs-Klassen mit ganz jungen Fahrern, müssen strenger sein. Sie müssen das, was der Strecke passiert, genauer im Auge haben."

"Wenn jemand etwas Gefährliches macht, muss es härtere Strafen geben", fordert Rossi. Und der Routinier merkt mahnend an: "Es gibt ein paar Dinge, die wichtiger sind als der Gewinn von zwei Positionen auf der Strecke. Das sind die eigene Sicherheit und die der Gegner. Ich glaube, dass genau diese Botschaft in Zukunft mit mehr Nachdruck übermittelt werden muss."

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