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Russland für vier Jahre von Olympia und WM ausgeschlossen

9. Dez. 2019

Download von www.picturedesk.com am 09.12.2019 (12:00).
An aerial photo shows the new National Stadium in Shinjuku Ward, Tokyo on December 6, 2019. It is completed on Nov. 30th costing about 156,900,000,000 JPY (over $1.4billion). The opening and closing ceremony of 2020 Tokyo Olympics and Paralympics will be held at the 5-story building. The 2020 Summer Olympics is scheduled to take place from 24 July to 9 August 2020. ( The Yomiuri Shimbun via AP Images ) – 20191206_PD0595

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sperrt Russland wegen Datenmanipulation von Dopingtests.

Russland wird für vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften und allen anderen internationalen Sportgroßereignissen ausgeschlossen. Das entschied die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nach Informationen der Nachrichtenagentur AP auf ihrer Sitzung in Lausanne. Demnach dürfen russische Sportler nur als neutrale Athleten ohne Nationalflagge teilnehmen.

Labor soll Daten von Dopingtests manipuliert haben

Zudem habe die WADA der nationalen Anti-Doping-Agentur RUSADA die Zulassung entzogen, wie die russische Nachrichtenagentur Tass am Montag meldete. In dem Fall geht es um den Vorwurf der Datenmanipulation von Dopingtests in einem russischen Kontrolllabor. Daten zu positiven Dopingtests sollen gefälscht oder gelöscht worden sein. Der russische Sportminister Pawel Kolobkow hatte dagegen eine Manipulation bestritten und die Diskrepanzen in Labordaten auf technische Probleme zurückgeführt. Die WADA will im Tagesverlauf ihr Urteil in dem Fall bekanntgeben.

Die Vereinigung der führenden Nationalen Anti-Doping-Agenturen hatte vor der Entscheidung angesichts der "schockierenden Enthüllungen in der jüngsten Episode der Russland-Saga und des schieren Ausmaßes der andauernden Korruption" schärfere Strafen gefordert.

RUSADA: "Zeit für eine Änderung der Kultur im Land"

Russland will gegen die neuen Strafen WADA Einspruch einlegen. Das Land werde für seine Sportler kämpfen, sagte die Parlamentsabgeordnete Swetlana Schurowa am Montag der Agentur Interfax zufolge.

Die russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) meinte dagegen, dass es Zeit für eine Änderung der Kultur in dem Land sei. Trotz Beteuerungen von Sportfunktionären habe sich im Umgang mit Doping in Russland nichts grundlegend geändert in den vergangenen Jahren, sagte die Vize-Chefin der RUSADA, Margarita Pachnozkaja. Die WADA-Entscheidung sollte der russischen Sportpolitik Anlass zum Nachdenken geben.

Österreichs Anti-Doping-Agentur NADA sieht die Entscheidung als "wichtiges Zeichen für den sauberen Sport". Auch das Österreichische Olympische Komitee ÖOC begrüßt die Maßnahmen. (APA/RED)