Rossi adelt Bagnaia: “Lange ist keiner mehr so die Ducati gefahren”

11. Okt.

Foto: Motorsport Images

Fast drei Jahre hat es gebraucht, bis Francesco Bagnaia die Ducati auf seinen Fahrstil abgestimmt hat. Aber es hat sich gelohnt, findet Valentino Rossi - und gerät ins Schwärmen.

Altmeister Valentino Rossi lobte Francesco Bagnaia kürzlich in den höchsten Tönen. "'Pecco' ist in großartiger Form und es macht Spaß, ihm zuzusehen", adelte Rossi "seinen" VR46-Piloten. "Es ist schon lange her, seit ich jemanden die Ducati so fahren gesehen habe", schwärmt der "Doctor" weiter.

Und tatsächlich, beim 24-Jährigen ist in dieser Saison endgültig der Knoten geplatzt. In Aragon, Misano 1 und Austin eroberte Bagnaia drei Pole-Positions hintereinander. In Aragon und Misano fuhr der Italiener seine ersten beiden MotoGP-Siege nach Hause. Insgesamt bestreitet Bagnaia sein drittes Jahr mit Ducati - und sein erstes im Werksteam.

Bei Bagnaia ist der Knoten geplatzt

"Als ich mit Ducati begonnen habe, war mein Gefühl nicht sonderlich gut", gibt er im Rückblick zu. "Ich habe attackiert, aber mein Fahrstil hat nicht besonders gut zum Bike gepasst. Bei meinem ersten MotoGP-Test war ich zwar schnell, aber nur deshalb, weil ich Zeitattacken gefahren bin."

"Als wir dann beim ersten Rennen mit gebrauchten Reifen unterwegs waren, habe ich Probleme bekommen und mich alles andere als gut gefühlt. Bis zu diesem Jahr hatte ich generell kein gutes Gefühl. Das änderte sich dann erst im Vorjahr, als ich zwei, drei gute Rennen hatte."

Damit spricht Bagnaia vor allem seine beiden Heimrennen 2020 in Misano an. Das erste beendete er als Zweiter, im zweiten lag "Pecco" sogar in Führung, ehe ein Sturz seinen Traum vom ersten MotoGP-Sieg dann aber beendete. Für weitere Höhepunkte konnte der Italiener im Pramac-Team aber nicht sorgen.

"Pecco" fährt völlig anderes Set-up

Allerdings gilt Bagnaia als ruhiger und vor allem analytischer Fahrer. Und so passte er die Ducati Schritt für Schritt an seinen Fahrstil an. Ergebnis: Sein Set-up ist komplett anders als bei seinen Markenkollegen. Und das hat einen entscheidenden Hintergrund.

"In der Moto2 bin ich immer einen sehr hohen Kurvenspeed gefahren. Außerdem kann man in der Moto2 nicht so hart bremsen, weil der Hinterreifen rutscht." Bagnaia zeichnet derzeit aus, dass er mit der Desmosedici einen relativ hohen Kurvenspeed fährt. Außerdem ist er ein Spätbremser.

"In diesem Jahr habe ich meine Mentalität auf dem Motorrad verändert. Ich verstehe dieses Bike sehr gut. Außerdem habe ich mich in der Bremsphase umgestellt und kann jetzt sehr gut verzögern. Das fühlt sich sehr gut an."

"Dazu habe ich das Set-up mehr auf meinen Fahrstil eingestellt, denn unser Motorrad hat nicht so einen hohen Kurvenspeed. In diesem Jahr haben wir gut gearbeitet. Das Motorrad passt diesbezüglich besser", nennt Bagnaia die Gründe für seine jüngsten Erfolge.

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